- 11.06.2012, 09:47:13
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Greenpeace: Rio+20 muss Fahrplan gegen globalen Kollaps bringen
Greenpeace fordert verbindliche Nachhaltigkeitsziele und Stopp umweltschädlicher Subventionen
Wien (OTS) - Wie Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit heute
im Ö1-Morgenjournal bekräftigt, fordert die Umweltschutzorganisation
Greenpeace für den bevorstehenden Erdgipfel in Rio einen
verbindlichen Fahrplan gegen den globalen Kollaps unseres Planeten.
"Die Erwartungen sind heute wesentlich geringer als vor zwanzig
Jahren beim ersten Erdgipfel in Rio. Wir können froh sein, wenn aus
Rio plus 20 nicht Rio minus 20 wird", so Egit, der heuer, wie schon
im Jahr 1992, als Mitglied der österreichischen Delegation nach Rio
reisen wird.
Die Umweltschutzorganisation fordert die Festlegung von
Nachhaltigkeitszielen, um den internationalen Verhandlungsprozess am
Laufen zu halten. Nur so können langfristige Ziele wie die Begrenzung
der Erderwärmung auf zwei Grad oder die globale Armutsbekämpfung
erreicht werden. "Ganz oben auf der Liste steht für Greenpeace der
Beschluss eines Abkommens zum Schutz der internationalen Meere.
Dieser Beschluss ist in Rio endlich in greifbarer Nähe. Damit könnte
die Fläche der Meeresschutzgebiete von bislang einem Prozent auf 40
Prozent gesteigert werden. Das wäre ein enormer Erfolg", erklärt
Alexander Egit.
Große Konzerne - allen voran Öl-Konzerne - haben dafür gesorgt, dass
entscheidende Länder wie die USA, Kanada oder Australien mittlerweile
gegen jede Form der internationalen Gesetzgebung auftreten. Der
größte Skandal dabei: Diese Konzerne werden nach Greenpeace
Berechnungen weltweit auch noch mit rund 750 Mrd. Euro jährlich mit
Steuergeldern subventioniert. Die Hälfte davon geht in fossile
Energien. Für Erneuerbare Energien wurden im Jahr 2011 jedoch nur 70
Milliarden ausgegeben. "Alle Beschlüsse zu nachhaltiger Entwicklung
sind zum Scheitern verurteilt, solange nicht-nachhaltiges Handeln
durch falsche Besteuerung und schädliche Subventionen staatlich
belohnt wird. Als ersten Schritt zum Abbau umweltschädlicher
Subventionen sollte in Rio das Ende der Subventionen für fossile
Energieträger bis spätestens 2015 beschlossen werden", so Egit.
Vor 20 Jahren wurden in Rio neben der - später als Kyoto-Protokoll
bekannt geworden - Klimarahmen-Konvention, die Walddeklaration
(Forest Principles), die Artenvielfalts-Konvention, die Rio-Erklärung
über Umwelt und Entwicklung und die Agenda 21 verabschiedet. Darin
wurden umwelt-, wirtschafts- und entwicklungspolitische
Rahmenbedingungen festgelegt, mit denen die Bedürfnisse der heutigen
Generationen befriedigt werden sollten - ohne die Chancen künftiger
Generationen zu beeinträchtigen. Die Bilanz nach 20 Jahren ist jedoch
mehr als ernüchternd: Rio+20 findet nach zwei Jahrzehnten voller
gebrochener Versprechen statt. Das Resultat sind Milliarden Menschen
in bitterster Armut und ein Ökosystem, das kurz vor dem Kollaps
steht.
Die Konferenz in Rio wird mit 50.000 Teilnehmern die größte Konferenz
der Geschichte. Noch nie haben sich so viele Vertreter von Umwelt-,
Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen an einer
internationalen Konferenz beteiligt. Und das aus gutem Grund, denn
die Probleme auf unserem Planeten eskalieren. "Solche Konferenzen
sorgen dafür, dass es eine Abrechnung gibt, dass die Verantwortlichen
zu Verantwortung gezogen und damit gezwungen werden, notwendige
Beschlüsse zu fassen und im eigenen Land die Hausaufgaben zu machen.
Wir werden dort solange massiven Druck machen und nicht nachlassen,
bis auf der Konferenz gute Ergebnisse erzielt werden", schließt Egit.
Rückfragehinweis:
Greenpeace Melanie Beran Pressesprecherin Tel.: +43 (0)664 61 26 718 mailto:[email protected] www.greenpeace.at; twitter.com/greenpeaceAT; facebook.com/greenpeaceAT
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