Vatikan bestätigt Festnahme von Kammerdiener Paolo Gabriele

Einer der engsten Mitarbeier des Papstes

Vatikanstadt, 26.05.12 (KAP) Der Vatikan hat bestätigt, dass es sich bei dem unter Verdacht des Geheimnisverrates Verhafteten um den Päpstlichen Kammerdiener Paolo Gabriele handelt. Der Mann sei am Mittwochabend wegen des illegalen Besitzes von vertraulichen Dokumenten in seiner Wohnung festgenommen worden und befinde sich seither in Gewahrsam, heißt es in einer Vatikanerklärung vom Samstag. Die erste Phase der allgemeinen Untersuchung durch den vatikanischen Staatsanwalt Nicola Picardi sei abgeschlossen und es habe jetzt die formale Untersuchung durch Richter Antonio Bonnet begonnen.

Der Beschuldigte habe zwei Anwälte seines Vertrauens bestimmt, die ihn vor dem vatikanischen Gericht vertreten sollen und die er bereits gesprochen habe, heißt es in der Erklärung weiter. Diese Untersuchung werde geführt, bis sich ein klares Bild ergebe und der Untersuchungsrichter eine Freilassung oder die Einleitung eines Erfahrens anordne.

Das Amt des Päpstlichen Kammerdieners gehört zu den diskretesten Aufgaben im Vatikan. Als "Maggiordomo" organisiert er den Haushalt des Papstes im dritten Stock des Apostolischen Palastes, ist in einer Person Butler, Hausmeister und Kellner. Zusammen mit den beiden Privatsekretären - Georg Gänswein und Alfred Xuereb - und den vier Hausdamen - Ordensfrauen von der Gemeinschaft der "Memores Domini" - gehört er zur Päpstlichen Familie.

Seit sieben Jahren bekleidet Paolo Gabriele (46), verheiratet und Vater von drei Kindern, dieses Amt. Wie sein Vorgänger Angelo Gugel, dem er schon unter Johannes Paul II. zuarbeitete, lebt er in einem Haus innerhalb der Vatikanstadt.

Als Kammerherr hat er regelmäßigen Zugang zum päpstlichen Appartement. Er begleitet den Papst auf all seinen Reisen, er ist jener Laie, der dem Papst am engsten zuarbeitet. Er packt dessen Koffer, hält im Bedarfsfall Schirm und Mantel bereit. Bei Audienzen reicht er ihm die Medaillen und Rosenkränze für die Gäste. Es hätte daher verhältnismäßig einfach für ihn sein können, an die privaten Dokumente und persönliche Korrespondenz des Papstes zu kommen, an denen der Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi interessiert war.

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