6. Urlaubswoche nach 25 Arbeitsjahren: SPÖ-Initiative scheitert an ÖVP-Widerstand

Schaller: "ÖVP verschließt sich der Fairness in der heutigen Arbeitswelt!"

Linz (OTS) - Alle ArbeitnehmerInnen, die 25 Jahre gearbeitet
haben, sollen Anspruch auf sechs Wochen Urlaub haben - diese SPÖ-Initiative wurde in der heutigen Sitzung des Sozialausschusses von ÖVP und Grünen abgelehnt. Der Arbeitsmarktsprecher des SPÖ-Landtagsklubs, Karl Schaller dazu: "Es ist für mich unverständlich, dass sich sowohl die ÖVP als auch die Grünen gegen eine notwendige und konstruktive Weiterentwicklung des österreichischen Sozialsystems stellen. Ich bedauere sehr, dass damit den ArbeitnehmerInnen zeitgemäße Verbesserungen der Arbeitssituation vorenthalten werden." Enttäuscht zeigt sich Schaller auch darüber, dass seitens des ÖVP-Klubs keinerlei Diskussionsbereitschaft vorhanden ist. "Selbst der Vorschlag, in einem Unterausschuss gemeinsam eine gute Lösung für die Beschäftigten zu finden, wurde völlig abgeblockt!", so der Abgeordnete.

Die geltende Rechtslage sieht vor, dass ArbeitnehmerInnen, die 25 Jahre durchgehend in ein und dem selben Unternehmen beschäftigt sind, einen Anspruch auf eine sechste Urlaubswoche erwerben. Die knappe Anrechnung von fünf Arbeitsjahren reicht meist nicht aus, um einen derartigen Anspruch auch nach einem Arbeitsplatzwechsel zu erhalten. Eine derart lange Beschäftigungsdauer in einer Firma ist aufgrund der geänderten Bedingungen in der Arbeitswelt nur mehr sehr selten der Regelfall. "Die Daten des AMS sprechen ganz klar für eine Trendumkehr: In den letzten Jahren hat ein massiver Wandel der Arbeitsverhältnisse stattgefunden. So dauern etwa 70 % aller Arbeitsverhältnisse weniger als 5 Jahre!", merkt Schaller an. Die Gründe sind vielfältig: viele Personen müssen ihren Arbeitsplatz völlig unverschuldet aufgeben, da die Firmen aufgrund der letzten Wirtschaftskrisen schließen oder Personal abbauen mussten.

Die SPÖ sieht darin jedoch eine große Benachteiligung zu jenen DienstnehmerInnen, die langjährige Dienstverhältnisse aufrecht erhalten können: "Es bedarf daher rasch einer gesetzlichen Regelung, die wieder faire Arbeitsbedingungen für alle ArbeitnehmerInnen schafft", fordert SPÖ-Arbeitsmarktsprecher Schaller und fügt abschließend hinzu: "Deshalb tut es mir besonders leid, dass die ÖVP nicht einmal bereit ist, über eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Arbeitsrechts zu diskutieren."

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