ÖSTERREICH: Ab Juni werden Bahnhöfe überprüft

Bures: Neuer Beirat beginnt zu arbeiten - Unverständnis, warum ÖVP nicht Stärkung der Fahrgastrechte zustimmt

Wien (OTS) - Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) erhöht im Interview mit ÖSTERREICH(Sonntag-Ausgabe) beim Thema Fahrgastrechte den Druck auf den Koalitionspartner ÖVP. Wie berichtete will Bures, dass die ÖBB und auch private Bahnunternehmen einen Teil der Ticketpreise zurückzahlen, wenn 5 Prozent der Züge auf einer Strecke verspätet sind. Derzeit gibt es erst ab 10 Prozent Verspätung Geld zurück.

Im Juni tagt zudem erstmals ein Fahrgastbeirat, der Züge und Bahnhöfe auf bestimmte Kriterien überprüfen soll: Und zwar auf Pünktlichkeit, Sauberkeit, technischen Zustand und Information der Fahrgäste. Der neue Fahrgastbeirat soll vierteljährlich tagen und er wird dem Verkehrsausschuss im Parlament einmal im Jahr einen Bericht übermitteln.

Die für die Verschärfung der Fahrgastrechte notwendige Novelle ist zwar bereits seit Anfang Februar fix und fertig, beschlossen wurde sie aber noch nicht. "Ich kann das nicht ganz verstehen". sagt Bures im ÖSTERREICH-Interview. "Ich glaube, die Mehrheit der Fahrgäste findet die Maßnahme richtig. Ich werde versuchen, die Argumente dafür auch innerhalb des Koalitionspartners zu verdeutlichen." Und weiter:
"Die Novelle liegt seit Februar noch im Finanzministerium. Von mir aus hätten wir sie schon gestern beschließen können. Es braucht nur noch die Zustimmung."

Konkret soll die Regelung für Pendler gelten. Jahreskarten-Besitzer erhalten ihre Entschädigung am Ende des Jahres automatisch zurück, wenn sie sich einmal im System angemeldet haben. Im Internet können sie auch jederzeit nachprüfen, wie pünktlich die Züge auf ihrer Strecke sind. Aufgrund der alten Regelung, nach der 90 Prozent der Züge pünktlich sein müssen, mussten die ÖBB 2011 im Fernverkehr 385.000 Euro an über 10.000 Fahrgäste ausbezahlen. Im Regionalverkehr erhielten Pendler knapp 30.000 Euro.

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