Roland Berger Strategy Consultants: Die Zukunft der EU als heißes Thema beim "Summernight Symposium" in Wien

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Unterschiedliches Tempo in Europa -Wie viel Heterogenität verträgt die EU?" fand gestern das 14. Summernight Symposium von Roland Berger Strategy Consultants im Wiener Gartenpalais Liechtenstein statt. Über 500 Unternehmer und Opinion Leader verfolgten die Ausführungen einer hochrangigen Experten-Runde aus Politik und Wirtschaft - und erfreuten sich am anschließenden Sommernachtsfest.

Thomas Mirow, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Moritz Leuenberger, Bundespräsident a. D. der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Thomas Fahnemann, Vorstandsvorsitzender der Semperit AG Holding sowie Martin C. Wittig, Chief Executive Officer von Roland Berger Strategy Consultants, erörterten gestern, Montag, im Rahmen des jährlichen Symposiums von Roland Berger die höchst aktuelle Frage, wie viel Heterogenität die EU verträgt.

Eröffnet wurde das abendliche Symposium von Rupert Petry, Managing Partner im Wiener Büro von Roland Berger. Er betonte in seiner Begrüßungsrede, dass "regional unterschiedliche Wirtschaftsleistungen kein außergewöhnliches Merkmal der EU" seien und verwies dabei auf die USA und insbesondere China, "wo das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf je nach Provinz zwischen 20 und 240 Prozent des chinesischen Durchschnitts ausmacht."

Durch die Veranstaltung führte Roland Falb, seines Zeichens ebenfalls Managing Partner von Roland Berger Strategy Consultants in Wien, der in seiner Einleitung darauf hinwies, dass nicht nur Europa, sondern auch die europäische Politik heterogen sei: "Es scheint, dass die EU mit ihren unterschiedlichen Geschwindigkeiten von den aktuellen Entwicklungen laufend überholt wird", so Falb.

Passend zu den sommerlichen Temperaturen stand dann die Zukunft der Europäischen Union als heißes Thema im Mittelpunkt der Ausführungen einer hochkarätigen Expertenrunde. Die erste Keynote-Rede hielt Thomas Mirow, der als Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) klare Worte zur Währungsunion fand. "Eine Währungsunion verträgt so viel Heterogenität, wie sie in der Lage ist, ein gemeinsames Leitbild und gemeinsame Ziele zu entwickeln", so Mirow, der zur Wiederherstellung des Vertrauens in den Euro "gemeinsam definierte und erreichbare Etappen" forderte. Dabei warnte er vor Generalrezepten: "Wir müssen raus aus der abstrakten Debatte über Sparsamkeit oder Wachstum und gezielter auf die unterschiedlichen strukturellen Bedürfnisse eingehen", empfahl Mirow.

Moritz Leuenberger, Bundespräsident a. D. der Schweizerischen Eidgenossenschaft, wies in seiner Rede auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten in Wirtschaft und Politik hin. Vor allem in Fragen, die eine breite Zustimmung erfordern würden, plädierte er für eine "bewusste Langsamkeit als nachhaltigere Geschwindigkeit". Er verwies dabei auf den Gotthard-Basistunnel, der nur deshalb im Zeit- und Budgetplan gelegen sei, weil ihm vier Volksabstimmungen vorausgegangen waren. Leuenberger legte Europa auch das Prinzip des Föderalismus ans Herz: "Lokale Eigenverantwortung fördert den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern und sorgt für eine Steuermoral", so der Schweizer Altbundespräsident.

Thomas Fahnemann, Vorstandsvorsitzender der Semperit AG Holding, bezeichnete die Heterogenität Europas als Wettbewerbsvorteil, da diese Kreativität fördern und fordern würde. "Kreativität ist der wichtigste Treibstoff, der uns Europäer im globalen Wettbewerb nach vorn bringt", so Fahnemann. Europa habe daher das höchste Potenzial für Modernisierung, "doch gleichzeitig sind wir wohl diejenigen mit der größten Angst vor dem Fortschritt", merkte er kritisch an. Fahnemann appellierte daher an den europäischen Willensgeist: "Wir Europäer könnten viel, wenn wir nur wollten."

Martin C. Wittig, Chief Executive Officer von Roland Berger Strategy Consultants, zeigte sich als bekennender Europäer zuversichtlich, dass die Europäische Union trotz des mühsamen Wegs dorthin letztlich zu mehr "Einheit in der Vielfalt" finden werde. Entsprechend deutlich warnte Wittig vor einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euro: "Eine Auflösung der Eurozone wäre ein unkalkulierbares Risiko und würde sicher kein Wachstumsklima hervorrufen." Der CEO von Roland Berger betrachtete "ein ratifiziertes Bekenntnis zu einem gemeinsamen Regelwerk" als Voraussetzung für Eurobonds und eine Milderung der Sparsamkeitspolitik. Staaten, die diese Regeln brechen, müssten dann aber auch etwas von ihrer Souveränität in der Haushaltspolitik abgeben, so Wittig.

Das an das Symposium anschließende "Sommernachtsfest" bot den über 500 Gästen anschließend eine willkommene Gelegenheit zum weiterführenden Meinungsaustausch und Networking. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Dichte an Entscheidungsträgern zählt die nunmehr seit fast 15 Jahren bestehende Veranstaltung zu den sommerlichen Highlights der heimischen Wirtschaft. Gesehen wurden u. a. Hans-Jörg Gress (CEO Jungbunzlauer), Alfred Heinzel (President & CEO Heinzel Holding), Reinhard Pinzer (CFO Siemens AG Österreich), Walter Hitziger und Peter Umundum (beide Vorstand Österreichische Post AG), Peter Machacek (COO Mondi Group), Werner Neuwirth-Riedl (CFO bauMax), Wolfgang Sobotka (Landeshauptmann-Stellvertreter Niederösterreich), Karl Stoss (Vorstandsvorsitzender Casinos Austria), Karl Sevelda (Vorstand Raiffeisen Bank International), Hanno Soravia (Geschäftsführer Soravia Group), Günther Rabensteiner (Vorstand Verbund), Christian Maier (CFO Porr) und Gergely Pröhle (Stellvertretender Staatssekretär im Ungarischen Außenministerium).

Roland Falb und Rupert Petry, beide Managing Partner von Roland Berger Strategy Consultants, sind sich einig: "Das Summernight Symposium von Roland Berger ist ein Fixtermin für die Spitzen der österreichischen Wirtschaft geworden. Wir freuen uns, dass uns auch in diesem Jahr wieder eine einzigartige Verbindung aus spannenden Vorträgen und einem entspannten Fest im vielleicht schönsten Garten Wiens gelungen ist."

Fotos von der Veranstaltung finden Sie zum Download unter:
http://www.rolandberger.at/exchange/summernight2012/

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