StS Kurz: "Österreich und Deutschland haben im Integrationsbereich ähnliche Herausforderungen"

"Integration darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern sollte möglichst früh beginnen", sagte Kurz am 21. Juni 2012 bei den "Nürnberger Tagen für Integration" in Deutschland.

Wien (OTS) - "Österreich und Deutschland haben im Integrationsbereich ähnliche Herausforderungen - ich freue mich daher besonders, dass ich die Möglichkeit habe, unseren "österreichischen" Weg im Bereich der Integration vorzustellen", sagte Staatssekretär Sebastian Kurz am 21. Juni bei der Konferenz "Nürnberger Tage für Integration. Gelebte Vielfalt - von der Realität zur Normalität?" in Nürnberg (Deutschland). "Österreich macht viel, um Integration zu ermöglichen. Wir haben eine lange Tradition für ein friedliches Zusammenleben diverser Kulturen und Religionen", so der Staatssekretär.

Eröffnet wurde die Konferenz vom Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt. Die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden und Ämtern steht noch ganz am Anfang, doch für den Staatssekretär sei in diesem wichtigen Bereich der Austausch mit den deutschen Kollegen sehr wichtig, um "inhaltlich auch Synergien nutzten zu können", betonte Kurz. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Integrationsabteilung im österreichischen Innenministerium ist bereits initiiert.

Österreich profitiert wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich von Menschen mit Migrationshintergrund. "Nicht Herkunft, Religionszugehörigkeit oder Ethnie zählen, sondern die Bereitschaft eines jeden Einzelnen, im Arbeitsleben und Alltag einen Beitrag zu leisten, um ein gutes Zusammenleben auch langfristig möglich zu machen. Menschen mit Migrationshintergrund sollen aber dabei nicht ihre Wurzeln verleugnen.

Für erfolgreiche Integrationsbiographien ist es nicht nur entscheidend, dass Integration geschieht, sondern auch, wann sie geschieht. "Integration darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern sollte möglichst früh beginnen - bei Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft", erklärte Kurz. Er betonte in seinem Vortrag, dass Deutsch der Schlüssel zur Integration in Österreich sei. "Ohne Deutschkenntnisse ist keine Teilnahme an der österreichischen Gesellschaft möglich", sagte Kurz. Das Staatssekretariat versucht durch verschiedene Sprachprojekte die Sprachkenntnisse der Zuwanderinnen und Zuwanderer zu fördern und zu unterstützen.

Am Rande der Konferenz traf Kurz mit der deutschen Staatsministerin Dr. Maria Böhmer, der Integrationsbeauftragten der deutschen Bundesregierung, und dem Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Dr. Manfred Schmidt, zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Im Zentrum des Arbeitstreffens standen die Willkommenskultur "Integration von Anfang an", E-Learning und Sprachförderung, die Neugestaltung des europäischen Solid-Fonds 2014 bis 2020 sowie praktische Beispiele von Integrationsmaßnahmen in Österreich.

Auf EU-Ebene wird derzeit über die Neugestaltung der Solid-Fonds (Solidarität und Steuerung der Migrationsströme) 2014 - 2020 verhandelt, unter anderem über einen geplanten "Asyl- und Migrationsfonds", der die bisherigen Fonds: Europäische Integrationsfonds (EIF) & Europäische Flüchtlingsfonds (EFF) inkludieren soll. "Die adäquate Neugestaltung der europäischen Solid-Fonds ist sowohl für Österreich als auch für Deutschland ein zentrales Anliegen. Unsere Positionen sind sehr ähnlich", betonte Kurz. So machen sich Österreich und Deutschland unter anderem gemeinsam für eine Ausweitung der Zielgruppe auf Zuwanderer aus EU-Staaten sowie Österreicher/Deutsche mit Migrationshintergrund stark.

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