Neues Volksblatt: "Applaus" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. Juni 2012

Linz (OTS) - Natürlich ist das alles ein wenig paradox. Auf der einen Seite wird auf die Politik hingedroschen, weil die handelnden Personen angeblich eh alles Gauner sind, wofür als Beleg der laufende Untersuchungsausschuss herhalten muss. Dass sich die Malversationen zuvorderst im Mischmasch von Blau und Orange abgespielt haben sollen (Achtung: Unschuldsvermutung) sei der Ordnung halber wieder einmal erwähnt. Auf der anderen Seite bringt die viel geschmähte Politik durchaus etwas zustande (beispielsweise Stabilitätspakt, Gesundheitsreform oder Gerichtsreform), wenngleich sich die Bundesebene mit der Parteienförderung das nächste imagemäßige Eigentor zu schießen scheint. Da bleibt vor lauter Aufgeregtheit keine Zeit für die Frage, ob ordentlich finanzierte Parteien nicht ein wesentlicher Beitrag für eine saubere Demokratie sind. Ins paradoxe Bild passt auch, dass sich eine politische Altherrenriege aufgemacht hat, als Besserwisser durchs Land zu ziehen. Sie wissen zwar auf jedes Problem dieser Zeit eine Antwort, während sie zu ihrer Zeit so manche Problemlösung schuldig geblieben sind. Umso weniger darf es als Selbstverständlichkeit abgetan werden, wenn Reformen nicht nur angekündigt, sondern umgesetzt werden. Die erweiterte Spitalsallianz in OÖ (siehe Seite 5) ist jedenfalls ein Beispiel dafür, dass heute sehr wohl etwas weitergeht. Darum: Applaus!

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