Jank zu Ernennung der neuen Wiener AMS-Chefin: "Ein unwürdiges Politspiel"

Übergehen der bestgereihten Kandidatin nicht nachvollziehbar - Wiener AMS braucht gerade jetzt erfahrenen Geschäftsführer - Entscheidung von BM Hundstorfer ist Kniefall vor Stadt Wien.

Wien (OTS) - 28.6.2012 - Auf komplettes Unverständnis stößt bei Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, die Art und Weise der Ernennung der neuen AMS-Wien-Chefin: "Hier wird Personalpolitik mit Parteipolitik verwechselt. Es ist schade, dass solch wichtige Entscheidungen offenbar nicht nach objektiven Kriterien, sondern aus parteipolitischem Kalkül fallen." Trotz Reihung der Bewerber durch einen unabhängigen Personalberater und vorausgegangenem, eindeutigem Assessment überging heute Sozialminister Rudolf Hundstorfer die bestqualifizierte Ingeborg Friehs und besetzte stattdessen den Geschäftsführerposten am AMS-Wien mit der drittgereihten Petra Draxl, einer Mitarbeiterin seines Ministeriums.

Für Jank ist Hundstorfers Entscheidung ein Kniefall vor der Stadt Wien, die mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) eine Parallelstruktur zum AMS aufgebaut hat und einem starken, unabhängigen AMS, wie Friehs es forciert, ablehnend gegenübersteht. Jank: "Minister Hundstorfer setzt mit seiner Entscheidung die Zukunft des Wiener Arbeitsmarkts leichtfertig aufs Spiel, anstatt die Bedürfnisse und Anliegen der Arbeitssuchenden, der Arbeitnehmer und der Wirtschaft in den Vordergrund zu stellen und den besten Kandidaten zu unterstützen." Die Wiener Arbeitsmarktzahlen seien derzeit alles andere als rosig. Gerade jetzt brauche es einen erfahrenen Experten, der sich mit den Besonderheiten des Wiener Arbeitsmarkts bestens auskennt - wie die langjährige stellvertretende Chefin des Wiener AMS, Ingeborg Friehs.

Kritik übt Jank auch an AK und ÖGB. Denn die Blockade der bestgereihten Bewerberin ist ein klarer Bruch des bisherigen sozialpartnerschaftlichen Weges von Wirtschaftskammer, AK und ÖGB, wonach der bestqualifizierte Kandidat unterstützt werden soll. Besonders pikant: Anfangs haben Teile der Arbeitnehmerseite sogar für Friehs als neue AMS-Geschäftsführerin gestimmt, danach aber einen Konsens blockiert. Durch diese Blockadepolitik fiel die Entscheidung schließlich Hundstorfer zu, der sich ohne Absprache mit den Sozialpartnern über alle Reihungen und Empfehlungen hinwegsetzte. "Ich nehme bedauernd zur Kenntnis, dass AK und ÖGB den sozialpartnerschaftlichen Kurs verlassen haben und ihre bisherige Handschlagqualität außer Kraft setzen. Erst ihre Blockadepolitik hat es ermöglicht, dass Minister Hundstorfer seine eigene Kandidatin durchbringen konnte", sagt Jank.

"Das AMS Wien ist für die Wiener Wirtschaft und die Arbeitnehmer dieser Stadt viel zu wichtig, als dass es für Parteipolitik missbraucht werden darf. Ich hoffe daher, dass Minister Hundstorfer seine Entscheidung nochmals überdenkt und die Bedeutung des Wiener Arbeitsmarkts höher bewertet als die Zurufe aus seiner Partei. Denn eines ist klar: Das AMS ist keine Spielwiese des Wiener Rathauses", so Jank.

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