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Neues Volksblatt: "Atempause" von Manfred MAURER

Ausgabe vom 19. Juni 2012

Linz (OTS) - Euphorie sieht anders aus. Während Europas Politikern nach der Griechen-Wahl ein Stein vom Herzen fiel, stiegen die Zinsen für spanische und italienische Staatsanleihen. Auch die Aktienbörsen ließen sich nicht zu einem Kursfeuerwerk hinreißen. Wozu auch? Das griechische Wahlergebnis macht zwar etwas Hoffnung, aber Europa wurde in dieser langen Krise schon zu oft von (enttäuschten) Hoffnungen angetrieben, als dass ein nicht ganz so schlimm wie befürchtet ausfallendes Wahlergebnis Begeisterung auslösen könnte.
Die verhaltene Reaktion der Märkte ist das angemessene Statement zu einer Wahl, die nur eine Atempause und das kleinere Übel in die Regierung bringt. Vertrauensvorschuss haben weder Konservative noch Sozialisten verdient. Der (wahrscheinlich) künftige Regierungschef Samaras hat als Oppositionsführer den von Europa erzwungenen Sanierungskurs monatelang ohne Rücksicht auf Verluste hintertrieben, die Sozialisten haben das Land nicht nur heruntergewirtschaftet, sondern im Jahr 2000 mit betrügerischen Methoden Griechenlands Aufnahme in die Euro-Zone erschlichen.
Das verlorene Vertrauen müssen die griechischen Politiker erst zurückgewinnen. Im eigenen Land und bei den europäischen Partnern. Nur wenn die am Sonntag gewonnene Atempause für eine solche Vertrauensbildungsoffensive genützt wird, sind euphorische Reaktionen gerechtfertigt.

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