"Orientierung": "Eine Zukunft ohne Hunger": Caritas-Konferenz zeigt Wege aus der Krise

Außerdem: "Vatileaks": Wer steckt hinter der Weitergabe vertraulicher Dokumente?

Wien (OTS) - Christoph Riedl präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 10. Juni 2012, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

"Vatileaks": Wer steckt hinter der Weitergabe vertraulicher Dokumente?

Die "Vatileaks"-Affäre rund um vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan, die an die Öffentlichkeit geraten sind, hat eine neue Dimension erreicht. Denn jetzt sind erstmals auch Papiere direkt vom Schreibtisch des Papstes - mit dessen Unterschrift - aufgetaucht. Während der Kammerdiener des Papstes im Gefängnis sitzt, geht es nun vor allem um die Hintermänner. Wer könnte massives Interesse haben, dem Papst zu schaden? Warum werden gerade sein Privatsekretär Georg Gänswein und Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone angegriffen? Kann das möglicherweise damit zusammenhängen, dass Papst Benedikt XVI. - hinter den Kulissen - heftiger "aufräumt", als dies den Anschein hat - und sich da nun Gegner formiert haben? Oder ist es doch ganz anders, nämlich so, wie es der Autor Gianluigi Nuzzi (Buch:
"Seine Heiligkeit - Die geheimen Briefe Benedikt XVI.") von Informanten aus dem Vatikan gehört haben soll: "Wir tun dies, um den Papst zu schützen."

"Eine Zukunft ohne Hunger": Caritas-Konferenz zeigt Wege aus der Krise

Eine große Konferenz der Caritas hat am vergangenen Wochenende Expertinnen und Experten sowie Interessierte und Engagierte aus mehr als 30 Ländern nach Wien gebracht. Titel: "Eine Zukunft ohne Hunger". In der Sahelzone Westafrikas sind durch Dürre und Ernteausfälle bis zu 15 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Rasche Hilfe ist unerlässlich. Hilfsaktionen des World Food Programme der UNO, der Caritas und vieler anderer Hilfsorganisationen sind angelaufen. Hunger ist aber nicht nur ein immer wiederkehrendes Katastrophenereignis. Auch wenn er es nicht in die Schlagzeilen schafft, schlägt er als "silent killer" zu. Etwa eine Milliarde Menschen hungert. Die Ursachen für diesen Skandal sind komplex und vielfältig. Eines aber wurde in zwei Tagen engagierter Debatten einmal mehr deutlich: Wer den Hunger nachhaltig bekämpfen will, kommt nicht umhin, Lebensstil und Ressourcenverbrauch der reichen Länder in Frage zu stellen.

Lange Nacht in Tschechien: Religion in einer areligiösen Gesellschaft

Als "atheisierende Gesellschaft" wird Tschechien von Religionswissenschaftern bezeichnet. Viele Menschen verstehen sich als Atheisten oder haben, wie es der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner formuliert, "schon vergessen, dass sie Gott vergessen haben." Umso interessanter war die Reaktion auf die "Lange Nacht der Kirchen" (1. Juni), die auch heuer wieder - als ökumenisches Ereignis - in der Tschechischen Republik angeboten wurde. Allein in der mährischen Diözese Brno/Brünn fanden in und um insgesamt 135 Kirchen - katholische, protestantische, orthodoxe, baptistische u. a. -Veranstaltungen statt. Veranstaltungen, die offenkundig auch von Kirchenfernen mit großem Interesse wahrgenommen wurden. "Orientierung" konfrontierte katholische Würdenträger wie Vojtech Cikrle, den Bischof von Brno/Brünn, und protestantische Geistliche mit den Ergebnissen der jüngsten Volkszählung aus dem Jahr 2011: Sie zeigt, wie schon frühere Volkszählungen, eine deutlich abnehmende Zahl von Gläubigen aller Konfessionen - und den Trend, Angaben zum eigenen religiösen Bekenntnis überhaupt zu verweigern.

Schönborn in Langer Nacht: "Vertrete in Rom nur, wovon ich überzeugt bin"

Die Pfarrer-Initiative von Helmut Schüller fordert vehement Strukturreformen der katholischen Kirche, der Vatikan sucht unterdessen die Aussöhnung mit der traditionalistischen Piusbruderschaft: Welchen Weg die Kirche in der modernen Welt einschlagen soll, darüber scheiden sich offenbar die Geister. In der "Langen Nacht der Kirchen" (1. Juni) führte der Publizist Heinz Nußbaumer ein ausführliches, öffentliches Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn in der als reformfreudig geltenden Pfarre Hinterbrühl bei Wien. Zur Sprache kamen dabei auch "heiße Eisen" und innerkirchliche Spannungen: So nahm Kardinal Schönborn neuerlich zum "Aufruf zum Ungehorsam" Stellung, sprach über den Umgang mit kirchlichen Dissidenten, die lehramtliche Haltung der katholischen Kirche zur Homosexualität und sein Verständnis vom "Weiterleiten" der Anliegen heimischer Katholiken an den Vatikan: "Ich vertrete in Rom nur, wovon ich überzeugt bin."

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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