ORF III mit Streetart-Künstlern, dem zeitgenössischen Kunstboom und einer "Wiener Vorlesung" mit Elisabeth von Samsonow

Am 11. Juni im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information beleuchtet den Kunstmarkt. Mit "Exit Through the Giftshop" steht am Montag, dem 11. Juni 2012, ein Dokumentarfilm des britischen Streetart-Künstlers Banksy am Programm, der eine völlig andere Richtung einschlägt, als geplant. "Die Millionenblase" entführt in das goldene Zeitalter der zeitgenössischen Kunst: Filmemacher Ben Lewis erzählt die Geschichte eines Kunstbooms, der nicht zuletzt durch die Habgier der Superreichen angeheizt wurde. Den derzeitigen Kunstmarkt nimmt Historiker Hubert Christian Ehalt unter die Lupe: In einer hochkarätigen "Wiener Vorlesung" beleuchtet er die Tatsache, dass Künstler immer weniger als Schöpfer, sondern als Hinweiser gelten.

Doku.Zeit: "Exit Through the Giftshop" (20.15 Uhr)

Eigentlich wollte der leidenschaftliche Filmer Thierry Guetta die Kunst seines Cousins, des französischen Künstlers Invader, dokumentieren. Invader ist bekannt für seine Mosaikbilder, dessen Form den Figuren aus dem Spiel "Space Invaders" gleichen. Seine Fliesenkunst hängt bereits an zahlreichen Gebäuden rund um den Globus. Während der Dreharbeiten im Frühjahr 2006 lernt der Hobbyfilmer allerdings durch Zufall den geheimnisvollen Graffitikünstler Banksy kennen. Guetta plant eine Reportage über den legendären Sprayer, der seine Identität gerne im Verborgenen hält. Er verspricht Banksy die beste Streetart-Dokumentation, doch der Künstler dreht den Spieß um und richtet die Kamera auf den durchgeknallten Franzosen. An diesem Punkt übernimmt der britische Graffitisprayer die Regie: Er überzeugt Guetta selbst als Streetart-Künstler zu agieren und begleitet ihn auf dessen Weg zu einem erfolgreichen Kunstschöpfer. Unter dem Pseudonym Mr. Brainwash produziert der französische Hobbyfilmer Kunst im großen Stil.

DokuMente: "Die Millionenblase" (21.45 Uhr)

"Erinnern Sie sich noch an die Zeit als die Weltwirtschaft boomte?" In den Jahren 2003 bis 2008 wurde alles kontinuierlich teurer. Besonders schnell stieg vor allem der Preis für zeitgenössische Kunst. Die Welt wurde Zeuge eines beispiellosen Wahns, zeitgenössische Kunstwerke zu sammeln. Kunstkritiker und Filmemacher Ben Lewis entlarvt in seiner Dokumentation die große Blase des Kunstmarktes. Er reist zu Kunstmessen, Auktionen und Museen, geht mit Kunsthändlern, Auktionären, Galeriebesitzern, Kunstmarktanalysten und Kunstsammlern auf Tuchfühlung und hinterfragt, wer die wichtigsten Kunstwerke gekauft hat. Dabei enthüllt er eine Welt komplizierter Geschäfte, ausgeprägter Marktpraktiken und weit verbreiteter Geheimhaltung. "Die Millionenblase" ist nicht nur ein Film über den Kunstmarkt - die Dokumentation kann auch als Parabel für Habgier gedeutet werden, die für die Weltwirtschaft im Jahr 2008 den Absturz bedeutete.

Wiener Vorlesung: "Kunst - Markt - Geld" (23.20 Uhr)

Der Kunstmarkt boomt. Das betrifft alte Meister, Impressionisten, klassische Moderne und die zeitgenössische Kunst. Seit dem 20. Jahrhundert und dem Objektkünstler Marcel Duchamp entsteht Kunst durch einen Definitionsakt des Künstlers. Die Künstler sind weniger Schöpfer, sondern gelten als Hinweiser. Aktuelle Kunstschaffende wie Damien Hirst entsagen den traditionellen Wertmessungs- und Vermittlungsinstanzen: Sie verzichten auf Kunstexperten, Museen und Galerien, sondern gehen mit ihren Werken direkt auf den Markt. Ob dieser Mechanismus für die Schöpfung und Kommunikation von Kunst förderlich, nützlich oder schädlich ist, hinterfragt Historiker Hubert Christian Ehalt in einer "Wiener Vorlesung" zum Thema "Kunst -Markt - Geld". Gemeinsam mit dem deutschen Galeristen Gerd Harry Lybke, der in Wien lebenden Künstlerin Elisabeth von Samsonow und dem Kunst- und Kulturwissenschafter Roman Horak nimmt er den gegenwärtigen Kunstmarkt unter die Lupe.

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