AK zu neuen EU-Überweisungen: Banken-Zeitplan setzt KundInnen unnötig unter Druck

20stellige IBAN soll Kontonummer und Bankleitzahl ersetzen: Banken müssen besser informieren

Wien (OTS) - "Gerade wenn es um Geldüberweisungen geht, sind die KonsumentInnen besonders empfindlich. Deshalb dürfen die neuen europäischen Regeln für Banküberweisungen und Lastschriften nicht überhastet eingeführt werden", sagt die Leiterin der AK Abteilung Konsumentenschutz, Gabriele Zgubic. Eine neue EU-Verordnung legt fest, dass Überweisungen und Lastschriften in Europa bis Februar 2014 einheitlich abgewickelt werden sollen. Die allen BankkundInnen vertrauten Kontonummern und Bankleitzahlen werden durch die in Österreich 20-stellige IBAN- Zahl ersetzt. "Das ist eine enorme Umstellung, für viele KundInnen", so Zgubic. "Und die österreichischen Banken sind derzeit dabei, die KonsumentInnen noch zusätzlich unter unnötigen Zeitdruck zu setzen: Die EU-Verordnung gibt für die Umstellung Zeit bis zum Februar 2014. Die österreichischen Banken aber wollen die herkömmlichen und den KundInnen vertrauten Zahlscheine, nur bis 31.Dezember 2012 annehmen, dann müssen die neuen Zahlungsanweisungen verwendet werden. "Ein völlig unnötiger Zeitdruck für die KundInnen", so Zgubic. Dazu kommt, dass die Banken bisher keine nennenswerten Anstrengungen unternehmen, um Ihre KundInnen von der geplanten, überfallsartigen Umstellung zu informieren.

Die neuen europaweiten Regeln für Zahlungen und Geldtransfers übers Bankkonto, kurz SEPA (Single Euro Payment Area) sollen in ganz Europa den Zahlungsverkehr angleichen. "Aber in anderen Ländern lassen die Banken Ihren KundInnen für die Umstellung genug Zeit", so Zgubic. In Deutschland beispielsweise hat man es mit der Einführung nicht so eilig: Dort können die Banken bis zum 1.Februar 2016 von Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterhin die bekannten althergebrachten Kontoidentifikationen (Kontonummer und Bankleitzahl) entgegennehmen. "Das ist bei einer so sensiblen Um-stellung der einzig richtige Weg", sagt Zgubic. "Die österreichischen Banken sollten diesem kundenfreundlichen Modell folgen statt die KonsumentInnen mit einer übereilten Abschaffung des bewährten und vertrauten Zahlscheines zu überrumpeln."

Dazu kommt, dass die Banken bis jetzt ihre KundInnen auf diese doch gravierende Umstellung nicht vorbereiten und gut informieren. "Wir haben uns die Internet-Auftritte von fünf Großbanken angesehen:
Informationen über die neuen Zahlscheine gibt es entweder gar nicht oder nur sehr versteckt", so Zgubic. Eine kundenorientierte Umstellung sieht anders aus: Mit auffallender, verständlicher Information auf Internetseiten, auf Foldern und in Beratungsgesprächen in den Filialen. "Gute Vorbereitung braucht Zeit. Ich fordere die Banken auf, sich und den KundInnen einfach mehr Zeit zu lassen", so Zgubic.

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