Presserat: Neue Regeln für Finanzjournalisten

Wien (OTS) - Der Trägerverein des Presserates hat neue Regeln für Finanzjournalisten beschlossen und setzt damit die EU-Vorgaben für die Kontrolle auf diesem Gebiet um. Die Selbstkontrolle durch die beiden Senate des Presserats im Bereich Finanzjournalismus ersetzt für jene Zeitungen und Zeitschriften, die Mitglied des Presserates sind, die Kontrolle durch staatliche Behörden.
Die neuen Bestimmungen zielen auf redaktionelle Finanz- und Wirtschaftsberichte ab, in denen Finanzveranlagungen empfohlen werden.

In den Richtlinien des Presserates wird zunächst festgehalten, dass Marktmanipulationen durch die Verbreitung irreführender oder falscher Informationen sowie die Verwertung von Insiderinformationen durch Journalisten nicht mit den Grundsätzen der Medienethik vereinbar sind.

Bei Anlageempfehlungen müssen Journalisten außerdem Folgendes beachten:

  • Die Person mit redaktioneller Letztverantwortung muss im Artikel genannt werden.
  • Die Berichterstattung hat sachlich zu sein. Das bedeutet u.a., dass in einem Bericht Tatsachen von Schätzungen unterscheidbar sind, auf etwaige Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Informationsquelle hingewiesen wird und die für Prognosen verwendeten wesentlichen Annahmen angeführt werden.
  • Finanzielle Eigeninteressen des Journalisten oder sonstige Interessenskonflikte, die die Objektivität der Anlageempfehlung beeinträchtigen können, müssen im Artikel offen gelegt werden.
  • Stammt die Anlageempfehlung von einem Dritten, ist das im Artikel anzuführen.

Thomas Kralinger, Präsident des Presserates und Geschäftsführer des KURIER: "Ich freue mich, dass wir die Richtlinie für Anlageempfehlungen von Finanzjournalisten einstimmig beschlossen haben. Diese erweiterte Kompetenz zur Selbstkontrolle beweist die Bereitschaft, journalistische Verantwortung ernst zu nehmen.
Eine demokratische Gesellschaft braucht unabhängige Medien. Unabhängigkeit bedeutet aber nicht Regelfreiheit. Und die Einhaltung von Regeln muss kontrolliert werden. Wir haben uns für das Modell der Selbstkontrolle entschieden, denn jegliche Fremdkontrolle der Medien birgt die Gefahr staatlicher Einflussnahme und kann daher immer nur die zweitbeste Lösung sein."

Die neuen Regeln finden Sie unter "Aktuell" auf www.presserat.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Kralinger, Präsident, Tel. 01/52100 2347
Mag. Franz C. Bauer, Vizepräsident: Tel.0664-9376811
Mag. Alexander Warzilek, Geschäftsführer: Tel. 01/20699 180

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