Einheitliche Betreuungs- und Behandlungspfade für Brustkrebs-Hochrisikopatientinnen

Für Frauen mit familiärem Belastungsrisiko stehen österreichweit Beratungszentren zur Verfügung

Wien (OTS) - "Der Sozialversicherung ist es besonders wichtig,
dass Frauen mit einem erhöhten Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zur erkranken, gut aufgeklärt und beraten werden, um eine informierte Entscheidung treffen zu können". So Dr. Josef Probst, stv. Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. Für diese Gruppe von Frauen wurde ein österreichweit einheitlicher Betreuungs- und Behandlungspfad festgelegt. Ein gemeinsamer Kriterienkatalog stellt sicher, dass Frauen mit erhöhtem Risiko klar identifiziert werden können.
Die Leitlinie zur Prävention und Früherkennung von Brust- und Eierstockkrebs bei Hochrisikopatientinnen wurde unter Berücksichtigung des Wissens der europäischen Brustkrebsexperten (EUSOMA) entwickelt.

Hochrisiko auf Grund familiärer Vorbelastung

Bei bestimmten Gendefekten (BRCA 1 + 2) besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken. Mittels gentechnischer Analysen ist es aber möglich, diese Gendefekte zu identifizieren und die betroffenen Frauen anschließend entsprechenden Screening-Maßnahmen zu unterziehen. Diese genetischen Untersuchungen werden für ganz Österreich zentral im Wiener AKH durchgeführt. Das AKH-Wien bedient sich jedoch einer Reihe von Referenzkrankenanstalten in den Bundesländern, die im Zuge der Anamnese vorerst prüfen, ob überhaupt ein Verdacht auf Vorliegen des genannten Gendefektes besteht.
In ganz Österreich stehen dafür über 50 Beratungszentren zur Verfügung. Für Frauen mit familiärem Belastungsrisiko wurde österreichweit die Homepage www.brustgesundheit.at eingerichtet, in der betroffene Frauen die Beratungsstellen samt Adressen und Telefonnummern sowie Informationen zu genetischer Beratung und Analysen finden können. In allen Beratungsstellen werden dann Frauen mit einem erhöhten Risiko nach den gleichen Richtlinien beraten. Liegt ein Verdacht auf einen Gendefekt vor, werden - mit ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Frauen - Blutproben direkt in den Referenzzentren entnommen und an das AKH-Wien gesandt. Dort erfolgt zentral die Befundung der Blutproben. Die betroffenen Frauen müssen dazu nicht nach Wien reisen. Ist der Befund positiv, erfolgt die weitere Betreuung durch das entsprechende Referenzzentrum in den Bundesländern, in Wien erfolgt die Betreuung zentral im AKH-Wien.

Gemeinsame Finanzierung für genetische Untersuchung

Die Befundung im Rahmen der genetischen Untersuchung ist aufwendig und teuer. 2005 wurde in der Bundesgesundheitskommission beschlossen, dass sich neben der Sozialversicherung, die Stadt Wien und der Bund an der Förderung des Projektes "Molekulargenetische Analyse zur Identifikation von Familien mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs" beteiligen. Seit 2008 wird das Projekt im Rahmen der aktuellen 15a-Vereinbarung durch eine Drittelfinanzierung zwischen dem Hauptverband, der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Gesundheit bis 2013 finanziert. Probst: "Mit der Drittelfinanzierung gelang die Sicherstellung der exzellenten Betreuung von Frauen mit hohem Brust-und Eierstockkrebsrisiko. Die Vereinbarung mit dem AKH sichert die hohe Qualität der durchzuführenden Untersuchungen".

Keine Verwechslung mit dem nationalen Brustkrebs-Früherkennungs-Programm

Das Hochrisikoscreening darf jedoch nicht mit der Brustkrebs-Früherkennung für Frauen ohne Hochrisiko verwechselt werden. Für Frauen ohne Hochrisiko wird derzeit eine Mammographie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung angeboten, ab 2013 wird es für sie ein österreichweites, qualitätsgesichertes Brustkrebs-Früherkennungs-Programm geben.

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Tel.: (++43-1) 71132-1120
dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
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