WKÖ-Schenner: Nicht abheben, am Boden bleiben ist angesagt

Statistik Austria präsentiert Nächtigungszahlen für die Wintersaison 2011/2012

Wien (OTS/PWK345) - Während die Statistik Austria in ihrer Aussendung von einem "Rekordwinter" spricht, bringt der Obmann der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Hans Schenner, die Dinge wieder auf den Boden der Realität zurück. "Es ist ja schön, wenn die Statistik Austria von einem Rekordwinter spricht. Tatsächlich haben wir aber erst jetzt wieder das Niveau der Saison 2007/2008 erreicht -nicht mehr und nicht weniger. Dazwischen liegen drei Jahre Krise. Eigentlich sollten wir schon bei 68 Millionen Nächtigungen liegen. Das wäre dann wirklich ein Grund zum Jubeln."

Gemäß Statistik Austria schloss die Wintersaison 2011/12 (November 2011 bis April 2012) mit Nächtigungen von 64,30 Mio. (+3,6 Prozent) und Ankünften von 16,43 Mio. (+4,8 Prozent) ab. Die Zahl der ausländischen Gästenächtigungen (48,97 Mio.) war aber in der Wintersaison 2007/08 (49,06 Mio.) noch höher.

WKÖ-Schenner: Ertragssituation bringt Betriebe unter Druck "Selbstverständlich freuen wir uns über gute Nächtigungszahlen -keine Frage. Trotzdem haben wir bei den Nächtigungen ausländischer Gäste immer noch nicht das Niveau von 2008 erreicht. Wir befinden uns also noch beim Aufholen aus der Krise. Dass die Nächtigungen zum Teil auch über vergünstigte Zimmerpreise erkauft worden sind, ist auch kein Geheimnis. Das bedeutet, dass die Erträge hinter den Zuwächsen der Nächtigungen zurückbleiben", analysiert WKÖ- Schenner. Außerdem lassen die Umsätze der Hotellerie nicht direkt auf die Umsätze der Gastronomie schließen. Mehr Nächtigungen bedeuten nicht automatisch eine Steigerung der Ausgaben für Essen Trinken und Unterhaltung. Hier drehen die Gäste in Zeiten wie diesen immer noch den Euro zwei Mal um. Der Vertreter von 90.000 Tourismusbetrieben weist eindringlich darauf hin, dass die Ertragsstruktur der Unternehmen weiter unter enormem Druck steht: Einerseits haben der Bau und die Eröffnung neuer Häuser und Betten in Stadt und Land dazu geführt, dass sich das Mehr an Nächtigungen auf ein Mehr an Betten verteilt, womit die Auslastungen in vielen Betrieben rückläufig sind. Andererseits machen sich die Kostensteigerungen der letzen Monate bemerkbar. So wie sich Benzin und Diesel für alle Autofahrer an der Tankstelle immens verteuert haben, sind auch unsere Energiekosten gestiegen. Hans Schenner: "Es mag aber kein Gast in ein kaltes Becken springen oder in der kalten Sauna sitzen, also müssen wir die Kostenkröte schlucken."

Tourismuswirtschaft auch in dieser Saison Beschäftigungsmotor Mehr Gäste bedeuten jedenfalls einen Impuls für den Arbeitsmarkt:
Zu den Spitzenzeiten des Winters waren über 230.000 Mitarbeiter im Hotel- und Gastgewerbe beschäftigt und damit um 5.000 mehr als im Winter des Vorjahres. "Wir können unsere Dienstleistung nicht durch Maschinen und Roboter ersetzen, deshalb sind wir ein Motor für Beschäftigung", bekräftig der Sprecher der heimischen Tourismuswirtschaft. "Dass auch hier die Kostenstruktur stimmen muss, ist dafür aber Voraussetzung. Lohnerhöhungen von rund 20 Prozent, wie sie die Gewerkschaft fordert, sind derzeit einfach nicht machbar. Dafür haben wir uns abermals erfolgreich bei der Regierung eingesetzt, dass Trinkgeld für die Mitarbeiter steuerfrei bleibt", so Schenner abschließend. (ES)

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