WKNÖ verleiht den "Helios 2012"

Energieeffizienz: Betriebe zeigen immer mehr Know-how und Kompetenz

St. Pölten (OTS) - Die Firma REHAU mit ihren Standorten in Guntramsdorf und Neulengbach ist Hauptpreisträger des Energieeffizienz-Preises "Helios 2012", der im Rahmen eines Gala-Abends in der Zentrale der Wirtschaftskammer Niederösterreich in St. Pölten vergeben wurde.

Mit dem "Helios" wurde bereits zum dritten Mal besonders energiesparende und energie-effiziente Projekte niederösterreichischer Unternehmen vor den Vorhang gebeten. Neben dem Hauptreisträger REHAU wurden vier weitere Kategorie-Sieger gekürt:
- die ATS Datenverarbeitung im Bereich "Energieeffiziente Gebäude" - die Fahrschule Easy Drivers Skarabela in Groß Enzersdorf im Bereich "Energieeffiziente Mobilität"
- der Fleisch-, Selch- und Wurstwarenbetrieb von Reinhard Hiess in Asparn/Zaya im Bereich "Energieeffiziente Produktion" sowie
- 26 Rauchfangkehrer-Betriebe in NÖ (unter Führung der Landesinnung) in der Kategorie "Bewusstseinsbildung".

Vorreiter vor den Vorhang

Waren es bei der ersten Vergabe des "Helios" 2008 noch 111 Einreichungen, so gab es diesmal 159 eingereichte Effizienz-Projekte. "Wir wollen mit dem Preis dokumentieren, wie viel Kreativität und Gestaltungswille unsere niederösterreichischen Betriebe im Umgang mit dem Thema Energie und Umwelt bereits aufbringen", so Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl. Der "Helios 2012" zeige auf, dass die Kompetenz der Betriebe, was Energieeffizienz-Lösungen betrifft, "in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Unsere Betriebe schreiben mit grünen Technologien längst schwarze Zahlen", erklärt Zwazl. Das einschlägige Know-how aus NÖ sei vielfach gefragt und oft auch schon ein Export-Schlager.

Zwazl will übrigens nicht nur die Bewusstseinsbildung in Sachen Energieeffizienz vorantreiben, sondern mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen: "Bis 2020 wollen wir den Energieverbrauch in unseren Gebäuden um bis zu 30 Prozent senken."

Auch Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav verweist darauf, wie wichtig ein schonender Umgang mit den Ressourcen ist: "Die Energieeffizienz zu forcieren ist eines der großen Ziele der Wirtschaftsstrategie 2015 des Landes." Sie sei stolz, dass blau-gelbe Betriebe in der Umwelt-Technologie eine echte Vorreiterrolle einnehmen.

EVN-Vorstandssprecher Peter Layr erklärte, die EVN investiere in den nächsten Jahren 800 Millionen Euro, um den Anteil an erneuerbaren Energiequellen zu verdreifachen und "wir animieren auch unsere Kunden zum Energiesparen und zur Energie-Effizienz".

Über 42 Millionen kWh eingespart

Die Jury-Vorsitzende, Klimaforscherin Prof. Helga Kromp-Kolb, hob die Vielfalt und Qualität der eingereichten Projekte hervor. "Die Helios-Latte liegt jetzt schon sehr viel höher als beim ersten Helios. Es wird immer schwieriger, zu gewinnen."

Insgesamt wurden durch die 159 zum "Helios 2012" eingereichten Projekte über 42 Millionen Kilowattstunden eingespart, das entspricht einer Reduktion an CO2-Ausstoß um knapp 680.000 Tonnen. Mehr als 67 Millionen Euro wurden in die Energieeffizienz-Projekte investiert, sie bewirkten bereits im ersten Jahr 3,63 Millionen Euro weniger an Energiekosten.

Ganzheitliche Lösungen

"Als ganzheitlicher Lösungsanbieter wollten wir mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, was alles möglich ist", sagt Rafael Daum, CEO REHAU Region Südosteuropa.
Der Standort Guntramsdorf, Sitz des REHAU Head Office Südosteuropa, wurde in den letzten Jahren nach modernsten ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten saniert. Außerdem wurden im Werk Neulengbach immer wieder Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt, sodass nun an beiden Standorten jährlich Energie im Ausmaß von rund 900.000 kWh eingespart werden kann, "das entspricht
dem Energiebedarf von etwa 300 Haushalten", so Daum.

Erster "Green Event" in Niederösterreich

Die "Helios"-Gala in der Wirtschaftskammer Niederösterreich war übrigens die erste Veranstaltung in NÖ, die nach der neuen Umweltzeichen-Richtlinie für Green Meetings und Green Events als "Green Event" deklariert und ausgezeichnet wurde. Einige Besonderheiten eines "grünen" Events" sind beispielsweise
- Saisonales Buffet mit Bioprodukten aus der Region bzw. regionalen Getränken
- Offensive Bewerbung einer klimaschonenden Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. Einrichtung einer Mitfahrbörse
- Barrierefreier Veranstaltungsbereich etc.

Die gesamte Einreichung erfolgte bei diesem Helios zu 100 % über ein Online-System, was ebenfalls einen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit Ressourcen leistet.

Die Sieger des "Helios 2012":

GESAMTSIEGER:

REHAU GmbH mit Standorten in Guntramsdorf (Bez. Mödling) und Neulengbach (Bez. St. Pölten)

Das auf Polymerverarbeitung und Kunststoffveredlung in den Bereichen Bau, Automotive und Industrie spezialisierte deutsche Familienunternehmen REHAU ist schon seit 1956 auch in Österreich vertreten. Weltweit sind an 170 Standorten rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktpalette reicht von Kanalrohren und Fenstern über Kunststoffteile bei Kraftfahrzeugen bis hin zu den so genannten "Relazzo"-Elementen aus Holz und Kunststoff.

Der Standort Guntramsdorf bei Wien ist heute Sitz des Head Office Südosteuropa. Er wurde in den letzten Jahren nach modernsten ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten saniert.
So wird die benötigte Energie zum Heizen und Kühlen heute unter anderem über eine Anlage mit 14 Erdwärmesonden und zwei Wärmepumpen bereit gestellt, eine dritte sorgt für die Brauchwasserbereitung und zur Lüftungsunterstützung.
Außerdem wurden 58 Fenster aus dem GENEO-System sowie eine Hebeschiebetür mit Wärmeschutzverglasung eingebaut. Das Sanierungsprojekt wird durch ein Langzeitmonitoring begleitet, um die Einsparungen nachvollziehbar bewerten zu können.

Auch im Werk in Neulengbach wurden seit Jahren Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt.
Begonnen hatte alles mit dem Einbau eines Wärmerückgewinnungssystems. Dabei wird die thermische Energie der Druckluft zur Heizung der Büros und zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Zudem wurde eine klimaneutrale Kälteanlage in Betrieb genommen. Wesentliche Einsparungen bringt auch ein drehzahlgeregelter Druckluftkompressor für das gesamte Niederdrucknetz.

Insgesamt kann mit den Umbauten und einer Optimierung der Prozesse im Betrieb an beiden Standorten zusammen jährlich Energie im Ausmaß von 90.000 kWh eingespart werden. Das entspricht dem Energiebedarf von etwa 300 Haushalten.

KATEGORIESIEGER:

A) ENERGIEEFFIZIENTE GEBÄUDE:

ATS DATENVERARBEITUNG, GRUBERAU; WIENERWALD

Seit 1980 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Entwicklung und Fertigung von Systemen der Gebäudeautomation, wie Lichtsteuerungen, Videoüberwachungen, Zutrittskontrollen, Zeiterfassungssystemen oder Brandmeldeanlagen. Insgesamt sind es mehr als 400 Produkte, die weltweit in 27 Länder exportiert werden.

Zuletzt setzte ATS auch intern verstärkt auf Energieeinsparung. So wurden alle Flachdächer sowie Lichtkuppeln wärmegedämmt und die Außenmauern erhielten eine spezielle Isolierung. Bei der Sanierung der Glasfassaden kam ein Passivhausprofil mit 3-fach-Verglasung zum Einsatz. Außerdem wurden elektrisch schaltbare Gläser eingebaut, die sich bei Anlegen einer Spannung dunkel färben.
Für die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung sorgen drei Lüftungsgeräte mit Enthalpie-Wärmetauschern. Geheizt wird mit einer Solaranlage unterstützt durch Erdwärme, die auch für die Kühlung herangezogen wird.
Die Beleuchtung wird tageslicht- und bewegungsabhängig gesteuert und alle Räume sind mit Einzelraumregelung und Präsenzerfassung ausgestattet.
Im Sinne einer besseren Bewusstseinsbildung werden alle Energieflüsse auf einem Bildschirm in der Eingangshalle sichtbar gemacht. Insgesamt konnte der Energieverbrauch um 75% verringert werden.

B) ENERGIEEFFIZIENTE MOBILITÄT:

FAHRSCHULE SKARABELA, GROßENZERSDORF

Die Fahrschule Skarabela in Großenzersdorf, Mitglied der Easy Drivers Organisation, besteht seit 65 Jahren. Das innovative Familienunternehmen hat sich durch seine Initiativen im Bereich des Umweltschutzes bereits einen Namen gemacht.
So bietet die Fahrschule nicht nur ein spezielles Spritspartraining an (alle Fahrlehrer sind zertifizierte Spritspartrainer, Skarabela hat auch den Fuhrpark auf besonders energiesparende Fahrzeuge umgestellt. Elektromopeds ersetzen seit vier Jahren die benzinbetriebenen Fahrzeuge und sogar ein Elektromotorrad kommt im Schulbetrieb zum Einsatz. Jüngste Errungenschaft ist ein Elektro-Auto, das bei Perfektionsfahrten genutzt wird.
Darüber hinaus wurde eine Ökostrom-Tankstelle eingerichtet, die Nutzern gratis zur Verfügung steht.
Gespeist wird sie durch eine Photovoltaikanlage, mit der alleine 3000 kWh Strom pro Jahr produziert werden. Auch bei den Gebäuden wurden Energiesparmaßnahmen gesetzt. So wurden z. B. energiesparende Beleuchtungen und Netzfreischalter in den Lehrsälen eingebaut. Fahrlehrertage und regelmäßige Treffen zum Thema E-Mobilität für die gesamte Easy Drivers Organisation haben für alle Fahrschulen Vorbildwirkung.

C) ENERGIEEFFIZIENTE PRODUKTION:

FA. HIESS, ASPARN/ZAYA

Räucherdauerwurst und Salami sowie die berühmte Zayataler-Dauerwurst sind die Spezialitäten der Fleischhauerei Hiess in Asparn an der Zaya. Der Erfolg der hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren des 30 Mitarbeiter zählenden Familienunternehmens machte eine Betriebserweiterung notwendig, bei der neben ökonomischen auch ökologischen Grundsätzen Rechnung getragen wurde.
Herzstück war die Anschaffung einer leistungsstarken und energieeffizienten Kälteanlage. Diese wurde mit einer Wärmerückgewinnungsanlage kombiniert, welche die Kondensationsabwärme mittels spezieller Wärmetauscher bis zu 98 Prozent aus dem Kälteprozess auskoppelt. Die so zurückgewonnene thermische Energie wird je nach Bedarf entweder direkt im Produktionsprozess genutzt oder in 5000 l Puffertanks zwischengespeichert. Dabei kommen stufenlos drehzahlgeregelte Hocheffizienzpumpen mit äußerst geringem Energiebedarf zum Einsatz.
Mit diesen Maßnahmen können nicht nur die CO2 Emissionen wesentlich reduziert werden, sondern auch drei Viertel der Energiekosten eingespart werden. Damit ist das Unternehmen beispielgebend für die gesamte Branche.

D) BEWUSSTSEINSBILDUNG:

26 ZERTIFIZIERTE RAUCHFANGKEHRERBETRIEBE

26 niederösterreichische Rauchfangkehrer-Betriebe haben sich unter der Führung der Landesinnung zusammengeschlossen und ein gemeinsames Managementsystem entwickelt. In diesem Zusammenhang haben die Unternehmen auch zahlreiche interne Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung gesetzt, die Vorbildwirkung haben sollen.

Beispiele sind etwa der Einbau alternativer Heizanlagen oder verbrauchsgünstiger Leuchten. Damit konnte der CO2 Ausstoß in den Betrieben um beachtliche 75% verringert werden.
Es wurden aber auch alle Kesseldaten im Kehrgebiet erhoben und Verbesserungsvorschläge erarbeitet, die bei fachmännischen Beratungen an die Hauseigentümer weitergegeben werden. Mit dem Know-how der Rauchfangkehrer sollte es möglich sein, zukunftsweisende Lösungen zu finden.

Auch in anderen Bundesländern wird diese Initiative mittlerweile schon aufgegriffen. Damit wird ihre Breitenwirkung noch wesentlich gesteigert.

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