Falter-Vorabmeldung: Bakary J: "Aufrichtiges Bedauern" des Innenministerin

Der Falter berichtet vom Treffen des Ministeriumssprechers mit dem Folteropfer

Wien (OTS) - Wie der Falter in seiner heute Abend erscheinenden Ausgabe berichtet, traf Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, vergangenen Mittwoch das Folteropfer Bakary J. im Palmenhaus im Burggarten, um ihm eine offzielle Entschuldigung des Ministeriums zu überbringen: "Ich weiß, es ist spät", sagte Grundböck zur Begrüßung, "aber ich darf Ihnen heute im Namen des Innenministeriums sagen, dass wir aufrichtig bedauern, was die Polizisten Ihnen angetan haben. Diese Tat ist durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen." Bakary J. war im Jahr 2006 von Polizisten in eine leere Lagerhalle verschleppt und gefoltert worden.

Fast zwei Stunden sprachen J. und der Vertreter des Ministeriums über das, was in den Morgenstunden des 6. April 2006 in der Lagerhalle passiert war und über die Zukunft der Familie J.
Der Sprecher des Ministeriums sicherte der Familie zu, dass sie derzeit keine Abschiebung fürchten müsse. Das Innenministerium werde auch mit dem Anwalt von Bakary J., Wilfried Embacher, Kontakt aufnehmen.

"Außerdem steht für uns außer Frage, dass Sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung haben für das Leid, das Ihnen angetan wurde, und dass das Innenministerium Ihre Behandlungskosten übernimmt", sagte Grundböck. Diese Gelder würden vom Staat im Regress von den mittlerweile entlassenen Polizisten zurückgefordert.

Damit derartige Vorfälle sich nicht wiederholen, überlege das Ministerium, "die Tätigkeit in besonders exponierten und psychisch wie physisch besonders fordernden Funktionen innerhalb des Apparats künftig zeitlich zu befristen", erklärte der Sprecher. Dies würde bedeuten, dass bei Sondereinheiten wie der WEGA bald ein Rotationsprinzip eingeführt werden könnte.

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