Bischöfe: Probleme rund um Reproduktionsmedizin nicht negieren

Erklärungen der Österreichischen Bischofskonferenz zu Ethik des Lebens, Europa, "Jahr des Glaubens" und "Rio+20"

Mariazell, 21.06.12 (KAP) Die zahlreichen ethischen, gesundheitlichen und psychischen Probleme rund um die Reproduktionsmedizin dürfen nicht negiert werden. Das fordert die Österreichische Bischofskonferenz in einer am Donnerstag veröffentlichten ausführlichen Erklärung zur Ethik des Lebens. Es sei nicht jedes Mittel zu rechtfertigen, die heutzutage verbreitete Unfruchtbarkeit zu umgehen; In-Vitro-Fertilisation und Präimplantationsdiagnostik seien abzulehnen, so die Bischöfe zum Abschluss ihrer Sommersession in Mariazell. Schwerwiegende Einwände erheben sie auch gegen künstliche Befruchtung in Fällen, in denen das "Recht der Kinder auf Vater und Mutter" von vornherein missachtet wird.

Die Bischöfe verlangen angesichts der Komplexität des Themas und der "weithin verschwiegenen" Probleme einen breiten öffentlichen Diskurs über die ernsten ethischen und rechtlichen Fragen, die durch die Reproduktionsmedizin aufgeworfen werden. "Dabei muss es immer um die Würde des Menschen, ganz besonders aber um das Wohl des Kindes gehen."

Angesichts der derzeitigen Situation der Europäischen Union appellierten die österreichischen Bischöfe für eine "Solidarität in und mit Europa". Die EU befinde sich in der "wohl größten Bewährungsprobe seit Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion". Gerade jetzt brauche es "Institutionen der Solidarität genauso wie die persönliche gelebte Solidarität der Menschen untereinander". Die Bischöfe selbst wollen ein Zeichen setzen und werden ihre nächste Vollversammlung vom 5. bis 8. November in Brüssel abhalten, auch "um sich selbst über die konkreten Entwicklungen, Vorhaben und Schritte vor Ort zu überzeugen".

Für das mit 11. Oktober 2012 beginnende "Jahr des Glaubens" haben Österreichs Bischöfe zahlreiche Veranstaltungen und Initiativen geplant. Die Beschäftigung mit den Konzilsdokumenten und die Erneuerung des Glaubens sollen dabei im Zentrum stehen.

Im Blick auf den UN-Umweltgipfels "Rio+20" in Brasilien unterstützen die Bischöfe Forderungen an die österreichische Regierung, Kürzungen bei der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen und "einen verbindlichen Stufenplan zur Erhöhung der finanziellen Mittel" dafür festlegen. Ebenso befürwortet sie die Bemühungen der Regierung um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer: "Die damit lukrierten Einnahmen sollten zur Armutsbekämpfung verwendet werden."

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