Mailath ehrt Schriftsteller Hugo Schanovsky und Julius Müller

Wien (OTS) - Zwei Persönlichkeiten, die sich neben ihrem Brotberuf zeit ihres Lebens auch der Schriftstellerei gewidmet haben, wurden am Dienstag im Wiener Rathaus von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ausgezeichnet: Prof. Hugo Schanovsky, Bürgermeister von Linz a. D und Schriftsteller, erhielt das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien. Prof. Julius Müller, ehem. Mitarbeiter der Bestattung Wien, wissenschaftlicher Betreuer des Bestattungsmuseums Wien und Schriftsteller, wurde das Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien überreicht.

"Was von uns bleibt, sind die kulturellen Leistungen und geistigen Werte", betonte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Ehrung. "Hugo Schanovsky und Julius Müller Persönlichkeiten verbindet die Kunst. Beide haben sich neben ihrem Brotberuf dem Schreiben gewidmet. Hugo Schanovsky hat 67 Bücher geschrieben und genauso viele Manuskripte liegen in der Lade und warten darauf, verlegt zu werden. Julius Müller hat sich mit Sensibilität und Humor dem Thema Tod literarisch angenähert".

"Zweihundert Bücher und mehr als tausend Gedichte hat Schanovsky verfasst, darunter Künstlerbiographien über Haydn, Mozart, Schubert, Raimund, Nestroy, Mahler und Freud", hebt Laudator Johannes Eichinger-Wimmer, Landessekretär des Pensionistenverbandes Oberösterreich, die Affinität des ehem. Linzer Bürgermeisters zu Wien hervor.

Mag. Dr. Christian Fertinger, Direktor Bestattung Wien und Friedhöfe, hob die Leistungen seines ehemaligen Mitarbeiters als Betreuer des Bestattungsmuseums sowie dessen schriftstellerischen Verdienste hervor: "Die Kultur, die man den Verstorbenen entgegenbringt, Würde und Respekt, entspricht der Kultur, die man den Lebenden entgegenbringt. Julius Müllers Bücher sind lehrreich und trotz des sensiblen Themas amüsant".

Zwt: Biographie Hugo Schanovsky
Hugo Schanovsky wurde 1927 in Steyr (Oberösterreich) geboren. Er besuchte das Gymnasium in Linz, wo er 1946 maturierte.
Schon im Jahr 1947 begann Hugo Schanovsky seine berufliche Laufbahn bei der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter in Linz, wo er in eine leitende Funktion aufstieg. Daneben engagierte er sich in der SPÖ-Linz. 1967 zog er für die SPÖ in den Linzer Gemeinderat ein, wo er ab 1969 Mitglied des Stadtsenats war. Schon in diesem politischen Abschnitt war er auch als Schriftsteller tätig, und von 1969 bis 1979 Kulturstadtrat (SPÖ) der Stadt Linz, sowie von 1979 bis 1984 Vizebürgermeister dieser Stadt. Während seiner Zeit als Bürgermeister (SPÖ) der Stadt Linz von 1984 bis 1988 war er auch Bezirksvorsitzender der SPÖ Linz.
Schanovsky setzte sich dafür ein, das negative Image von Linz als verschmutzte Industriestadt zu bekämpfen, mit seinem Slogan "Linz muss die sauberste Industriestadt Österreichs werden" zog er im Jahr 1985 erfolgreich in den Wahlkampf. Seine eingeleiteten Umweltschutzmaßnahmen in Kombination mit dem Ausbau kultureller Angebote konnten tatsächlich die Umweltbelastung senken und auch das schlechte Image der oberösterreichischen Landeshauptstadt erheblich abbauen.
Seit seiner Pensionierung 1988 widmet er sich ausschließlich seiner Tätigkeit als Schriftsteller. Hugo Schanovsky hat bisher 69 Bücher verfasst, Manuskripte für 50 weitere vermachte er 2007 der Stadt Linz für die "Sammlung Schanovsky" im Wissensturm. Ebenfalls 2007 erschien seine umfassende Autobiografie "Herzblut statt Tinte -ein literarisches Leben".
Im Jahr 1997 wurde Hugo Schanovsky der Berufstitel "Professor" verliehen. Ihm wurde auch der Titel "Ehrensenator" der Johannes Kepler Universität Linz zuteil.

Zwt: Biographie Julius Müller
Julius Müller wurde am 1939 in Wien (laut Auskunft der Homepage der Bestattung Wien) geboren. Im Jahr 1971 begann seine Laufbahn bei der Bestattung Wien, zunächst als Aufnahmebeamter, später und für viele Jahre als Leiter des Schulungsreferates. Besondere Verdienste erwarb sich Müller als stellvertretender Leiter und wissenschaftlicher Betreuer des Bestattungsmuseums Wien, das allergrößtes öffentliches Interesse findet, nicht nur bei Kulturwissenschaftlern, sondern und vor allem bei Touristen, die Wien einen morbiden Charme unterstellen und diesen auch schätzen.
Im Jahr 1999 schied Müller bei der Bestattung Wien aus und konzentriert sich seither verstärkt auf seine literarische Karriere, die allerdings schon 1981 begonnen hat. Als Autor konzentrierte sich Müller ganz auf die Themen Tod und Sterben. Der Band "Man stirbt nur einmal" - eine humorige Abwandlung eines James-Bond-Titels, der als Agent bekanntlich zweimal sterben konnte - liegt mittlerweile nicht nur in zweiter Auflage vor (Wien: Seifert 2005), sondern auch als Hörinszenierung, gelesen von Adi Hirschal mit Musik der Gruppe "Schrägseitn" (Wien: Seifert 2007). Auch der Band "Es ist fast ein Vergnügen zu sterben" (Wien: Seifert 2008), der laut Untertitel "Besinnliches und Heiteres über das Ende alles Irdischen" versammelt, befindet sich schon in der zweiten Auflage. Seine Lesungen mit musikalischer Begleitung, die unter dem Motto "Literarischer Leichenschmaus" stehen, erfreuen sich großer Beliebtheit, so z. B. auf der Internationalen Fachmesse für Bestattung und Friedhof, "Quo Vadis".
2007 wurde Müller der Berufstitel "Professor" von Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, verliehen.

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