Cortolezis-Schlager: Unser zentrales Anliegen ist die Förderung guter Bildungsangebote und Stärkung von Frauen in den MINT-Fächern

2.000 IT-Fachkräfte fehlen dem Wirtschaftsstandort Österreich - ÖVP-Wissenschaftssprecherin lud zu Expert/innenrunde ins Parlament

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Der zukünftige Weg eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums in Europa wird zunehmend auf wissensintensiven Industriezweigen und Dienstleistungen beruhen. Nur wenn wir alle gesellschaftlichen Ressourcen nutzen, können wir unsere exzellente Wissenschaft und Forschung in wirtschaftliche Wettbewerbsvorteile umsetzen. Wir wissen, dass Frauen eine differenzierte Perspektive auf Innovation und wirtschaftliche und politische Entscheidungen haben. Sie bringen neue Lösungen und Ansätze zur Diskussion", so die ÖVP-Wissenschaftssprecherin Mag. Katharina Cortolezis-Schlager im Rahmen einer hochkarätigen Expert/innenrunde aus Forschung und Wissenschaft zum Thema "Frauen in der Informatik" gestern, Mittwoch, im Parlament.

Unternehmen, politische Institutionen sowie Hochschulen sollen das Potenzial ihrer Mitarbeiterinnen noch besser nützen. "Daher ist mein zentrales Anliegen die Förderung guter Bildungsangebote und die Stärkung von Frauen in den MINT-Fächern. Wir müssen nationale und internationale Netzwerke noch stärker unterstützen, die Frauen aus Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik zusammenbringen", sagte die Nationalratsabgeordnete und Gastgeberin der Expert/innenrunde.

Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle unterstrich die diversen Maßnahmen seitens des Ministeriums: Von den "Kinderunis" und dem Nachwuchsförderprogramm "Sparkling Science" über den "Girls day" bis hin zu den FWF-Programmen Hertha Firnberg und Elise Richter zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. Im Rahmen der Offensivmittel für die Universitäten werden spezielle Projekte im Bereich Informatik ermöglicht, beispielsweise die Initiative "You can make IT", ein Zusammenschluss aller Informatik-Universitäten Österreichs. Weiters verwies der Minister auf den Ausbau der Studienberatung. "Viele junge Menschen wissen über das reichhaltige Angebot schlicht zu wenig Bescheid. Gerade auch im Bereich Naturwissenschaften und Technik gibt es sehr gute Studien-und Lehrbedingungen, und die Absolventinnen und Absolventen haben sehr gute Chancen im Berufsleben", so Töchterle.

"You can make IT" - FemIT-Wissenschafterinnen als Rolemodels

Das Potenzial von Frauen für wissensintensive Berufe, wie zum Beispiel Informatik, soll noch stärker ausgeschöpft und sichtbar gemacht werden. "Diese Tatsache gab den Ausschlag, dass 2005 das Netzwerk femIT von österreichischen Professorinnen und habilitierten Wissenschafterinnen der Informatik gegründet wurde", so die Koordinatorin Univ.-Prof. Dr. Gerti Kappel von der Technischen Universität Wien und fügte dahingehend hinzu: "Gleichzeitig können und wollen wir als Rolemodels das Image der Informatik ganz allgemein verbessern und Mädchen für das hochspannende Studium der Informatik motivieren." Die österreichischen Universitäten werden tagtäglich mit dem zunehmenden Bedarf an gut ausgebildeten IT-Fachkräften konfrontiert.

"Wir brauchen dringend qualifizierte Fachkräfte. Alleine in Wien fehlen derzeit 1.600 IT-Fachkräfte. 30 Prozent der Wettbewerbsfähigkeit und 50 Prozent der Produktivitätssteigerung der heimischen Wirtschaft gehen auf das Konto der IT", analysierte Robert Bodenstein, stellvertretender Obmann des WKÖ-Fachverbandes Unternehmensberatung und IT (UBIT). Die Wirtschaft sucht den Kontakt zu den Informatik-Instituten, um möglichst früh auch Kontakt zu Absolventinnen und Absolventen zu bekommen. "Daher muss unser zentrales Anliegen sein, Schülerinnen bereits in der Oberstufe für das Fach Informatik zu begeistern. Dafür müssen wir Jugendlichen auf Augenhöhe und in ihrer alltäglichen Realität begegnen. Zusammen mit einem Expert/innenteam wurde ein Informatik-Kosmos im Internet "www.youcanmakeit.at" geschaffen, der bei den Interessen der Jugendlichen ansetzt", so die Leiterin des Projektes "You can make IT" Univ.-Prof. Dr. Ruth Breu vom Institut für Informatik an der Universität Innsbruck.

Unterstützung beim Aufbau strategischer Partnerschaften und thematischer Netzwerk

Internationalisierungsstrategien und weltweite Kooperationen erhalten immer größere Bedeutung bei der Förderung von Innovation und Kreativität in Wissenschaft und Forschung. "Mit der Wissenslandkarte verfügt die OeAD-GmbH über ein leicht verständliches Informationsinstrument zu internationalen Wissenschaft-, Lehr- und Forschungskooperationen österreichischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Als Internationalisierungsagentur können wir so Institutionen beim Aufbau strategischer Partnerschaften und thematischer Netzwerke gezielt unterstützen", betonte der Geschäftsführer des Österreichischen Austauschdienstes (OeAD-GmbH) Prof. Hubert Dürrstein und fügte hinzu: "Ich bin davon überzeugt, dass sich die Wissenslandkarte zu einem Trendkompass entwickeln und maßgebliche Unterstützung für zukünftige Entwicklungen und Anforderungen in Wissenschaft und Forschung bieten wird."

"Um den großen Bedarf an Informatikerinnen und Informatiker und Fachkräften zu decken, muss unsere Gesellschaft vermehrt in Ingenieurswissenschaften investieren und Voraussetzungen schaffen, dass mehr Mädchen und Frauen eine Karriere in den so genannten MINT-Fächern einschlagen", resümierte die Expert/innengruppe abschließend.
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