WKÖ-Vize RfW-BO Amann fordert SPÖVP-Bekenntnis zur Lehre - mehr Mittel für die betriebliche Lehre, weniger für "Scheinwelt" ÜLA!

RfW fordert einen Lehrlingsgipfel der zuständigen Minister mit Wirtschaft und Experten, den Blum Bonus Neu und als Zwischenlösung die Finanzierung von Jobmessen im Ausland.

Wien (OTS) - Laut einer aktuellen Studie der KMU-Forschung Austria suche etwa jeder dritte Gewerbebetrieb in Wien Mitarbeiter. "Schuld am Fachkräftemangel sind Jahrzehnte falscher Bildungspolitik, das Image der Lehre wurde - und wird - ruiniert, die SPÖVP-Lehrlingspolitik geht in eine völlig falsche Richtung!", kritisiert WKÖ-Vizepräsident RfW-Bundesobmann Fritz Amann. Er fordert einen Lehrlingsgipfel von Wirtschafts-, Arbeits- und Bildungsministerium mit Wirtschaft und Experten. "Die betriebliche Lehrlingsausbildung muss gegenüber den um vieles teureren überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) wieder finanzielle Priorität haben, der Blum Bonus Neu ist einzuführen, ebenso muss die Qualitätskontrolle zur Mitte der Lehrzeit wieder eingeführt werden", so Amann. Als "Zwischenlösung" müsse die Regierung den KMUs Jobmessen im Ausland finanzieren.

Vorarlberger Unternehmen seien bereits dazu übergegangen Jobmessen in Spanien zu organisieren, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. "Könnten wir den Bedarf in Österreich decken, wäre das wünschenswert. Aufgrund der Grundschulausbildungs-Defizite unserer Jugend, für die unsere staatlich finanzierte Bildungspolitik verantwortlich ist, sind die Betriebe aber gezwungen andere Wege gehen. Daher müssen den KMUs solche Jobmessen im Ausland voll finanziert werden, um dem Fachkräftemangel vorbeugen zu können", fordert Amann. Dies sei zumindest solange nötig, bis die nationale Lehrlingspolitik auf vernünftigen Beinen stehe und greife. "Dazu gehört auch die Bildungspolitik - es kann nicht sein, dass die Betriebe das erste Lehrjahr darauf verwenden müssen, die schulischen Defizite auszuräumen", so Amann. Das Image der Lehre müsse zudem wieder aufgewertet werden. Durch die Abschaffung der "Qualitätskontrolle" zur Mitte der Lehrzeit habe Wirtschaftsminister Mitterlehner die Lehre zusätzlich zur Ausbildung "zweiter Klasse" degradiert.

Vollmundige Ankündigungen, wie jene des Sozialministers im Magazin "Format", seien jedenfalls zu wenig: "Wenn Minister Hundstorfer den Stellenwert des Lehrlings tatsächlich erhöhen will, warum fließen dann pro Person pro Jahrgang rund 18.000 Euro in die "Parallelwelt" der ÜLAs, während auf der anderen Seite die Mittel für die betriebliche Lehrlingsausbildung zusammengekürzt werden?", so Amann. Ein betrieblicher Lehrling werde praxis- und wirtschaftsnah ausgebildet, habe fast so etwas wie eine "Jobgarantie" und koste den Steuerzahler einen Bruchteil des ÜLA-"Lehrlings". Amann fordert daher auch finanziell ein klares Bekenntnis der SPÖVP-Regierung zur betrieblichen Lehrlingsausbildung. "Was nur heißen kann: Mehr Geld für die "echte" Lehre, weniger für die "ÜLA-Scheinwelt"", so Amann.

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