Ephesos - Bundespräsident Fischer und Minister Töchterle besichtigen "archäologisches Juwel"

Berühmtes "Hanghaus 2" vor 50 Jahren entdeckt - antike Lebenskultur wird erforscht und erlebbar gemacht

Wien/Ephesos (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besucht derzeit gemeinsam mit Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle sowie einer hochrangigen Wissenschaftsdelegation die traditionsreiche Grabung in Ephesos. Am Programm des zweitägigen Besuchs steht u.a. die Besichtigung des berühmten "Hanghauses 2", das vor genau 50 Jahren entdeckt und seither erforscht wird. Ephesos ist ein "archäologisches Juwel", betont der Bundespräsident bei seinem Besuch und verweist auch auf die wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Österreich, die durch die Grabung in Ephesos wesentlich mitgeprägt wird. Minister Töchterle unterstreicht den hohen Stellenwert für Wissenschaft und Forschung sowie die gelebte Interdisziplinarität und Internationalität: "Für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zahlreicher Disziplinen und Länder ist Ephesos eine reichhaltige Quelle."

Das zweitägige Besuchsprogramm des Bundespräsidenten und seiner Delegation umfasst ein Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül sowie mit dem türkischen Kultur- und Tourismusminister Ertugrul Günay. Weitere Programmpunkte sind die Besichtigung des historischen Stadtkerns von Ephesos, des Artemision, der Paulusgrotte, der Johannisbasilika in Selcuk sowie Troja. Gestern Abend standen ein Festakt anlässlich "50 Jahre Hanghaus 2" sowie ein Konzert vor der Celsusbibliothek am Programm.

Das Besondere am Hanghaus 2, das Bundespräsident Fischer und die Delegation heute besuchen: Die Restaurierungsarbeiten erfolgen in unmittelbarer Nähe zu den Besucherstegen, so dass die Besucher die Arbeiten der Wissenschaftler/innen direkt beobachten können und einen hautnahen Einblick in die Methoden und die Arbeitsweisen bekommen. "So wird die antike Lebenskultur jährlich für mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht - das ist Wissenschaftskommunikation im besten Sinne des Wortes", gratuliert Bundespräsident Fischer der Grabungsleiterin und "Wissenschaftlerin des Jahres" Dr. Sabine Ladstätter, die gestern Abend auch den von ihr verfassten "Hanghaus 2-Führer" in zwei Sprachen (Deutsch, Türkisch) präsentiert hat. "Ihr gelingt es, den römische Alltag im Hanghaus wieder zum Leben zu erwecken", zeigt sich Töchterle beeindruckt. Derzeit erfolgen die Rekonstruktion einer Marmorwandverkleidung und die Restaurierung von Wandmalereien. Durch die speziell konstruierte Überdachung ist eine ganzjährige, von der Wetterlage unabhängige Restaurierungssaison möglich.

Die archäologische Forschung in Österreich ist eng mit der Ausgrabung Ephesos verbunden. Seit 1895 bemühen sich österreichische Wissenschaftler/innen um die Erforschung des Ortes. 2011 nahmen 216 Fachleute und Spezialisten aus 16 Ländern an der Grabung in Ephesos teil. Ephesos wurde zu einem Besuchermagneten: Im Vorjahr besuchten erstmals mehr als zwei Millionen Menschen die antike Stadt. Österreich hat in den vergangenen zehn Jahren rund 11,5 Millionen Euro in die Forschungsaktivitäten in Ephesos investiert, davon rund sechs Millionen Euro für die Schutzüberdachung des Hanghauses 2. Weiters werden private Mittel (u.a. von der "Ephesos Foundation", dem Verein "Gesellschaft der Freunde von Ephesos" und den beiden Stiftungen "American Society of Ephesus" und "Kaplan Foundation") zur Verfügung gestellt.

Bundespräsident Fischer wird bei seinem Ephesos-Besuch von einer hochrangigen Delegation begleitet. Ihr gehören Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, Vetmed-Rektorin Dr. Sonja Hammerschmid, TU-Rektorin Dr. Sabine Seidler, Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, ÖAW-Präsident Dr. Helmut Denk, die Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse in der ÖAW Dr. Sigrid Jalkotzy-Deger, FWF-Präsident Dr. Christoph Kratky, ZAMG-Direktor Dr. Michael Staudinger, Siemens-Vorstandsvorsitzender Ing. Wolfgang Hesoun (Präsident des Vereins "Gesellschaft der Freunde von Ephesos"), Casinos Austria-Generaldirektor Dr. Karl Stoss (Vizepräsident des Vereins "Gesellschaft der Freunde von Ephesos"), Christof Group-Vorstandsvorsitzender Johann Christof (Schriftführer des Vereins "Gesellschaft der Freunde von Ephesos") und OMV-Generaldirektor Dr. Gerhard Roiss an.

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