Neubau der WKNÖ-Bezirksstelle Baden:

Siegt schließlich die Vernunft?

Baden (OTS) - Der Neubau des Bezirksstellengebäudes der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) in Baden steht unter keinem guten Stern. Bereits 2010 fanden die ersten eingehenden Vorgespräche mit der Baubehörde statt. Mittlerweile befindet sich das Verfahren in der dritten Instanz, nachdem die WKNÖ gegen den negativen zweitinstanzlichen Bescheid Vorstellung beim Land Niederösterreich erhoben hat. Der Bau verzögert sich somit bereits über ein Jahr. Laut ursprünglichen Plänen wäre die Fertigstellung für Dezember 2012 geplant gewesen.

Die WKNÖ hatte geplant , das vorhandene nicht denkmalgeschützte Bezirksstellen-Gebäude in der Bahngasse 8 abzureißen und stattdessen ein barrierefreies, kundengerechtes Servicecenter zu errichten. Dieses sollte auch in ökologischer Hinsicht dem Stand der Technik entsprechen. "Wir haben bereits in der Vorphase des Verfahrens unsere Sorgfaltspflichten als Bauwerberin sehr ernst genommen." Schließlich, so Direktor Wiedersich, verfüge die WKNÖ über einige Erfahrung in Bausachen: " Wir investieren in ganz Niederösterreich insgesamt 28 Millionen Euro in den Ausbau unseres Bezirksstellennetzes."

Eingehend erörtert

Alle Pläne seien bereits 2010 eingehend mit der Baubehörde in einem 5-monatigen (!) Prozess erörtert worden. Und auch die Schutzkommission wurde von Beginn an eingebunden, betont WKNÖ-Direktor Franz Wiedersich. So habe sich Architekt Neururer auf Ersuchen der WKNÖ bereit erklärt, in der Jury des Architektenwettbewerbes als Vertreter der Schutzzonenkommission mitzuwirken. Das Gutachten der Kommission fiel positiv aus, zwei Einwendungen von Nachbarn wurden als unbegründet zurückgewiesen. Die erstinstanzliche Bauverhandlung führte schließlich zu einem positiven Bescheid, gegen den von den Rechtsvertretern der Nachbarn berufen worden ist.

Radikaler Meinungsumschwung

Der radikale Meinungsumschwung erfolgte dann in der zweiten Instanz:
"Das Gutachten der ersten Instanz wurde verworfen, Befangenheiten konstruiert und uns als Bauwerberin wurden bürokratische Verfahrenshindernisse in den Weg gelegt", schildert WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. So ist der auf Ersuchen der WKNÖ in die Jury des Architektenwettbewerbes aufgenommene Vertreter der Schutzzonenkommission für befangen erklärt und das erstinstanzliche Gutachten geändert worden. "Diese neuerliche Bearbeitung des Gutachtens beanspruchte dann offenbar so viel Zeit, dass es uns nicht mehr möglich war, innerhalb der notwendigen Frist ein Obergutachten einzuholen", zeigt sich WKNÖ-Direktor Franz Wiedersich ebenfalls sehr verärgert. "Und was dem Fass den Boden ausschlägt", so Präsidentin Zwazl. "Der Bürgermeister wurde als Baubehörde 1. Instanz für befangen erklärt, nur weil er Mitglied der Wirtschaftskammer ist." Folge man dieser Logik, dürfe kein Bürgermeister, der Unternehmer ist, in einem Bauverfahren entscheiden. Schlussendlich habe die WKNÖ vom negativen Bescheid zuerst aus den Medien Kenntnis erlangt.

Sorgen um den Wirtschaftsstandort

"Geht man so mit einem Bauwerber um?", fragt WKNÖ-Chefin Zwazl. Sie mache sich ernsthaft Sorgen um den Wirtschaftsstandort, dass Mitgliedsunternehmen als Investoren in Baden ein ähnliches Schicksal erleiden würden wie ihre Interessenvertretung, meint die Präsidentin:
"Bei unseren Beratungen weisen wir immer darauf hin, wie wichtig es ist, das Bauvorhaben eingehend mit der Behörde zu erörtern." Nur so sei ein möglichst reibungsloses Verfahren gewährleistet. "In Baden haben wir uns genau so verhalten und sind dafür bestraft worden.".

Grüne Wiese kommt nicht in Frage

Die Präsidentin hatte ihren Unmut dem Bürgermeister auch brieflich kundgetan, dessen Antwort fiel unbefriedigend aus: "Wir sollten unseren Neubau im Betriebsgebiet Haidhof errichten. Eine Lösung, die für uns unter keinen Umständen in Frage kommt - wir verraten unsere Philosophie nicht. Die Erhaltung der Ortszentren war und bleibt uns ein großes Anliegen!" Bester Beweis: " Wir investieren in ganz Niederösterreich insgesamt 28 Millionen Euro in den Ausbau unseres Bezirksstellennetzes und haben dabei viele vorbildliche Projekte in den Ortszentren umgesetzt." Nicht zuletzt setze die WKNÖ damit gerade in Zeiten schwacher Konjunktur wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass es letztlich zu einem Sieg der Vernunft komme, sagt Zwazl. Nachsatz: ".Ansonsten müssten wir uns im Bezirk um andere Lösungen umsehen."

Fakten und Daten

Das Gebäude in der Bahngasse 8, 2500 Baden, besteht aus einem älteren Teil, der um 1960 umgebaut wurde und um einen um 1900 dazu gekommenen Hoftrakt. Diese Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz (!). Die Liegenschaft befindet sich in einer "Schutzzone mit ensemblebedeutsamen Objekten".

Da das Gebäude in keiner Weise mehr den Anforderungen, die an eine kundengerechte Bezirksstelle gestellt werden, entspricht, wäre ein Servicecenter im Erdgeschoss, ein großer, teilbarer Saal im Obergeschoss, sowie Lager- und Technikräume im Dachgeschoss geplant. Die Gesamtfläche beträgt ca. 790 m2.

Kosten:

Reine Baukosten ca. Euro 2,2 (exkl. USt)
Genehmigte Gesamtkosten Euro 4,3 Mio (inkl. USt)

Ursprünglicher Terminplan:

Hochbauplanung Ausschreibungen - offenes Verfahren Juli - Dezember 2010
Vergaben Planungsleistungen: Oktober 2010
Planung, Einreichung, Gewerke-Ausschreibungen: Juni 2011
Abbruch: Juli 2011
Bauphase: August 2011 - September 2012
Einrichtung: September 2012 - Dezember 2012
Fertigstellung: Dezember 2012

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