Berlakovich bei Temelin-Hearing : Klare Absage an die Atomenergie

Öffentliche Anhörung zum Ausbau des AKW Temelin heute in Budweis

Wien (OTS) - Heute, Freitag, findet in Budweis (Tschechien) das Hearing im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung zum Ausbau des Kernkraftwerks in Temelin statt. Umweltminister Niki Berlakovich bringt dort persönlich die Bedenken Österreichs ein: "Atomkraft ist eine Todesenergie, sie ist weder sicher, noch beherrschbar. Niemand kann uns die absolute Sicherheit von Atomkraftwerken garantieren. Das haben uns auch Tschernobyl und Fukushima deutlich gezeigt. Die atomare Wolke macht vor Staatsgrenzen keinen Halt. Mir geht es um maximale Sicherheit der Menschen. Ich fordere von den tschechischen Behörden, dass die Anliegen und Bedenken aus Österreich ernst genommen und im Verfahren aufgenommen werden."

"Die vorgelegten Unterlagen sind in vielen Bereichen unvollständig und unzureichend. Es geht nicht daraus hervor, um welchen Reaktortyp es sich überhaupt handelt und zentrale, sicherheitsrelevante Fragestellungen sind unzureichend beantwortet. Wir fordern im Rahmen weiterer bilateraler Konsultationen ein Monitoringprogramm, in dem noch nicht vorliegende Informationen verfügbar gemacht und offene Fragen geklärt werden." so Berlakovich.

Bereits im Vorfeld des Hearings sind tausende schriftliche Einwendungen und Unterschriftenlisten von besorgten Menschen, kritische Stellungnahmen von Behörden und Bundesländern eingetroffen. "Da wir bedroht sind, müssen wir auch mitreden dürfen! Sogar bei einer simplen Baubewilligung reden die Nachbarn mit. Wir haben uns von Beginn an am grenzüberschreitenden Umweltverfahren beteiligt und alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, um gegen den Ausbau Stellung zu beziehen. Wir fordern die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards und die ständige Verbesserung der nuklearen Sicherheit. Menschenleben dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.", so der Minister weiter.

Weiters forderte der Umweltminister, der auch darauf hinwies, dass einschlägige internationale und bilaterale Abkommen einzuhalten sind, in dem Zusammenhang die Errichtung einer Europäischen Nuklearsicherheitsbehörde, bei der die Befugnisse und Kompetenzen zentralisiert werden.

"Atomkraft darf keine Zukunft haben. Rund ein Jahr nach dem verheerenden Unfall in Fukushima noch auf Atomkraft zu setzen, ist verantwortungslos und fahrlässig.", so Berlakovich abschließend.

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