AK: Mehr Redlichkeit statt Ökoschmäh beim angeblichen Jobwunder "green jobs"

Rio+20: Green Jobs können auch ein Hinweis auf wenig nachhaltige Umweltpolitik sein

Wien (OTS) - "Mehr Redlichkeit statt Ökoschmäh. Das angebliche Jobwunder green jobs führt oft in die Irre. Viele sogenannte green jobs können auch ein Zeichen für eine nicht nachhaltige Umweltpolitik sein", sagt AK Umweltexperte Sven Hergovich anlässlich des Weltumweltgipfels diese Woche in Rio. "Der Gipfel will einen Schwerpunkt auf die grüne Wirtschaft setzen. Aber hinter den oft von Landwirtschaftsminister Berlakovich als Jobmaschine gepriesenen green jobs stehen nicht selten schlecht bezahlte, gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze", so Hergovich. Damit green jobs auch gute Jobs sind, müssen sie fair bezahlt sein und dürfen die Beschäftigten nicht zusätzlichen Gesundheitsgefährdungen aussetzen.

Wenn Landwirtschaftsminister Berlakovich von rund 210.000 Green Jobs in Österreich spricht, denken viele an hochbezahlte UmwelttechnikerInnen, die an Windrädern oder Solarkollektoren basteln. "Doch wer glaubt, dass es jede Menge Jobs in diesem Bereich gibt, wird durch solche Zahlen in die Irre geführt", so Hergovich. "Tatsächlich aber sind nur 11.601 der rund 210.000 Green Jobs in der Wirtschaftsabteilung der Energieversor-gung zu finden." Dafür rechnet das Landwirtschaftsministerium 21.300 Handelsangestellte zu den Green Jobs, weil diese etwa auch Bio-Ware verkaufen, obwohl diese Zurechnung laut offizieller Definition von Eurostat verboten ist.

Die Beschäftigungseffekte der "green economy" sind oft rein statistischer Natur. So erhöht jeder Bauer, der von konventioneller auf biologische Produktion umsteigt, die Anzahl der Green Jobs. Aber es wird dadurch kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen. So kommt es, dass mit über 40.000 Erwerbstätige die Land-, Forstwirtschaft und die Jagd den größten Anteil an Green Jobs stellen. "Das ist aber keine "Jobmaschine", so Hergovich.

Möglichkeiten wirklich nachhaltige und umweltfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen sind: Ausbau der Fernwärme, Forcierung der Wärmedämmung und Investitionen in den öffentlichen Verkehr. So könnten mit 100 Millionen Euro 7.300 zusätzliche nachhaltige und umweltfreundliche Jobs im Bereich der thermischen Sanierung geschaffen werden, wobei insbesondere der Bausektor mit seinen 30.155 green jobs profitieren würde.

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