Gewerbe und Handwerk spürt Rückenwind: Gutes zweite Quartal 2012

Fachkräftemangel und Unternehmensfinanzierung wesentliche Themen - Gewerbe größter Österreichischer Arbeitgeber

Wien (OTS/PWK434) - Mit zufriedenstellenden Zahlen zum zweiten Quartal 2012 und einem insgesamt positiven Ausblick auf das Gesamtjahr kann die Bundessparte Gewerbe und Handwerk für ihre rund 120.000 Mitgliedsbetriebe aufwarten: "Das Gewerbe befindet sich in einer ganz guten Ausgangssituation und ist mit mehr als 630.000 Beschäftigten nach wie vor der größte Arbeitgeber in Österreich", betonte heute, Dienstag, der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Abg.z.NR. Konrad Steindl. Konkret beurteilen 27 Prozent der Betriebe die Geschäftslage gut bzw. 55 Prozent mit saisonüblich. Für das dritte Quartal, so Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria, erwarten bereits 21 Prozent steigende Auftragseingänge bzw. Umsätze bzw. 65 Prozent keine Veränderung gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres.

Ein brennendes Thema für Gewerbe und Handwerk ist nach wie vor der Fachkräftemangel, der immer mehr in den Fokus der Betriebe rückt. Hier müsse man bei der Information der Schüler über die Möglichkeiten des Lehrberufs und die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten ansetzen, forderte Steindl. 2011 wurden in den Gewerbe- und Handwerksbetrieben mit 56.000 Lehrlingen die meisten Lehrlinge aller Sparten ausgebildet. "Jugendliche haben in Österreich die Wahl aus 205 Lehrberufen. Leider befinden sich aber noch immer 50 Prozent aller weiblichen Lehrlinge und ein Drittel aller männlichen Lehrlinge drei Lehrberufe wie Einzelhandelskauffrau, Friseurin oder KFZ-Techniker. Und hier müssen wir über Potentialanalysen stärker und zielgerichteter informieren", so Helmut Heindl, Geschäftsführer der Bundessparte.

Zufrieden ist man im Gewerbe über die Inanspruchnahme der konjunkturstabilisierenden Maßnahmen im Finanzierungsbereich: So wurden von KMU 2011 32 Mio. Euro an ERP-Krediten, 160 Mio. Euro aus dem AWS-Mittelstandsfonds, 213,8 Mio. Euro aus dem ERP-KMU Programm, 28 Mio. Euro aus dem ERP-Technologieprogramm und 8,4 Mio. Euro aus der Start up Förderung in Anspruch genommen. Dies zeige, so Steindl, dass für kleine und mittlere Unternehmen öffentliche Förderungen neben klassischen Finanzierungen wie Eigenmittel und kurzfristiger Finanzmittel einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert haben. Die Finanzierungssituation der Unternehmen müsse jedenfalls im Auge behalten werden: So werden 2012 von 25 Prozent der Betrieben - nach Zahlen der KMU Forschung Austria - fehlendes Risiko- bzw. Eigenkapital sowie Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme befürchtet.

In Sachen Konjunktur präsentiert sich das Gewerbe mit leichtem Optimismus: Während in den investitionsgüternahen Branchen der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich
zum 2. Quartal des Vorjahres um 0,1 % gesunken ist, so Bornett, verzeichnen im konsumnahen Bereich 18 % der Betriebe Umsatzsteigerungen gegenüber dem 2. Quartal 2011, 65 % keine Veränderung und 17 % Umsatzrückgänge. Für den Zeitraum Juli bis September 2012 beabsichtigen 20 % der Betriebe, den Beschäftigtenstand um durchschnittlich 19,9 % zu erhöhen, 75 % der Betriebe, den Personalstand konstant zu halten und 5 % der Betriebe, die Zahl der Mitarbeiter/innen um durchschnittlich 14,3 % zu verringern. Im Durchschnitt ergibt sich daraus eine geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 3,4 % (ca. plus 20.000 Beschäftigte). Der Personalbedarf liegt damit unter dem Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Gewerbe und Handwerk
Mag. Helmut Heindl
Tel.: (+43) 0590 900-3291, F:(+43) 0590 900-217
bsg@wko.at
http://wko.at/bsgh

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004