"Grün regiert" - Grüne Umweltkonferenz in Wien mit Gastredner Dennis Meadows

Glawischnig für ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft, schafft sechs Mio. grüne Jobs

Wien (OTS) - Auf Initiative von Bundessprecherin Eva Glawischnig findet heute im Architekturzentrum Wien eine Umweltkonferenz Grüner Regierungsverantwortlicher unter dem Titel "Grün regiert" statt. Gastredner ist Dennis Meadows (Autor von "Die Grenzen des Wachstums"), Grüne Regierungsmitglieder aus ganz Österreich nehmen teil, darunter u.a. Landesrat Rudi Anschober (OÖ), die Vizebürgermeisterinnen Maria Vassilakou (Wien) und Lisa Rücker (Graz), sowie zahlreiche weitere Grüne in Regierungsfunktionen in Städten und Gemeinden, von Baden bis Bregenz.

"Viel wurde angekündigt in den letzten zwei Jahrzehnten, wenig getan:
Die großen ökologischen Probleme wie der Klimawandel oder der Verlust an biologischer Vielfalt sind nach wie vor ungelöst", stellt Eva Glawischnig in ihrer Rede vor ca. 70 TeilnehmerInnen fest. "Der Zustand nahezu aller Ökosysteme, also unserer Lebensgrundlagen, verschlechtert sich weiter. Wir haben unser Umwelt-Konto massiv überzogen und leben derzeit so, als hätten wir eineinhalb Planeten Erde. Das ist nicht nachhaltig und nicht aufrecht zu erhalten, wollen wir nicht in gravierende soziale Krisen geraten", warnt Glawischnig.

"Der ökologische Fußabdruck in Österreich ist besonders hoch. Würden alle Menschen so leben wie wir ÖsterreicherInnen, bräuchten wir schon heute drei Planeten. Wir brauchen daher eine radikale Systemänderung." Dass eine Wende möglich ist, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist, das zeigen die Grünen, überall dort wo sie in Regierungsverantwortung sind. Im Bundesland Oberösterreich, in den fünf Landeshauptstädten Graz, Wien, Bregenz, Salzburg und jetzt auch Innsbruck gestalten die Grünen aktiv die Zukunft. Konkrete Projekte zeigen, dass es möglich ist: Rudi Anschober ist in Oberösterreich dabei bis 2015 50.000 Grüne Jobs zu schaffen, in Wien zeigt Maria Vassilakou u.a. mit dem erfolgreichen BürgerInnen-Solarkraftwerk, dass die Energiewende in Schwung kommt, in Graz zeigt die Grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker, dass es im Verkehrsbereich gelingen kann, Kindern, RadfahrerInnen und FußgängerInnen Vorrang einzuräumen. "Viele Grüne Projekte aus ganz Österreich zeigen: Grüne Umweltprojekte sind verlässlich, wirken und bringen konkrete Vorteile für die BürgerInnen. Jetzt geht es darum, auch auf Bundesebene die Weichen für neue Mehrheiten und damit die Weichen für einen Wechsel in der Umweltpolitik zu stellen."

"Die aktuelle Krise in Europa ist auch eine Chance. Investieren wir jetzt in den ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft", appelliert Glawischnig. Der Schlüssel dazu ist die grüne Energiewende. Derzeit bezahlt Europa Jahr für Jahr unvorstellbare 400 Milliarden Euro für Importe von Öl, Gas und Uran. 50 Milliarden davon könnten in den nächsten Jahren problemlos eingespart und in Europa grün reinvestiert werden. So können wir in Europa sechs Millionen neue, grüne Jobs schaffen.

Dennis Meadows zog bei seinem Referat ein negatives Bild vom derzeitigen Zustand des Planeten Erde und unseres Wirtschaftssystems. "Wir leben in einer Periode großen Stresses, Naturkatastrophen haben in den letzten 20 Jahren rapide zugenommen." Meadows prognostizieren in den nächsten 20 Jahren größere Umbrüche, als sie die Menschheit in den letzten 100 Jahren erlebt hat und warnt vor blinder Wachstumsgläubigkeit. "Wenn du nur einen Hammer hast, willst du alles mit einem Nagel lösen. Viele rufen jetzt nach Wachstum, aber das ist wie mit dem Hammer: Damit können nicht alle Probleme gelöst werden." Meadows plädiert dafür, ökologische Nachhaltigkeit ins Zentrum zu rücken und sieht zwei zentrale globale Herausforderungen: "Den Klimawandel stoppen und den Energieverbrauch senken." Das Fördermaximum der Weltölproduktion ("Peak Oil") sei mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits erreicht, der Ölpreis werde deswegen weiter steigen. "Jetzt ist die Zeit, endlich zu handeln", appelliert Meadows.

Die Umweltkonferenz wird am Nachmittag mit internen Beratungen fortgesetzt.

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