AK Test: Handy als Nebenkosten-Falle! 1

Arbeiterkammer ortet Dschungel an Nebenspesen - Servicepauschale soll ins Grundentgelt eingerechnet werden

Wien (OTS) - Grundgebühr und Gesprächskosten - damit ist es bei der Handy-Rechnung meist nicht getan. Denn: Die Mobilfunkanbieter haben sich ein Wirrwarr an Nebenkosten einfallen lassen. Ein AK Test bei sieben Anbietern bringt 56 unterschiedliche Nebenspesen ans Tageslicht. "Die Nebenspesen sind für Konsumenten unüberschaubar", sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. "Ob sie tatsächlich verrechnet werden dürfen, muss manchmal gerichtlich geklärt werden." Ein Dorn im Auge ist den Konsumentenschützern die 2011 eingeführte jährliche Servicepauschale in der Höhe zwischen zehn und 20 Euro. Enthalten sind in dieser Pauschale bei fünf Anbietern unterschiedliche Leistungen, die aber gar nicht jede/r KundIn braucht, etwa Diebstahlsperre. Die AK verlangt: Stopp den vielen Handy-Nebengebühren!

Der Vielfalt an Handy-Nebenspesen sind keine Grenzen gesetzt. So fallen Nebenspesen oft schon automatisch mit Vertragsabschluss an, zum Beispiel Kosten für die Aktivierung. Wer einen speziellen Wunsch hat, zahlt für "Extras" (etwa für eine Wunschrufnummer). Manches, was die Anbieter als Zusatzservice verrechnen, ist für die Kunden selbstverständlich: Warum soll man zum Beispiel etwas extra bezahlen, nur weil man seine Rechnung per Erlagschein begleichen will?

Die Liste der unterschiedliche Nebenspesen bei sieben Handy-Anbietern ist lang: ganze 56 verschiedene Möglichkeiten, den Kundinnen und Kunden zusätzlich Geld zu entlocken. Einige Beispiele:

+ Die Zahlscheingebühr kann zwei bis 3,20 Euro ausmachen.
+ Das Zusenden von Rechnungskopien kostet zwischen zwei und fünf Euro.
+ Für Mahnspesen pro Rechnung werden in der Regel 4,36 bis zehn Euro verrechnet.
+ Für eine SIM-Sperre wegen nicht bezahlter Rechnungen verlangt die Mehrzahl der Anbieter 20 bis 30 Euro.
+ Das Entsperren nach bezahlter Rechnung kostet dann bei der Mehrzahl der Anbieter zwischen neun und 30 Euro.
+ Wer sein Handy verliert, zahlt für die Sperre bei einigen Anbietern zwischen fünf und 20 Euro.
+ Eine Wunschnummer schlägt sich bei den meisten Anbietern mit 20 bis 200 Euro zu Buche.

Die gute Nachricht: Die Zusendung einer Papierrechnung kostet nun - auch auf Drängen der AK - nichts mehr. Ein "Muss" im betriebswirtschaftlichen Sinn sind etliche der Nebenspesen-Einfälle ohnehin nicht: Denn bei vielen Einzelleistungen gibt es auch Anbieter, die auf die Extraverrechnung verzichten.

"Will jemand Mehrwertdienste, also 09er-Nummern, sperren lassen, dann muss das laut Telekomgesetz einmal im Jahr unentgeltlich angeboten werden", sagt Zimmer. Ein Anbieter ist sehr erfinderisch, zeigt der AK Test: Die Sperre über das Online-Kundenportal ist kostenlos möglich. Wer deswegen anruft, zahlt.

"Es ist nicht immer eindeutig, ob die Extrakosten für Einzelleistungen gerechtfertigt sind oder nicht. Das muss manchmal erst über dem Gerichtsweg geklärt werden", sagt Zimmer. Ob Zahlscheinentgelte gestattet sind, klärt gerade der Europäische Gerichtshof.

SERVICE: Der Test Nebenkosten bei Handy-Anbietern unter www.arbeiterkammer.at

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