Chemikalienleasing: Österreichische "Erfindung" macht international Schule

Berlakovich: Musterbeispiel für "green economy" - Großes Echo auf internationalen Projektwettbewerb

Wien (OTS) - Um bis zu ein Drittel verringert sich die Menge an eingesetzten Chemikalien, wenn sie für gewerbliche Anwendungen nicht in herkömmlicher Weise angekauft, sondern "geleast" werden. Dieses vom österreichischen Umweltministerium vor rund zehn Jahren initiierte Modell findet mittlerweile in Dutzenden Ländern Anwendung. Beim internationalen Wettbewerb für Chemikalienleasing, der vom österreichischen und vom deutschen Umweltministerium sowie von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) ausgeschrieben wurde, belegten Projekte aus Serbien und Deutschland den ersten Platz. Die Preise werden gestern, Dienstag, abend in Frankfurt am Main überreicht.

Chemikalienleasing macht die Leistung einer Chemikalie zur Basis des Geschäfts. Bezahlt wird nicht nach verkaufter Menge, sondern beispielsweise nach gereinigter Fläche oder behandelter Stückzahl. Damit kommt es in Industrie und Gewerbe zu einem effizienteren Einsatz chemischer Substanzen. Hunderte Anwendungsfälle weltweit sparen tausende Tonnen an Chemikalien ein, ohne dass das zu wirtschaftlichen Einbußen führt.

Dieses innovative Modell ist mittlerweile selbst zu einem bereits mehrfach prämierten Welterfolg geworden. "green economy ist gerade jetzt, während der Rio-Nachhaltigkeitskonferenz in aller Munde. Chemikalienleasing ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich dieser umweltpolitische Grundsatz im betrieblichen Alltag umsetzen lässt. Es führt nicht nur zu Ressourceneffizienz, Abfallvermeidung und geringerem Chemikalieneinsatz, sondern lässt auch 'green jobs' in verschiedenen Sektoren entstehen", betont Umweltminister Nikolaus Berlakovich.

In Österreich wurde das Modell bei Pilotprojekten erfolgreich in die Praxis umgesetzt und in der Folge auch von der UN-Industrieorganisation UNIDO propagiert. Das führt dazu, dass Chemikalienleasing beispielsweise schon in Ägypten, Russland oder Sri Lanka zur Anwendung gekommen ist.

Innovative Hauptpreisträger aus Serbien, Deutschland, Finnland und Kolumbien

Für den internationalen Chemikalienleasing-Wettbewerb sind über 40 Bewerbungen aus 12 Ländern eingetroffen. Von Agrochemikalien über Reinigungsmittel, Farben und Lacke, jegliche Form chemischer Betriebsmittel bis hin zu Energiedienstleistungen wie Beleuchtung spannt sich der Bogen der Anwendungsfelder.

In der Kategorie "Fallbeispiele" teilen sich fünf Unternehmen den ersten Platz, wobei vier von ihnen aus Serbien stammen. Der Kartonagehersteller Bambi wird gemeinsam mit der serbischen Niederlassung von Henkel für die Anwendung von Chemikalienleasing im Verpackungssektor prämiert. Der Getränkeabfüller Knjaz Milos setzt die Methode gemeinsam mit seinem Partner Ecolab Hygiene in der Getränkeindustrie um. Das fünfte preisgekrönte Unternehmen ist die Firma Safechem aus Deutschland, die im Hochleistungs-Reinigungsbereich tätig ist.

In der Kategorie "Beratung" gehen die Auszeichnungen an das Serbische Zentrum für "Cleaner production", an die Gaia-Gruppe aus Finnland und an das Kolumbianische Zentrum für "Cleaner production". Der deutsche Journalist Ralph-Heinrich Ahrens erhält den Preis in der Kategorie "Public Relations". Jeder Hauptpreis ist mit 5.000 Dollar dotiert.

Weitere Informationen: www.chemicalleasing.com

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