"KURIER"-Kommentar von Stefan Galoppi: "Lizenz zum Schützen"

Blauhelme müssen Gewalt gegen Zivilisten nicht länger tatenlos hinnehmen.

Wien (OTS) - Die UNO hat aus den Debakeln der Vergangenheit
gelernt: Nie mehr soll es zu Skandalen wie im Juli 1995 in Srebrenica kommen, wo der niederländische Blauhelm-Kommandant Thomas Karremans mit Ratko Mladic die Gläser klingen ließ, währenddessen Soldaten Tausende Bosniaken abschlachteten.
Das Mandat der UNO-Soldaten auf den Golan-Höhen wurde jetzt angesichts der Gewaltorgie in Syrien "neu interpretiert" (siehe Bericht Seite 7). Wenn syrische Zivilisten sich in Zukunft vor den Truppen von Bashar al-Assad in die Pufferzone retten, müssen sie von den Blauhelmen mit Waffengewalt verteidigt werden.
Diese Entscheidung erhöht natürlich das Risiko der Österreicher vor Ort, in Kampfhandlungen verwickelt zu werden. Sie schafft aber auch mehr Sicherheit für die Menschen. Das Regime wird es sich zwei Mal überlegen, die internationale Gemeinschaft herauszufordern. Letztlich muss auch die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen geschützt werden. Unklare und passive Aufträge machten es in letzter Zeit immer schwerer, Blauhelme zu rekrutieren. Das robuste Mandat für die Golan-Truppe signalisiert jetzt, dass es die UNO ernst meint und dass sie ernst zu nehmen ist.

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