Kulturministerin Claudia Schmied: Kunst- und Kulturbericht belegen erfolgreiches Jahr 2011

Wien (OTS) - Kulturministerin Dr. Claudia Schmied hat heute dem Ministerrat den Kunst- und Kulturbericht 2011 vorgelegt und dem Parlament übermittelt. Die Leistungsberichte der Kunst- und Kultursektion des BMUKK bieten einen Überblick über die Tätigkeiten der Kultureinrichtungen des Bundes, die Förderungen aus dem Kunst-und Kulturbudget sowie über die wichtigsten Entwicklungen im Berichtjahr.

"Der Bund nimmt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in vielen Bereichen, aber im besonderen Maße in der Kunst und Kultur, seine Aufgabe als verlässlicher, stabiler und der Sache verpflichteter Partner wahr. Ich sehe es als die zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand, den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Kulturinstitutionen Rahmenbedingungen zu schaffen in denen sie ihre Tätigkeit entfalten können. Es gilt zu fördern, zu unterstützen, zu ermutigen und wertzuschätzen, und all das, ohne in die Freiheit der Kunst einzugreifen oder die Künstlerinnen und Künstler zu vereinnahmen" so Kulturministerin Dr. Claudia Schmied.

"Ich freue mich, dass es 2011 trotz wirtschaftlich angespannter Lage wieder gelungen ist, das Kunst- und Kulturbudget auf konstantem Niveau zu halten und insbesondere durch die Auszahlung von rückgestellten Infrastrukturmitteln für die Bundesmuseen sogar mehr finanzielle Leistungen als im Vorjahr zur Auszahlung zu bringen. Mit Ausgaben in einer Gesamthöhe von Euro 438,70 Mio. konnten die Finanzierung der Kunst- und Kulturaktivitäten gesichert, erfolgreiche Projekte weiter geführt und neue Impulse für die Kunst und Kultur in Österreich gesetzt werden. Der Abschluss von mehrjährigen Förderverträgen ermöglicht bessere Planungssicherheit für Kunstschaffende und Kulturinstitutionen", sagte die Ministerin weiter.

Im Kulturbereich standen insbesondere aufgrund der Auszahlung von rückgestellten Infrastrukturmitteln der Bundesmuseen mehr Mittel, insgesamt Euro 351,74 Mio., zur Verfügung (2010: Euro 330,15 Mio.).

In der Kunstsektion lagen die Gesamtausgaben im Jahr 2011 bei Euro 86,96 Mio., davon Euro 85,28 Mio. für Förderungen und Ankäufe sowie Euro 1,67 Mio. für Aufwendungen (Gutachten, Mieten, Eigenpublikationen). Der geringere Betrag gegenüber 2010 (Euro 89,046 Mio.) ergibt sich aus der Verschiebung des aufgelösten Republiksvertrags der Wiener Philharmoniker in das Kulturbudget (in die Basisabgeltung der Bundestheater). Die klare Gliederung der Förderungen nach Personen, Zweck und Höhe sowie eine Genderauswertung stellen die Ausrichtung der Kunstpolitik noch besser nachvollziehbar und transparent dar.

Kunstbericht 2011

In der Kunstsektion wurde 2011 erneut der Fokus auf die Förderung des zeitgenössischen Kunstschaffens und der Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern gelegt. Junge Künstlerinnen und Künstler werden insbesondere mit Stipendien, Auslandsaufenthalten und Galerie-und Messeförderungen unterstützt. Als Beispiel dafür steht das erfolgreiche Nachwuchsstipendienprogramm, die 'Start-Stipendien', die 90 jungen Menschen aus allen Bereichen der Kunst die Umsetzung ihrer künstlerischen Vorhaben erleichtern und ihnen helfen, in die österreichische und internationale Kunstszene einzusteigen.

Für den österreichischen Film war 2011 ein wichtiges und erfolgreiches Jahr mit großer Beachtung und hoher Reputation. Die vielen Preise und Anerkennungen bei international renommierten Festivals zeugen von der herausragenden Qualität des österreichischen Films. Mit dem Österreichischen Filminstitut und der Innovativen Filmförderung des BMUKK stehen wirkungsvolle Förderungsinstrumente, die die Bandbreite des filmischen Schaffens abdecken, zur Verfügung. Das BMUKK finanzierte 2011 über die Innovative Filmförderung 65 Filme. 49 Prozent der Mittel gingen an den Avantgardefilm, 17 Prozent an den Spielfilm und 34 Prozent an den Dokumentarfilm.

In einem ersten Schritt konnte 2011 nach konstruktiven Verhandlungen mit KinobetreiberInnen die Digitalisierung heimischer Programmkinos erfolgreich umgesetzt werden. 2012 folgen die Regional-und Kleinkinos. Ziel dieser Maßnahmen ist der Erhalt einer lebendigen Kinolandschaft, um dem ungebrochen erfolgreichen Filmschaffen in unserem Land auch künftig eine solide Plattform bieten zu können.

Einer der großen internationalen Erfolge in der bildenden Kunst war der von Eva Schlegel kuratierte und von Markus Schinwald gestaltete Beitrag zur Biennale Venedig 2011. Der Beitrag wurde von der heimischen und internationalen Kritik sowie vom Publikum mit großem Interesse aufgenommen.

Die nachhaltige Beachtung des Gender-Aspekts, zudem sich auch alle Jurys bekennen, verbesserte 2011 die Ausgewogenheit der Verteilung der Förderungsmittel auf Projekte von Künstlerinnen und Künstlern weiter. 47 Prozent der Mittel wurden an Frauen vergeben. 2011 startete ein Künstlerinnen-Mentoring-Programm. Erfahrene Künstlerinnen oder im Kunstbetrieb organisatorisch verankerte Frauen unterstützen junge Künstlerinnen durch professionelle berufsbezogene Beratung.

Kulturbericht 2011

Der Freie Eintritt bis 19 Jahre in die Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek hat sich auch im zweiten Jahr seit seiner Einführung bewährt. Neben der Steigerung der Besuchszahlen bei Kindern und Jugendlichen um 15,5 % gegenüber 2009 war die Erhöhung um 20% bei vollzahlenden Besucherinnen und Besucher besonders erfreulich. Auch die vielfältigen Vermittlungsprogramme der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek wurden gut angenommen: Seit 2010 wurden fünfzig neue Vermittlungsprogramme eingeführt, die von über 430.000 Kindern und Jugendlichen an insgesamt rund 23.000 Einzelterminen wahrgenommen wurden.

Die Überarbeitung der organisatorischen Regelwerke der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek zur Etablierung einer effektiven Public Governance wurde fortgesetzt. Nach neuen Museumsordnungen, Rahmenzielvereinbarungen und Vorhabensberichten konnten 2011 mit adaptierten und neu strukturierten Geschäftsordnungen der Kuratorien klare und transparente Regeln für die Aufsichtsgremien geschaffen werden.

Im Bereich der Infrastrukturmaßnahmen der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek wurden im Berichtsjahr zwei wichtige Projekte fertiggestellt: Im November 2011 wurde das 21er Haus als neues Zentrum für die zeitgenössische österreichische Kunst wiedereröffnet, und das Kunsthistorische Museum konnte durch die Errichtung eines neuen, zentralen Depots die Sicherung seiner Sammlungsbestände wesentlich verbessern. Die Generalsanierung der Kunstkammer wurde planmäßig fortgesetzt, die Eröffnung der Kunstkammer findet im Februar 2013 statt.

Im Sommer 2011 wurde die im Regierungsprogramm verankerte und seit 2008 in mehreren Etappen durchgeführte Evaluierung der Bundestheater erfolgreich abschlossen. Die umfassende Analyse der rechtlichen und wirtschaftlichen Situation der Bundestheater zeigt ein klares Bild über die Stärken und Optimierungspotenziale der Bundestheatergruppe. Auf Basis der Evaluierungsergebnisse wurde von der Bundestheater-Holding in Abstimmung mit den verantwortlichen Organen aller Gesellschaften ein Maßnahmenkatalog erstellt, dessen schrittweise Umsetzung Optimierungen im Ausmaß von Euro 12,4 Mio. realisiert.

Optimiert wurde 2011 auch die Struktur des Bundesdenkmalamts und im September 2011 ein neues Statut erlassen. Dieses sieht neben den Aufgabenbereichen Schützen, Forschen und Pflegen nun auch das Vermitteln explizit vor, um die im Bereich Denkmalschutz geleistete verantwortungsvolle Arbeit zur Erhaltung unseres kulturellen Erbes einer breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Mit dem Erlass des neuen Statuts wurde auch die Organisationsstruktur des Bundesdenkmalamts reformiert und vereinfacht, um eine den Erfordernissen der Zeit angepasste Arbeitsweise abzubilden.

Die 2010 umgesetzte Neupositionierung der Förderungen für öffentliche Büchereien, die zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des Büchereiwesens in Österreich auf den Weg brachte, wurde 2011 mit dem Beschluss zur Umsetzung eines Bücherei-Entwicklungsplans fortgesetzt. Eine vom BMUKK eingesetzte Arbeitsgruppe erstellt einen schrittweisen Masterplan zur flächendeckenden Versorgung mit Literatur und Information für alle Österreicherinnen und Österreicher. Dieser wird die bestehenden Strukturen des öffentlichen Büchereiwesens analysieren, die Aufgaben von öffentlichen Büchereien konkretisieren sowie Strategien und Empfehlungen für die Büchereientwicklung formulieren.

Teil des Kulturberichts ist auch der Restitutionsbericht 2011. In diesem Jahr hat der Kunstrückgabebeirat in 5 Sitzungen 10 Empfehlungen ausgesprochen (darunter auch die viel beachtete Causa des Werks von Jan Vermeer "Die Malkunst"), denen die zuständigen BundesministerInnen wieder ausnahmslos gefolgt sind.

Eine nachhaltige Umsetzung der Kulturvermittlung findet in der Kunst und Kultur statt. Mit der Verschränkung von Kulturinstitutionen, Künstlerinnen und Künstler mit Schulen wird die Jugend für die Kunst und Kultur begeistert. Dazu gehören vor allem die Programmschienen Macht/schule/theater, "Kunst macht Schule", die Vermittlungsprogramme im Rahmen des Freien Eintritts und Culture Connected. Die partizipative Verbindung von Schulen und Kunstinstitutionen wird durch erfolgreiche Programme im Rahmen der Kunstförderung fortgesetzt und erweitert.

Die Positionierung Österreichs im internationalen Kontext steht auch in den Bereichen Kunst und Kultur im Mittelpunkt des BMUKK. Durch die Internationalisierung der Kulturpolitik und Verstärkung der Präsenz österreichischer Kunst und Kultur im Ausland wird entsprechend dem Regierungsprogramm ein modernes und zeitgemäßes Bild Österreichs in anderen Ländern vermittelt. Das besondere Interesse gilt dabei der Entwicklung der Potenziale von jungen KünstlerInnen, etwa in Form von Artist-in-Residence Programmen.

Spezifische Instrumente in der internationalen Kulturpolitik sind die Umsetzung der zahlreichen bilateralen Kulturabkommen und Memoranda of Understanding, aber auch das Einbringen in multilaterale Organisationen (z.B. UNESCO, Europarat) und kulturpolitische Netzwerke. Durch spezifische kulturpolitische Projekte wird österreichischen zeitgenössischen KünstlerInnen die Möglichkeit zur Entwicklung sowie ihrer nachhaltigen internationalen Positionierung geboten, wobei auch hier der Frauenförderung besonderes Augenmerk geschenkt wird.

Für eine lebhafte Kunst- und Kulturlandschaft spielen die internationale Zusammenarbeit, der Austausch und eine Atmosphäre des Voneinander Lernens auf allen Ebenen - Politik, Verwaltung, Kunst-und Kulturszene - eine große Rolle. Die Aktivitäten der Sektion Internationale Angelegenheiten in EU-kulturpolitischen Belangen konzentrieren sich darauf, die entscheidenden Weichenstellungen für eine starke Positionierung des österreichischen Kunst- und Kultursektors in der EU zu legen. Die Gestaltung der EU-Kulturpolitik im Ministerrat und in den EU-weiten ExpertInnengruppen, das Mainstreaming von kulturellen Interessen in andere EU-Politikbereiche sowie die Unterstützung von EU-Kulturprojekten durch die Kontaktstellen "Cultural Contact Point Austria" für das EU-Kulturprogramm und "Europe for Citizens Point Austria" für das EU-Programm Europa für BürgerInnen gehören zu den Schwerpunkten der Tätigkeiten.

Kunst- und Kulturbericht 2011 sind unter folgenden Links
http://www.bmukk.gv.at/kultur/bm/kulturbericht_2011.xml und
http://www.bmukk.gv.at/kunst/bm/kunstberichte.xml abrufbar.

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Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz
Pressesprecherin
Tel.: +43 1 53120 5030
julia.flunger-schulz@bmukk.gv.at
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