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Wachstumstrend bei Forschung und Entwicklung hält an 2012 Steigerung der F&E-Ausgaben um 4,2 %

Wien (PK) - Der Wachstumstrend der letzten Jahre bei Forschung und Entwicklung hält nach wie vor an. Der nunmehr dem Parlament vorliegende Forschungs- und Technologiebericht 2012 der Bundesregierung, dem die Jahresberichte 2011 des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie der aktuelle Bericht des Rates für Forschung und Technologieentwicklung über die wissenschaftliche und technologische Leistungsfähigkeit Österreichs angeschlossen sind, geht unter Hinweis auf die jüngste Globalschätzung der Statistik Austria davon aus, dass Österreich 2012 8,61 Mrd. € für Forschung und Entwicklung ausgeben wird, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 4,2 % entspricht. Mit einer F&E-Quote von 2,8 % wird Österreich damit im internationalen Vergleich hinter Deutschland (2,82 %) sowie Finnland, Schweden und Dänemark (jeweils über 3 %) an fünfter Stelle der EU-27 liegen.

Bund trägt ein Drittel der F&E-Ausgaben

Vor allem der Bund, der bereits in den letzten Jahren wesentlich zur Steigerung der F&E-Ausgaben beigetragen hatte, wird, wie der Bericht im Einzelnen ausführt, 2012 mit rund 2,87 Mrd. € (+ 8,5 % gegenüber 2011) einen Anteil von 33,3 % finanzieren. Mit 3,84 Mrd. € und einer Steigerung der Investitionen um 2,2 % gegenüber dem Vorjahr trägt der Unternehmenssektor 44,6 % der gesamten F&E-Ausgaben. Die Wachstumsraten seien nun zwar geringer als in den überaus dynamischen Vorkrisenjahren, aus heutiger Sicht könne aber die relative Stagnation der Jahre 2008 bis 2010, in denen die F&E-Ausgaben der Unternehmen durchschnittlich um 0,61 % pro Jahr gewachsen sind, als überwunden betrachtet werden, heißt es dazu im Bericht. Der Finanzierungssektor Ausland wiederum trägt mit 1,34 Mrd. € knapp 16 % des F&E-Anteils und wird 2012 um 2,15 % wachsen. Andere Sektoren wie etwa Bundesländer, Kammern oder Sozialversicherungsträger hingegen spielen für die heimische F&E-Finanzierung nur eine untergeordnete Rolle.

Der Bericht erinnert an die von der Bundesregierung am 8. März 2011 beschlossene Strategie für Forschung, Technologie und Entwicklung, deren Ziel es ist, Österreich bis 2020 zu einem der innovativsten Länder der EU zu machen und die F&E-Quote bis dahin auf 3,76 % des BIP zu steigern. Mit Nachdruck wird nun festgestellt, dass sich die Bundesregierung nach wie vor zu diesem Ziel bekennt. Man sei bestrebt, die gute Entwicklung Österreichs der letzten Jahre fortzusetzen und für das gesamte Forschungs- und Innovationssystem die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen.

Österreich weiterhin "Innovation Follower"

Was die Innovation betrifft, verweist der Bericht auf das aktuelle Innovation Union Scoreboard (IUS 2011), in dem Schweden, Dänemark, Deutschland und Finnland die Gruppe der Innovation Leaders bilden. Österreich nimmt darin den 8. Rang (2010 Platz 7) ein und bleibt damit fest in der Gruppe der Innovation Followers (gemeinsam mit Belgien, Großbritannien, den Niederlanden, Luxemburg, Irland und Frankreich) verankert, wobei, wie der Bericht präzisiert, diese Gruppenzugehörigkeit seit einigen Jahren recht stabil ist.

Der Vergleich der Einzelindikatoren bestätigt überdies das aus früheren Scoreboards bekannte Stärken/Schwächen-Muster Österreichs. So zeigen sich Schwächen weiterhin vor allem im Bereich der tertiären Ausbildung sowie in der Risikokapitalausstattung, während Stärken beim wissenschaftlichen Output und bei den F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors festzustellen sind.

Österreichs Unternehmen überdurchschnittlich innovativ

Bezüglich der Innovation stellt der Bericht den österreichischen Unternehmen im internationalen Vergleich ein gutes Zeugnis aus. Der Anteil der innovativen Unternehmen liegt, einer Analyse der Europäischen Innovationserhebung zufolge, in Österreich deutlich über dem EU-27-Schnitt, wobei die Innovatorenquote durchgängig in allen Branchen hoch ist. Der Bericht spricht unter Hinweis auf die Struktur der Innovationsausgaben von einem "reifen", modernen Innovationssystem, dessen Unternehmen laufend neues Wissen generieren und am Markt in Form von neuen Produkten bzw. Dienstleistungen platzieren.

Positiv wird überdies vermerkt, dass die heimischen Unternehmen gut mit ihren Zulieferern und Kunden, aber auch mit Universitäten und Hochschulen in Innovationsnetzwerke eingebunden sind. Die österreichische Wirtschaftspolitik habe bereits seit langem den hohen Stellenwert von unternehmerischen Innovationen erkannt und fördere das unternehmerische Innovationsverhalten mit entsprechenden Instrumenten, heißt es dazu weiter. Das Fördersystem zeichne sich durch eine hervorragende Reichweite aus, zumal Innovation "flächig" adressiert werde. Auch sei der Anteil der Unternehmen, die in den Genuss von innovationsspezifischen Fördermaßnahmen kommen, in Österreich am höchsten von allen EU-Staaten.

Dynamische Entwicklung bei Patentanmeldungen

Als weiteres Indiz für die dynamische Entwicklung des österreichischen Innovationssystems in den letzten Jahren wertet der Bericht auch die Patentstatistik. So liegt Österreich mit durchschnittlich 1500 Patentanmeldungen pro Jahr an achter Stelle der Gruppe der Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation. Seit Mitte der 1990er Jahre zeigt sich dabei ein kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Patentanmeldungen pro einer Million Einwohner, sodass der Abstand zu Deutschland und Schweden, die sich durch eine traditionell hohe Patentquote auszeichnen, verkleinert werden konnte.

Starker Anstieg des Wissenschafts- und Technologietransfers

Deutlich intensiviert hat sich auch die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Österreich. Die F&E-Erlöse, die die Universitäten durch Auftraggeber und Kooperationspartner aus der Wirtschaft erzielen, sind stark angestiegen und tragen heute über 5 % zu den gesamten F&E-Ausgaben der Universitäten bei. Die Anzahl der Spinoff-Gründungen aus Universitäten hat dabei ebenso zugenommen wie die Erlöse aus Lizenzeinnahmen aus von Universitäten gehaltenen Patenten. Im internationalen Vergleich hoch ist auch der Anteil an Unternehmen, die im Rahmen ihrer Innovationsaktivitäten auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse zurückgreifen oder mit Universitäten kooperieren. Somit hat der Wissens- und Technologietransfer nunmehr das Niveau anderer technologisch hoch entwickelter Industriestaaten erreicht, wobei vor allem die medizinischen und technischen Universitäten besonders hohe Transferaktivitäten aufweisen.

Der Bericht führt diese Intensivierung der Beziehung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf die Ausweitung der F&E-Aktivitäten im Unternehmenssektor hin, durch die die Nachfrage nach einer Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen deutlich erhöht wurde. Im Wissenschaftssektor wurden die Voraussetzungen für Transferaktivitäten durch die Einrichtung von Wissens- und Technologietransferstellen, eine Professionalisierung des IP-Managements und Aufbau von Unterstützungseinrichtungen für Ausgründungen kontinuierlich verbessert. Dazu kommt aber auch, dass das Förderungswesen des Bundes, wie der Bericht unterstreicht, in vielfältiger Weise Kooperationen zwischen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen unterstützt. (Schluss)

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