Leitner/Sacher/Bauer: Umsorgt vor Ort ist die Antwort auf den steigenden Betreuungsbedarf unserer älter werdenden MitbürgerInnen

Solange wie möglich im eigenen Ort in der Nähe von Verwandten und Freunden bleiben

St. Pölten, (OTS/SPI) - "Um der Gott sei Dank steigenden Lebenserwartung unserer LandesbürgerInnen und damit einhergehend auch dem steigenden Betreuungs- und Pflegebedarf in den kommenden Jahren Rechnung tragen zu können wollen wir dem Wunsch der Menschen nach einem 'Umsorgt werden in der gewohnten Umgebung' zum Durchbruch verhelfen. Nur der Ausbau der großvolumigen Pflegeheime allein ist nicht ausreichend. Man muss auch in Niederösterreich versuchen, die großen Einrichtungen, in denen hervorragende Arbeit geleistet wird, zu ergänzen. Dezentrale SeniorInnenzentren sollen den älteren Menschen ein möglichst langes Verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem sozialen Umfeld ermöglichen. Sowohl Einrichtungen der Betreuung, der Tagespflege als auch der ständigen Pflege sollen in unmittelbarer Wohnsitznähe in Anspruch genommen werden können", beschreibt Niederösterreichs Landesvize LHStv. Dr. Sepp Leitner das von der Plattform Pro Mensch und der SPNÖ forcierte neue Pflegekonzept für Niederösterreich, welches im Rahmen einer Pressekonferenz gestern Mittwoch im Seniorenzentrum Wiener Neudorf vorgestellt wurde. Mit dabei der Präsident des NÖ Pensionistenverbands, LHStv. a.D. Dr. Hannes Bauer und der Präsident der NÖ Volkshilfe, NR Ewald Sacher.

Die Zahlen des Altersalmanach Niederösterreich 2011 beinhalten folgende neue Prognose der demografischen Entwicklung: In Niederösterreich liegt 2010 die Lebenserwartung bei den Frauen bei 83 Jahren und bei den Männern bei 77,6 Jahren. Bis zum Jahr 2026 wird diese bei den Frauen auf 85,9 Jahre und den Männern auf 81,3 Jahre ansteigen. Insgesamt lebten in Niederösterreich 2010 79.717 Personen, die 80 Jahre und älter waren, 2026 werden es 115.814 Personen sein (Zuwachs: +45%). Ein Blick auf die 90-Jährigen und Älteren zeigt eine noch stärkere Zunahme, nämlich von 8.875 Personen auf 17.288 Personen (Zuwachs: +94,8%). Gemessen an dieser Entwicklung steigt auch der Bedarf an stationärer Langzeitpflege.

"Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Es geht uns darum, das älter werden in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen und dies vor allem durch die leichte Erreichbarkeit der Einrichtung durch die Familie, die Angehörigen und die Freunde aufzuwerten. Große zentrale Einheiten sind oft dutzende Kilometer vom ursprünglichen Heimatort der Betreuten entfernt - damit entfernt man die Betreuten nicht nur aus ihrer gewohnten Umgebung, sondern auch aus ihrem gewohnten und geschätzten Freundeskreis. Das wollen wir mit dezentralen Einheiten verhindern. Wir brauchen in Niederösterreich in den nächsten Jahren zusätzliche 2.000 Pflegebetten in den Regionen und Gemeinden. Der Ausbau der zentralen Pflegeheime ist wichtig, ebenso wichtig ist aber auch die regionale Versorgung vor allem in den ländlichen Regionen", so Dr. Bauer.

"Wir wollen kleinere und überschaubare Strukturen anstatt großer Anstalten. Das Sozialzentrum der Volkshilfe NÖ in Wiener Neudorf ist ein Musterbeispiel für eine Einrichtung dieser Art. Es verfügt über 14 Tagesbetreuungsplätze und 12 Kurzzeitpflegeplätze. Eine Ergänzung um Langzeitpflegebetten wäre in Zukunft wünschenswert. Damit würde das volle Betreuungsangebot vor Ort geboten. Die Menschen sollen so lange vor Ort bleiben können, wie es möglich ist. Der anhaltende Bezug zur Heimat ist wichtig. In diesem Bereich ist die Volkshilfe Profi. Seit vielen Jahrzehnten vernetzten wir KundInnen, pflegende Angehörige, Sozialombudsleute, Krankenhäuser, Ärzte, Krankenkassen und viele mehr. Durch eine gute Koordination mit der mobilen Pflege sind auch Kosteneinsparungen möglich. Das kann sogar soweit gehen, dass in Zukunft der Ausbau von Pflegebetten geringer gehalten werden könnte", so Volkshilfepräsident NR Sacher.

"Mit unserem Modell könnten wir jedenfalls auch Kosteneinsparungen erzielen. In Vorarlberg, wo es dieses Modell seit vielen Jahren gibt, kommt auf 1.000 Einwohner ein Bedarf an Pflegebetten von 3. In Niederösterreich kommen auf 1.000 Einwohner fünf Pflegebetten, also um 2 mehr. Ein Pflegebett kostet rund 45.000 Euro pro Jahr. Unser Modell Umsorgt vor Ort wäre also kostengünstiger, weil der Bedarf an Pflegebetten geringer gehalten werden kann. Unser Modell ist auch eine Maßnahme gegen die Entwicklung 'Aus dem Auge, aus dem Sinn', wo ältere Menschen viele Kilometer von ihrem Wohnort untergebracht und damit aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden. Wir wollen auch kleineren Gemeinden am Land die Möglichkeit geben, regionale Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen zu bauen. Vorstellbar wäre auch, dass sich mehrere Gemeinden zusammenschließen und sich eine Einrichtung teilen. Die Einrichtungen sollten zwischen 30 und 50 Betreuungsplätze haben. Angeboten werden sollten ambulante Hauskrankenpflege, Tagesbetreuung, Kurzeitpflege, Mittel-Langzeitpflege, ein öffentlicher Bereich des SeniorInnenzentrums (Freizeitklub) sowie SeniorInnenwohnungen", so LHStv. Dr. Sepp Leitner abschließend.
(Schluss) fa

Rückfragen & Kontakt:

SPNÖ-Landesregierungsfraktion/SPNÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Fiala, Pressesprecher LHStv. Dr. Sepp Leitner
Tel.: 02742/9005 DW 12794, Mobil: 06642017137
andreas.fiala@noel.gv.at
www.noe.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0004