Dalai Lama: Religion soll keine Trennlinien ziehen

Geistliches Oberhaupt des tibetischen Buddhismus betont in zweitem Teil seines Österreich-Besuchs erneut humanisierende Kraft der Religionen

Wien, 25.05.12 (KAP) Als "einfachem buddhistischem Mönch" sei es ihm ein Anliegen, die "Harmonie zwischen den Religionen" zu stärken. Das betonte der Dalai Lama am Freitag in Wien zu Beginn des zweiten Teils seines Österreich-Besuchs. Religion solle nie ein Faktor der Trennung zwischen den Menschen sein oder gar zu Konflikten oder Krieg führen. Das geistliche Oberhaupt des tibetischen Buddhismus betonte - wie schon in Salzburg am Montag - die humanisierende und solidarisierende Kraft, die allen Religionen innewohne. Alle hätten das Potenzial, in den Menschen Tugenden wie Mitgefühl, Liebe, Toleranz, Vergebung und Selbstdisziplin zu fördern, sagte der Dalai Lama nach seiner Ankunft aus Belgien bei einer Pressekonferenz im Hotel Hilton.

Die "Essenz der Spiritualität" bilden nach den Worten des Dalai Lama Großmut und Warmherzigkeit. Andere als Bruder und Schwester zu respektieren gehe Gebet und Meditation voraus. Diesen Respekt müsse auch Erziehung heute jungen Menschen vermitteln, denn die Krise, die sich heute weltweit in Gewalt und Korruption äußere, basiere auf einem verbreiteten "Mangel an moralischen Grundsätzen" und inneren Werten.

Über die Zukunft seiner 1959 unter dem Druck der chinesischen Besatzung verlassenen Heimat Tibet äußerte sich der Dalai Lama optimistisch. Die "Macht der Gewehre" könne vielleicht eine Zeit lang die Oberhand über die "Macht der Wahrheit" behalten, auf Dauer werde sich letztere aber durchsetzen. Er beschreite weiterhin aus Überzeugung den Weg der Gewaltlosigkeit und suche den Nutzen für Tibeter wie auch Chinesen, die sich aus einer Lösung des Konflikts ergeben würde. Trotz der langen Unterdrückung sei der Wille der Tibeter, ihre Kultur und Religion zu bewahren, ungebrochen, ebenso die Unterstützung aus dem Ausland.

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