Symposium zum Bundesseniorenplan im Parlament eröffnet

Khol und Blecha präsentieren verbindlichen Katalog von Maßnahmen für unsere älter werdende Gesellschaft

Wien (OTS) - Anlässlich des Symposiums "Aktives Altern - der österreichische Weg" werden heute im Parlament die Ergebnisse des Bundesplans für Seniorinnen und Senioren der Öffentlichkeit präsentiert und mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wissenschaft analysiert und diskutiert.

Der Präsident des Seniorenrates Dr. Andreas Khol gab zusammengefasst vor den über 400 Teilnehmern folgendes Einleitungsstatement ab:

"Am 31. Jänner 2012 hat die österreichische Bundesregierung erstmals einen Bundesseniorenplan beschlossen. Damit hat sich die Regierung einen verbindlichen Zielkatalog für ihre zukünftige Arbeit vorgegeben; man wird sie beim Wort nehmen können. Auf wissenschaftlicher Analyse und Vorarbeit beruhend, partizipatorisch unter Teilhabe der Seniorenvertretung und der anderen Sozialpartner erarbeitet, trägt der Plan damit einem wesentlichen neuen Wesenszug unserer Gesellschaft Rechnung. Die Lebenserwartung steigt stetig, gleichzeitig verbessern sich Leistungskraft und Gesundheit der älteren Menschen. Dauert "die Jugend" an die 25 Jahre, so währt heute auch "das Alter" ein Vierteljahrhundert. Vor 50 Jahren konnten die Menschen nach dem Erwerbsleben mit 7 Jahren Pension rechnen, heute mit 20 und mehr. Es gilt heute als wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die diesem neuen Lebensalter entsprechenden Vorkehrungen zu treffen und Einrichtungen zu schaffen:
die Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren steht dabei im Mittelpunkt. Sie sollen nicht wie einstens warm, satt und sauber ihrem Tode entgegen betreut werden, sondern bei voller Teilhabe ein selbständiges sinnerfülltes Leben führen können. Dazu bedarf es wesentlicher staatlicher Leistungen, die in unserem Lande auch ständig weiterentwickelt und verbessert werden: Pensionssystem, Gesundheitsvorsorge, Pflege. Dazu kommen aber die gesellschaftliche Teilhabe, das lebensbegleitende Lernen, die Arbeitsmöglichkeiten im Zuerwerb und in der Ehrenamtlichkeit, in der Familienarbeit und der Nachbarschaftshilfe, kurz das aktive Altern. Aktive Seniorinnen und Senioren bleiben länger gesund. Hier sind neben dem Staat alle Bereiche der Gesellschaft gefordert. Der Bundesseniorenplan ist daher umfassend angelegt und richtet sich auch an die Gesellschaft schlechthin, ihr Seniorenbild der neuen Realität anzupassen: wer von Überalterung spricht verkennt, dass es nicht zu viele Alte, sondern zu wenige Junge gibt. In diesem Sinne wäre es richtiger, von einer Unterjüngung zu reden. Die ÖPIA hat zusammen mit dem Parlament die Herausforderung des Seniorenplans angenommen und klopft ihn heute auf Inhalt und Umsetzungsstrategien ab. Die Spitzen von Regierung und Parlament, die Sprecher und Sprecherinnen der Parteien nehmen dazu Stellung. Als Verantwortlicher für eine der großen Seniorenorganisationen im Lande danke ich Ihnen allen. Beginnt ein neues Kapitel für die Seniorinnen und Senioren in Österreich?" so Khol abschließend.

Der Präsident des Österreichischen Seniorenrates Karl Blecha gab gab zusammengefasst folgendes Einleitungsstatement ab:

"Begreifen wir doch den demographischen Wandel als einmalige Chance und niemand braucht in unserer älter werdenden Gesellschaft Angst vor der Zukunft zu haben. Um diese Chance zu nutzen, haben das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und der Österreichische Seniorenrat ein in Europa einzigartiges Dokument, den Bundesplan für Seniorinnen und Senioren "Altern und Zukunft" erstellt. Der Österreichische Nationalrat hat ihn beschlossen.
Er wurde von uns seit Jahren gefordert. 2007 hat der Seniorenrat ein Konzept vorgelegt und 2011 an der Endredaktion mitgewirkt. Von einer Ist-Analyse wurden Empfehlungen an die Politik abgeleitet und klare Ziele, wie Lebensqualität gesteigert werden soll, formuliert.

- Wir brauchen eine politische Kultur, in der der Mitwirkungsanspruch der Älteren in der Gesellschaft selbstverständlich ist.

- Wir müssen aktiv altern unterstützen, durch bessere Möglichkeiten für Ältere am Arbeitsmarkt.

- Wir müssen Armut entschiedener bekämpfen, weil bereits 28 % der alleinstehenden Pensionistinnen armutsgefährdet sind.

- Wir müssen die vielen Angebote für Freiwilligenarbeit besser bekannt machen,

- lebensbegleitendes Lernen weiterentwickeln und lang leben lernen im mittleren Lebensabschnitt durchsetzen.

- Die Versorgung mit medizinischen Leistungen muss unabhängig von Alter und Geldbörse sichergestellt bleiben.

- Seniorengerechte Wohnkonzepte, Betreuungs- und Pflegedienstleistungen müssen wie die Solidarität zwischen den Generationen verstärkt gefördert werden.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien mit Parlamentsakkreditierung sind nochmals herzlich zur Teilnahme am Symposium "Aktiv Altern" eingeladen, das heute bis 17.00 Uhr im Plenarsaal des Parlaments abgehalten wird.

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Österreichischer Seniorenrat
Mag. Wolfgang Braumandl
Tel.: 01/8923465
kontakt@seniorenrat.at
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