EURO 2012: Frankreich ist Migrations-Europameister

Wien (OTS) - Mehr als die Hälfte der französischen Teamspieler hat Wurzeln im Ausland, zeigt eine ÖIF-Erhebung. Es folgen Kroatien und Niederlande - Österreich ebenfalls mit hohem Migrantenanteil.

Was haben der französische Torjäger Karin Benzema, der niederländische Spielmacher Rafael van der Vaart und der portugiesische Eisenfuß Pepe gemeinsam? Sie haben familiäre Wurzeln in einem anderen Land als dem, für das sie ab 8. Juni bei der Fußball-Europameisterschaft um den Titel kämpfen werden. Wie eine Erhebung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zeigt, spiegelt die "bunte" Zusammensetzung der Fußballteams die Migrationsströme Europas wider.

Frankreich: Viele Spieler aus Ex-Kolonien

Den höchsten Anteil an Spielern mit Migrationshintergrund hat Frankreich. Dreizehn der 23 Spieler der "équipe tricolore" sind entweder selbst zugewandert, Kinder von Zuwander/innen oder Doppelstaatsbürger. Das entspricht einem Migrantenanteil von 56,5 Prozent. Die meisten Spieler haben ihre Wurzeln in ehemaligen Kolonien: Die Eltern von Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema sind algerischer Herkunft, ebenso jene des Manchester-City-Spielmachers Samir Nasri. Andere Spieler haben familiäre Wurzeln im Senegal (Patrice Evra), Mali (Alou Diarra) oder auch Polen (Laurent Koscielny).

Kroatien: Gastarbeiterkind oder Kriegsflüchtling

Auf Platz 2 folgen Kroatien und die Niederlande mit jeweils neun Spielern (39 Prozent). Während die Migrantenkicker im "Oranje"-Dress ebenfalls häufig aus Ex-Kolonien wie etwa Surinam stammen, hat der hohe Anteil Kroatiens andere Gründe: Einige Spieler sind Kinder ehemaliger Auswander/innen, etwa Ivan Rakitic (Schweiz) oder Josip Simunic (Australien). Andere sind als Folge der Jugoslawienkriege zu Migranten geworden: Die Familie von Mario Mandzukic floh in den 90ern nach Deutschland, andere Spieler wie Vedran Corluka wurden noch vor dem Zerfall Jugoslawiens im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren.

Österreich: Jeder dritte Teamspieler ist Migrant

Die ÖIF-Erhebung umfasst auch das österreichische Team, das sich nicht für die EURO qualifizieren konnte. Im aktuellen Kader haben acht von 25 Spielern (32 Prozent) einen Migrationshintergrund. Prominentester Vertreter ist sicherlich David Alaba, Wiener mit philippinisch-nigerianischen Eltern. Andere Beispiele wie Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic (Serbien) sowie Veli Kavlak und Yasin Pehlivan (Türkei) stehen für die traditionellen Zuwanderungsländer nach Österreich.

Mehr Migranten im Team als in Gesamtbevölkerung

Insgesamt ist gut jeder fünfte EURO-Spieler (22 Prozent) Migrant. In beinahe jedem Land ist der Anteil an Teamspielern mit Migrationshintergrund höher als jener in der Gesamtbevölkerung. "Migranten sind im Spitzenfußball also stärker repräsentiert als in der Bevölkerung insgesamt", analysiert ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda. "Das zeigt das enorme integrative Potenzial des Sports."

Alle Zahlen im Detail finden Sie auf der ÖIF-Website www.integrationsfonds.at

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Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger, MA
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