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Gute Werte für Österreichs Jugendbeschäftigung Aber Krise trifft Jugendliche stärker als Ältere

Wien (PK) - Trotz internationaler Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise konnte Österreich seine EU-weit sehr gute Position im Bereich der Jugendbeschäftigung halten. Zu dieser Kernaussage kommt der Bericht des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich 2010-2011 (III-332 d.B.), der dem Parlament nun vorliegt. Die Krise habe zwar Spuren hinterlassen, Österreich weise jedoch im europäischen Vergleich bei allen Indikatoren, die im Zusammenhang zur Jugendbeschäftigung zu sehen sind und insbesondere Jugendarbeitslosigkeit und Bildungsabschlüsse betreffen, günstige Werte auf, heißt es dazu.

Zweitniedrigste Jugendarbeitslosenrate im EU-Vergleich

So betrug die Jugendarbeitslosigkeit gemäß EUROSTAT in Österreich im Jahr 2011 8,3 %, in den EU-27-Staaten zusammen aber 21,4 %. Damit verzeichnete Österreich nach den Niederlanden im Vorjahr den zweitniedrigsten Wert. Außerdem war in Österreich in den Jahren 2010 und 2011 im Gegensatz zum EU-Durchschnitt die Jugendarbeitslosenrate rückläufig. Als einen wesentlichen Grund für die gute Integration der Jugendlichen in das Beschäftigungssystem nennt der Bericht neben der allgemein relativ niedrigen Arbeitslosigkeit das hoch entwickelte System der beruflichen Erstausbildung und stellt dabei fest, insbesondere die duale Lehrlingsausbildung verschaffe Österreich eine gute Position im internationalen Vergleich.

Jugendliche von Krise stärker betroffen

Trotz dieser vergleichsweise guten Ausgangsposition dürfe aber nicht darüber hinweggesehen werden, dass von der Krise besonders die Jugendlichen betroffen sind, deren Arbeitslosigkeit sowohl in der EU als auch in Österreich wesentlich stärker gestiegen ist als jene der Älteren, gibt der Bericht allerdings zu bedenken. Die primäre Ursache für diese Entwicklung sehen die Verfasser dabei in dem Umstand, dass viele Unternehmen auch bei fehlender Auslastung versuchen, nach Möglichkeit ihr bestehendes älteres Personal zu halten, während die Zahl der Neueinstellungen von Jüngeren zurückgeht.

Junge MigrantInnen im Fokus der Berufsausbildung

Als besondere Herausforderung für das System der österreichischen Berufsausbildung bezeichnet der Bericht die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung. Es könne davon ausgegangen werden, dass rund ein Drittel bis maximal die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ohne weiterführenden Bildungsabschluss aus dem Bildungssystem ausscheidet, bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund liege dieser Anteil deutlich unter 10 %, heißt es im Einzelnen.

Dabei sei die geringe Zahl von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Lehrlingsausbildung sowohl aus bildungs- und integrationspolitischer Sicht als auch aus der Perspektive der Sicherung des Fachkräftenachwuchses eine prioritär
zu lösende Aufgabe, mahnt der Bericht. Gerade angesichts des bis 2016 zu erwartenden deutlichen Rückgangs an BerufseinsteigerInnen, verbunden mit einem massiven Anstieg an BerufsaussteigerInnen bis 2025 und des sich daraus abzeichnenden eklatanten Fachkräftemangels gelte es, dieses besondere Potential an zukünftigen Fachkräften zu nutzen. Der Bericht verweist in diesem Zusammenhang auf die Mehrsprachigkeit vieler Jugendlicher mit Migrationshintergrund und sieht darin nicht nur eine wichtige Humanressource und einen Wettbewerbsvorteil, sondern auch eine besondere Chance, den Internationalisierungsgrad und die Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft insgesamt zu verstärken.

Bericht empfiehlt Unterrichtsfach "Berufsorientierung"

Auf Basis dieser Ausgangslage empfiehlt der Bericht, sämtliche Maßnahmen der Politik weiterzuführen, die unter dem Aspekt der Ausbildungsgarantie das Ziel verfolgen, den Abschluss einer weiterführenden Berufsausbildung für alle Jugendlichen zu ermöglichen, und darüber hinaus den Fokus auf die Förderung der dualen betrieblichen Lehrlingsausbildung in quantitativer und qualitativer Hinsicht zu legen. Wichtig sind laut Bericht dabei auch die Steigerung der Attraktivität der dualen Lehrlingsausbildung sowie die Entwicklung von prozessorientierten Qualitätssicherungsinstrumenten. Zudem sollte das schulische Angebot an Berufsinformation und -orientierung aufgewertet und stärker verankert werden, wobei sich die Verfasser des Berichts auch die Einrichtung eines eigenen Unterrichtsgegenstands "Berufsorientierung" in der 7. und 8. Schulstufe vorstellen können. Überhaupt sollte die Praxisorientierung im gesamten Bildungswesen - vor allem im Pflichtschulbereich - gesteigert und der Anteil von Mädchen in technisch-handwerklichen Berufen etwa durch frühe und verstärkte Förderung des technischen Interesses in der schulischen Ausbildung erhöht werden, schlägt der Bericht vor. (Schluss)

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