ORF III beleuchtet die Medizin in Sachen Wunschkind und begrüßt im "science.talk" Nobelpreisträger Eric Kandel

Am 27. Juni im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information beleuchtet am
Mittwoch, dem 27. Juni 2012, in zwei "kreuz und quer"-Dokumentationen die Möglichkeiten und Grenzen der Reproduktionsmedizin, die kinderlosen Paaren zum Nachwuchs verhelfen will. Im Anschluss stehen die Entdeckungen des Hirnforschers Eric Kandel im Mittelpunkt: Im "science.talk" verrät der gebürtige Wiener, wie unser Gehirn funktioniert und woher die Lernfähigkeit des Menschen kommt? Ein "ORF III spezial" beschäftigt sich mit den traumatischen Kindheitserlebnissen des Nobelpreisträgers und warum sie ihn dazu bewogen haben, eine persönliche Reise in sein eigenes Gedächtnis zu machen.

"kreuz und quer: Kinder auf Wunsch" (20.15 Uhr)

Das erste österreichische Retortenbaby kam vor 30 Jahren zur Welt, mittlerweile ist diese Methode Routine. Angesichts der inzwischen erlangten Fortschritte in der genetischen Diagnostik und der Möglichkeit, Eizellen schockzugefrieren, um sie erst Jahre später wieder einzupflanzen, tun sich neben einiger verheißungsvoller Aussichten auch viele problematische Aspekte auf: Der Eugenik seien Tür und Tor geöffnet, heißt es vonseiten der Kritiker. Das langfristige Einfrieren von befruchteten oder unbefruchteten Eizellen ist ein legaler Graubereich. Für viele Paare, die nach unzähligen fruchtlosen Versuchen endlich ein Kind haben wollen, wäre das Einsetzen einer fremden Eizelle die letzte Option. Das ist in Österreich allerdings nicht erlaubt. In Tschechien und Spanien haben sich Kliniken deshalb auf deutschsprachige Patientinnen spezialisiert.

"kreuz und quer: Projekt Baby - Was darf die Reproduktionsmedizin?" (20.50 Uhr)

Die privaten und beruflichen Verhältnisse sind geklärt: Ein Kind kann kommen, doch es kommt nicht. Laut Statistik geht in den westlichen Industrienationen der Kinderwunsch bei einem Viertel aller Paare nicht in Erfüllung. Unzählige Paare nehmen oft hohe Kosten und Hürden auf sich, um doch noch Nachwuchs zu bekommen. Obwohl die moderne Wissenschaft mit ihren verschiedenen Techniken der Reproduktionsmedizin vielen zu ihrem Glück verhelfen kann, ist die künstliche Befruchtung auch mit Risiken für Mutter und Kind behaftet, die je nach Behandlungsmethode variieren: Mehrlingsschwangerschaft, Frühchen und Fehlbildungen können die Folge sein.

Rechtfertigt der Wunsch nach Kindern jeden künstlichen Eingriff? Welche Konsequenzen haben diese Techniken für Kinder und Paare? Soll die Reproduktionsmedizin alles dürfen, was sie kann? Michael Hofer diskutiert darüber mit dem Reproduktionsmediziner Wilfried Feichtinger, der Ethikerin Hille Haker, der Gynäkologin Barbara Maier und dem Rechtsphilosoph Reinhard Merkel.

"science.talk: Eric Richard Kandel" (21.45 Uhr)

Wie funktioniert unser Gehirn? Woher kommt die Lernfähigkeit des Menschen? Welche Unterschiede gibt es bei der Funktion von Kurz- und Langzeitgedächtnis? Fragen, die Neurowissenschafter täglich beschäftigen. Einer der bedeutendsten Vertreter dieses Fachgebiets ist der 83-jährige gebürtige Wiener Eric Richard Kandel. Für seine Entdeckungen der Signalübertragung im Nervensystem erhielt er im Jahr 2000 den Nobelpreis für Medizin. Seine wissenschaftliche Karriere machte er in den USA, in die er im Jahr 1939, während der NS-Herrschaft, emigrierte. Im "science.talk" mit ORF-III-Moderatorin Barbara Stöckl spricht der Experte über sein bewegtes Leben und erklärt, was den menschlichen Verstand ausmacht.

ORF III spezial: "Auf der Suche nach dem Gedächtnis - Der Hirnforscher Eric Kandel" (22.20 Uhr)

Seine Entdeckungen haben das Bild des Menschen revolutioniert, weshalb er in der Fachwelt zu den ganz Großen der Wissenschaft zählt. Einer breiten Öffentlichkeit in Österreich ist er dennoch unbekannt:
Hirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel. Nach dem Einmarsch der Hitlertruppen musste der gebürtige Wiener Jude im Alter von neun Jahren sein Heimatland verlassen. Sein Forschungsthema hängt eng mit seinen traumatischen Kindheitserlebnissen während der Nazizeit in Wien und mit dem Holocaust zusammen. Mit der Filmemacherin Petra Seeger wagte Eric Kandel eine sehr persönliche Reise in sein eigenes Gedächtnis und erinnert sich an sein dramatisches Leben. In einer außergewöhnlichen Dokumentation bringt Kandel charismatisch, spannend und verständlich die Grundlagen seiner Entdeckungen auf den Punkt und verrät, wie es ihm gelang, die Vorgänge des menschlichen Gehirns zu enträtseln.

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