Tod nach Zahnoperation

Zahnärztliche Vorsorge statt Vollnarkose

Wien (OTS) - Der tragische Tod des 4jährigen Kindes in Graz nach einem Narkosezwischenfall anlässlich einer Zahnoperation gibt der Frage nach der zahnärztlichen Betreuung von Kindern traurige Aktualität.

Die Tatsache, dass bei einem vierjährigen Kind die Karies so weit fortgeschritten ist, dass die Extraktion von 10 Zähnen erforderlich ist, ist ein deutlicher Hinweis auf fehlende Zahnvorsorge.

Die österreichischen Zahnärzte haben seit mehr als 20 Jahren immer wieder gefordert, dass zahnärztliche Untersuchungen in den Leistungsumfang des Mutter-Kind-Passes aufgenommen werden. Diese Forderungen wurden in der Vergangenheit von allen Gesundheitsministern zurückgewiesen, obwohl nicht nur der Oberste Sanitätsrat, sondern auch zahlreiche nationale und internationale Experten die Sinnhaftigkeit immer wieder betont haben.

Die Österreichische Zahnärztekammer darf neuerlich darauf hinweisen, wie wichtig die Aufnahme von zahnärztlichen Leistungen in dieses größte österreichische Gesundheitsvorsorgeprojekt wäre.

Auch im Sozialversicherungsbereich haben die Zahnärzte bereits vor mehr als zwei Jahren wesentliche Verbesserungen bei der Kinderzahnbehandlung gefordert. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und die Krankenkassen haben allerdings Verhandlungen über dieses wichtige Vorhaben bis heute verschleppt. Gerade in einkommensschwachen Familien wäre die Sozialversicherung gefordert, dringend notwendige zahnärztliche Vorsorge- und Behandlungsmaßnahmen für Kinder finanziell zu ermöglichen.

Narkosezwischenfälle können immer wieder auch ohne Verschulden der behandelnden Ärzte vorkommen, daher sollte es ein Anliegen von uns allen sein, die Notwendigkeit von Behandlungen in Vollnarkose soweit wie möglich zu reduzieren. Wirkungsvolle Maßnahmen in der zahnärztlichen Vorsorge zeigen dafür einen Weg auf.

Der vorbeugende Besuch beim Zahnarzt kann in den meisten Fällen die Narkose ersparen!

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Österreichische Zahnärztekammer
Tel. 05 05 11 - 0
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