Bildungsstandards: Kritik an mangelnder Transparenz beruht auf Fehlinformation

Salzburg (OTS) - Die gestern und heute in manchen Medien und von manchen Politikern geäußerte Kritik, die Ergebnisse der österreichweit einheitlichen Bildungsstandard-Tests seien geheim oder nur der Ministerin bekannt, beruhen auf einer Fehlinformation. In Wirklichkeit ist hohe Transparenz gesichert, denn die Ergebnisse der Tests werden umfangreich und auf allen Ebenen vom Bundesinstitut BIFIE an alle Beteiligten rückgemeldet und an die zuständigen Schulbehörden berichtet:

1. SCHULBERICHT: Jede getestete Schule erhält einen mehr als 80 Seiten starken, zweiteiligen statistischen Schulbericht. Der erste Teil enthält die Testergebnisse der Schule im Detail, mit Schüleranteilen nach vier aufsteigenden Kompetenzniveaus, mit Vergleichen zum Österreichschnitt aller Schulen und mit einem fairen Vergleich zum Referenzwert ähnlicher Schulen - er steht Schulleitung und Schulpartnern (Lehrer/innen, Eltern, Schüler/innen) zur Verfügung. Ein zweiter Teil enthält die Ergebnisse der einzelnen Unterrichtsgruppen/Klassen und ist an die Schulleitung gerichtet, für Feedbackgespräche und Qualitätsentwicklungsmaßnahmen.

2. LEHRER/INNEN: Jede/r Lehrer/in erhält Rückmeldung über seine/ihre Klasse/Gruppe, bestehend aus Testwerten, Stärken-Schwächen-Profilen, der Verteilung auf Kompetenzstufen, einem absoluten Österreich-Vergleich sowie einem fairen Vergleich mit dem Referenzwert von Klassen ähnlicher Rahmenbedingungen - als Grundlage für die Reflexion über den Unterrichtsertrag.

3. SCHULAUFSICHT: Jede/r Bezirks- und Landesschulinspektor/in erhält alle Schulberichte (Teil I) des Zuständigkeitsbereichs sowie eine tabellarische Übersicht (entweder für den Bezirk oder das Bundesland).

4. BUNDESLAND: Der/die Präsident/in des Landes-/Stadtschulrates (= Landeshauptmann/-frau) erhalten vom BIFIE alle zusammengefassten Schulberichte aller Schularten des Bundeslandes und eine Statistik der getesteten Schüler/innen aller Schulen und Schularten dieses Bundeslandes (mit Österreichvergleichen).

5. BUNDESBERICHT: BMUKK bzw. Unterrichtsminister/in erhalten die zusammengefassten neun Länderberichte aller Schularten und die statistischen Vergleiche - diese Monitoring-Daten zeigen das Erreichen der Bildungsstandards auf nationaler Ebene und können Ausgangspunkt bundesweiter Qualitätsverbesserungen sein.

Die persönlichen Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern sind ge-setzlich geschützt und dürfen nur ihnen selbst per Zugangscode rückgemeldet werden.

Dieses Rückmelde- und Berichtskonzept ist einmalig im deutschspra-chigen Raum, sorgt für hohe Transparenz der Ergebnisse und bildet die Basis für gezielte Qualitätsentwicklungsmaßnahmen in Schule und Unterricht. Bereits 2010 wurde es von der Unterrichtsministerin auf Vorschlag des BIFIE festgelegt und seither in Broschüren und im In-ternet an Schulen, Schulbehörden und Schulpartner (Lehrer/innen, Eltern, Schüler/innen) kommuniziert.

Ursachen der aktuellen Kritik können nur mangelnde oder von manchen Seiten bewusst falsch dargestellte Informationen sein.

Ein Teil der verwendeten Testaufgaben wird nach der Berichterstattung allen Schulen für diagnostische Zwecke und den Unterricht zur Verfügung gestellt. Der andere Teil der Aufgaben muss beim BIFIE unter Verschluss bleiben, um beim nächsten Test 2015 die zeitliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu sichern.

Einblick in die kommende Ergebnisrückmeldung für Schüler/innen, Lehrer/innen und Schulen bieten Musterrückmeldungen und -berichte auf der BIFIE-Homepage: https://www.bifie.at/node/64
Information zu den Bildungsstandards und zur Überprüfung:
https://www.bifie.at/standardueberpruefung

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Claudia Schreiner, Mag. Simone Breit
(Bundesinstitut BIFIE)
Tel.: 0662 620088 / Kl. 3010 und 3310
c.schreiner@bifie.at
s.breit@bifie.at

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