Umweltförderungen - Berlakovich setzt auf nachhaltiges Wachstum Klimaschutz: Wie man mit 9 Euro eine Tonne CO2 aus der Luft holt

Wien (PK) - In seinem jüngsten Umweltförderungsbericht (III-327 d.B.) unterstreicht Bundesminister Nikolaus Berlakovich die ökonomische Bedeutung von Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz und hebt den Beitrag der Umweltförderungen auf dem Weg zu der für 2050 geplanten Energieautarkie Österreichs hervor. Die Versorgung des Landes mit im Inland produzierter Energie setzt die Förderung einer nachhaltigen Energieversorgung und die Steigerung der Energieeffizienz voraus, erklärt Berlakovich und weist auf den neuen Schwerpunkt Energieeffizienz in der Förderungspolitik seines Ressorts hin. Konkrete Ziele sind die Umstellung auf LED-Beleuchtungssysteme, auf effiziente elektrische Antriebe und die thermische Gebäudesanierung, für die das Umwelt- und das Wirtschaftsressort in der "Sanierungsoffensive" für 2011 gemeinsam 100 Mio. Euro bereitstellten. 70 Mio. Euro davon wurden für die Sanierung von Wohnungen sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern und 30 Mio. Euro für Betriebsgebäude eingesetzt; Investitionen von mehr als 800 Mio. Euro wurden damit ausgelöst. "Umweltschutz ist ein wichtiger Wachstums-und Jobmotor" stellt der Umweltminister fest und beziffert das Beschäftigungsplus durch Green Jobs im Jahr 2011 mit 12.000 Arbeitsplätzen.

Daten zur Umweltförderung im Jahr 2011

2011 genehmigte der Umweltminister Förderungen für 23.587 Projekte. Dies entspricht dem Wert von 2009, der aus statistischen Gründen zum Vergleich herangezogen wird. Mit einem Förderungsbarwert von 350,5 Mio. Euro wurde ein umweltrelevantes Investitionsvolumen von 1.992 Mio. Euro ausgelöst. Der durchschnittliche Förderungssatz sank auf 17,6 % (2010: 21,5 %, 2009: 20,7 %), was auf die Vielzahl kleiner "Sanierungsoffensiven"-Projekte mit niedrigem Förderungssatz (11,9 %) sowie auf die Anpassung maximaler Förderungssätze und Deckelungen in den neuen Förderungsrichtlinien zurückzuführen ist.

In der Wasserwirtschaft wurden 2.706 Projekte mit einem Förderungsbarwert von 136,4 Mio. Euro und einem umweltrelevanten Investitionsvolumen von 574,9 Mio. Euro genehmigt. Gegenüber 2010 sind die eingereichten und genehmigten Förderungsanträge um 230 gesunken. In der kommunalen Siedlungswasserwirtschaft gab es gegenüber dem Vorjahr eine neuerliche Reduktion um 270 Projekte auf 2.624 Projektanträge (2009: 3.437). Mit der Novelle zum Umweltförderungsgesetz 2011 wurde der Zusagerahmen für die Siedlungswasserwirtschaft reduziert. Für 2010 bis 2013 stehen insgesamt 355 Mio. Euro zur Verfügung. In der Siedlungswasserwirtschaft wurden 129 Einrichtungen zur Verwertung und Nutzung erneuerbarer Energie im Ausmaß des Eigenbedarfes der Wasserversorgungs- oder Abwasserentsorgungsanlage gefördert, 123 Anträge betrafen die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen. Bei den betrieblichen Abwassermaßnahmen konnten 2011 auf Basis der neuen Förderungsrichtlinien zehn Projekte mit einem Förderungsbarwert von 1,3 Mio. Euro zugesichert werden. Einen weiterer Schwerpunkt der Wasserwirtschaft bildete 2011 die Gewässerökologie: 66 Projekte mit einem umweltrelevanten Investitionsvolumen von 26,5 Mio. Euro wurden mit einem Förderungsbarwert von 12,6 Mio. Euro unterstützt.

Bei der Umweltförderung im Inland lag die Anzahl der Neuanträge 2011 15 % über dem Vorjahr und auf dem Niveau von 2009. Die meisten Anträge gelten der thermischen Gebäudesanierung, Biomasse-Einzelanlagen und Energiesparmaßnahmen. Als Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Energiestrategie 2020 wurde das Förderungsangebot bei der Energieeffizienz 2011 erweitert. Gefördert wird die Beleuchtungsumstellung auf LED-Systeme, energieeffiziente elektrische Antriebe und die Anpassung und Modernisierung der Kesselanlagen bei Biomasse-Nahwärmeversorgern.

Nach dem großen Erfolg des Konjunkturpakets 2009 beschloss die österreichische Bundesregierung, die thermische Gebäudesanierung 2011 bis 2014 unter dem Titel "Sanierungsoffensive" fortzusetzen. Für gewerblich genutzte Gebäude wurden für 2011 30 Mio. Euro bereitgestellt, für den privaten Wohnbau 70 Mio. Euro. Die Projekte werden in den effizienten Abwicklungsstrukturen der "Umweltförderung im Inland" abgewickelt. 2011 wurden 17.019 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 802,5 Mio. Euro aus den Mitteln der Sanierungsoffensive gefördert.

Gesamtökonomische Betrachtung der Umweltförderung

Durch Umsetzung der 2011 geförderten Umweltprojekte und der Sanierungsoffensive können jährlich über 526.000 Tonnen CO2 und -bezogen auf die Nutzungsdauer - sogar mehr als zwölf Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Mit den 2011 genehmigten Projekten für neue Abwasserreinigungskapazitäten (für ca. 142.000 Einwohnerwerte) können jährlich rund 2.181 Tonnen BSB5 (Biologischer Sauerstoffbedarf für fünf Tage) abgebaut, 531 Tonnen Stickstoff nitrifiziert und 357 Tonnen Stickstoff sowie 80 Tonnen Phosphor aus dem Abwasser entfernt werden. Im Zuge der 2011 genehmigten Altlastensicherungs- und Sanierungsmaßnahmen werden 100.000 m3 kontaminiertes Material geräumt und einer geordneten Behandlung zugeführt. Zusätzlich wird durch die Reinigung von mehr als 100.000 m3 kontaminiertem Grundwasser pro Jahr der Schutz der Trinkwasserreserven weiter ausgebaut. Darüber hinaus enthalten die genehmigten Projekte die Erfassung und Behandlung von jährlich 1,5 Mio. m3 Deponiegas.

Neben der Umweltförderung hat der Klima- und Umweltschutz maßgebliche ökonomische Effekte, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt. Laut WIFO wurden 2011 in der Siedlungswasserwirtschaft 7.000 Beschäftigungsverhältnisse und durch Umweltförderungen im Inland 8.600 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert. Die Sanierungsoffensive 2011 führte zu weiteren 12.000 Green Jobs.

Der Bericht informiert auch über das neue Online-Serviceangebot für die Umweltförderung auf der im Frühjahr 2011 eröffneten Online-Plattform www.meinneförderung.at. Sie bietet registrierten Förderungskunden die Möglichkeit, Daten zu ihrem Förderungsfall online einzusehen oder auch elektronisch Informationen zu übermitteln. Darüber hinaus wurde die Umstellung auf elektronische Einreichung für die betriebliche Umweltförderung im Jänner 2012 erfolgreich gestartet.

JI/CDM-Programm: Eine Tonne CO2-Emission um 9 Euro

Im Rahmen des JI/CDM-Programms steuert die Kommunalkredit mittlerweile ein Portfolio hochwertiger Klimaschutzprojekte, das bereits zwei Drittel des angestrebten Ziels von 45 Millionen Emissionsreduktionseinheiten liefert. 2011 wurden bestehende Projekte optimiert. Neuankäufe dienten hauptsächlich der Kompensation von Mengenausfällen bei bestehenden Projekten, mit denen sich Österreich weitere 2,7 Mio.t Emissionsreduktionseinheiten sicherte. Gekauft wurden Emissionsreduktionen aus drei CDM-Sekundärmarktbündeln, einem JI-Projekt in der Ukraine und einem Green Investment Scheme (GIS) mit Bulgarien. Eine Zwischenbilanz zum österreichischen JI/CDM-Programm seit 2003 gibt Auskunft über 70 Projekte, eine Fondsbeteiligung, drei Carbon-Fazilitäten und Green Investment Schemes mit vier EU-Mitgliedsstaaten. Insgesamt konnten bislang 49,3 Mio. Tonnen Emissionsreduktionseinheiten zu einem Durchschnittspreis pro Tonne von 8,9 € gesichert werden, berichtet der Umweltminister. (Schluss)

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