GLOBAL 2000: Umweltverträglichkeitsprüfung für Schiefergas mehr als nur mangelhaft

Viele Risiken beim "Fracking" werden nicht beachtet

Wien (OTS) - Vor kurzem entschied die Bundesregierung, die umstrittene Schiefergasförderung UVP-pflichtig zu machen. Johannes Wahlmüller, Energieexperte bei GLOBAL 2000, freut sich darüber, hat aber auch seine Zweifel: "Natürlich ist eine UVP unabdingbar, derzeit würde ein einfacher Bescheid des Bergbauamtes ausreichen, dass die OMV mit dem Abbau loslegt. Allerdings ist es sehr wichtig, dass auch Probebohrungen inbegriffen sind - denn bereits da soll die riskante Fracking-Technologie eingesetzt werden. Außerdem ist die UVP in ihrer derzeitigen Form mangelhaft - so ist nicht vorgesehen, dass spezielle Prüfkriterien eingeführt werden, zum Beispiel eine Bewertung langfristiger Risiken. Auch eine Untersuchung von im Boden gelösten Substanzen oder eine Prüfung von Alternativen ist nicht vorgesehen. Weiters fehlt ein Monitoring im laufenden Betrieb." Positiv sieht GLOBAL 2000, dass in der Novelle die Rechte von Umweltschutzorganisationen im Feststellungsverfahren gestärkt werden sollen: "Das Klagerecht vor dem Umweltsenat ist ein wichtiger Schritt vorwärts," sagt Wahlmüller.

Auch mit einer UVP bestehen beim Schiefergasabbau jedoch noch viele Risiken: So können Risse in Gesteinsformationen entstehen, durch die das Gas unvorhersehbare Wege finden könnte - auch bis ins Grundwasser. Schiefergas gerät zunehmend auch aus Klimaschutzgründen unter Druck: Erst letzte Woche hat die IEA von einem "goldenen Zeitalter des Erdgases" gesprochen und im gleichen Atemzug dargestellt, dass dann alle Klimaschutzziele verfehlt würden. Jetzt zeigt eine Studie von Scottish Widows Investment Partnership (SWIP), einem Investor von Öl- und Gasprojekten, dass beim "Fracken" große Methanleckagen entstehen, die die Schiefergasförderung in eine ähnlich klimaschädliche Riege aufsteigen lassen wie die Verbrennung von Kohle. GLOBAL 2000 spricht sich vor diesem Hintergrund für ein Verbot der umstrittenen Technologie aus. Die Gaslobby fürchtet bereits um das Image des "sauberen Gases" und ortet in Zukunft "Rechtfertigungsprobleme". Johannes Wahlmüller betont abschließend:
"Wir können es uns nicht leisten, alle fossilen Energieträger sorglos zu verbrennen, wenn es gelingen soll, die globale Erwärmung noch auf ein erträgliches Maß einzubremsen. Stattdessen soll auf erneuerbare Energie gesetzt werden."

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