Neues Volksblatt: "Von Grafs Gnaden?" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 11. Juni 2012

Linz (OTS) - Stellen Sie sich einen Politiker vor, nicht der FPÖ zugehörig, der beschuldigt wird, versucht zu haben, eine alte Frau um ihr Vermögen zu bringen, und der obendrein in fünf Wahlvorschlägen mit der Berufsbezeichnung "Rechtsanwalt" aufgeschienen ist, obwohl er kein Rechtsanwalt ist. Und dann stellen Sie sich den Beschuss vor, dem dieser Politiker durch die FPÖ ausgesetzt wäre. Die Rücktrittsforderung währe das Vornehmste, was den Blauen dazu einfallen würde.
Doch was ist, wenn diese Vorwürfe einen FPÖ-Poliker treffen? Genau:
Dann handelt es sich um eine grausliche Medienkampagne gegen einen braven Freiheitlichen; konkret gegen Martin Graf, der für sein Ungemach entschädigt wird, indem er als stv. Wiener FPÖ-Obmann an die Seite von Parteichef Heinz-Christian Strache gestellt wird.
In den anderen Parteien rätselt man, warum Strache den Mann nicht ins politische Abseits stellt. Die einen sagen, der FPÖ-Chef sei müde und ohne Führungskraft - schimpfen auf andere, mehr sei nicht mehr drinnen. Andere haben eine andere Theorie: Graf und seine Freunde hätten ihn fest im Griff; Strache sei nur noch Obmann von Grafs Gnaden. Seine Wiederwahl als Wiener FPÖ-Obmann habe er sich mit dem Festhalten an Graf teuer erkauft.
Wie auch immer: Schuld sind ohnehin die Medien, wie immer bei der FPÖ.

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