Rio+20: Katholische Aktion Wien enttäuscht über Zwischenergebnis

KA-Wien Präsident Schleicher befürchtet Einigung ohne Verhandlung

Wien (OTS) - Wien, 21.6.2012 (PEW) Die Katholische Aktion Wien befürchtet, dass aufgrund der bereits vor der Rio+20-Konferenz getroffenen Beschlüsse die Menschenrechte, Sozial- und Umweltstandards nicht ausreichend in die finale Abschlusserklärung Eingang finden. Der Diskussionsprozess über Inhalte unter der Beteiligung aller wäre eine Chance für eine Einigung auf tragfähiger Basis gewesen. Durch den abgekürzten Prozess werden monatelange Forschungsarbeit von NGOs, Umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen ignoriert und Hoffnungen auf eine weltweite, verbindliche Klimapolitik und Kehrtwende in der derzeitigen Wirtschaftsweise enttäuscht. Zudem wird vieles als "grün" vereinnahmt wie z.B. Atomkraft, Mega-Staudämme, Gentechnologie und Agrotreibstoffe, deren Nutzungen fatale ökologische und soziale Folgen nach sich ziehen.
"Die Zeit des politischen und gewinnorientierten Taktierens ist vorbei. Wir müssen uns gemeinsam und weltweit den Herausforderungen stellen, genau hinschauen, differenziert urteilen und entschlossen handeln. Bundesminister Berlakovich sollte seine Verantwortung als österreichischer Entscheidungsträger für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Zukunft wahrnehmen, indem er gestärkt durch Networking und Allianzen in Rio den von ihm geforderten Neustart des UN-Gipfels betreibt", meint der Präsident der Katholischen Aktion Wien, Rembert Schleicher.

KA-Positionspapier zu Agrotreibstoffen
Die KA-Wien hat im Vorfeld zu Rio+20 ein Positionspapier zum Thema Agrotreibstoffe verabschiedet. Sie kritisiert, dass Agrotreibstoffe als ökologische und ökonomische Lösung für die Energiekrise propagiert werden. Tatsächlich verursachen sie aber Hungersnöte, soziale Unruhen, gewaltsame Landnahmen und Vertreibungen.

KA-Wien trägt zur Bewusstseinsbildung bei
Die KA-Wien trägt mit Aktionen zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei, beispielsweise mit der Durchführung von Diskussionsveranstaltungen (s. Video auf www.okto.tv/andererseits), mit der Aktion Autofasten (www.autofasten.at) oder der inzwischen österreichweit gefragten Wanderausstellung "Unser täglich Brot im Autotank", die für Pfarren und Bildungseinrichtungen unter www.welthaus.at/wien bestellt werden kann. Die Ausstellung will animieren, selbst aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

Forderungen der KA für eine zukunftsweisende Umweltpolitik Angesichts des sich abzeichnenden unbefriedigenden Minimalkonsenses bei "Rio+20" fordert die KA- Wien von den österreichischen Delegierten und Teilnehmer/innen in Rio und von allen Entscheidungsträger/innen in Österreich sich einzusetzen
- für einen Neustart der UN-Konferenz gemeinsam mit anderen Ländern, - für die Einhaltung der Menschenrechte und der Kriterien der Nachhaltigkeit,
- für eine neue Wirtschaftsordnung, die globale Verteilungsgerechtigkeit garantiert und den Interessen aller Menschen und der Umwelt dient,
- für intelligente und nachhaltige Verkehrskonzepte und
- für staatliche Lenkungsmaßnahmen wie eine ökologische Steuerreform mit der Zweckbindung ihrer Einnahmen sowie eine ökologische Raumplanung.

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Dr. Franz Vock
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