ORF III begrüßt Bettina Balàka, Franz Schuh und Miguel Herz-Kestranek in "erLesen" und lädt zum "Festival de Cannes"

Ab 22. Mai im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - Wenn ORF III Kultur und Information am Dienstag, dem 22. Mai 2012, Schriftstellerin Bettina Balàka, Autor und Essayist Franz Schuh und Schauspieler Miguel Herz-Kestranek in Heinz Sichrovskys Bücherwelt begrüßt, sorgen Ingredienzien wie rabiate Verehrer, Identitätskrisen, jüdische Witze und die österreichische Bundeshymne für die richtige Würze. Der "Kulturmontag" blickt hinter die Kulissen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes und zeigt Michael Hanekes und Ulrich Seidls vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Beiträge zur Jagd nach der Goldenen Palme. Anlässlich des Österreichbesuchs des geistlichen Oberhauptes der Tibeter, Tenzin Gyatso, widmet sich ORF III Kultur und Information in einem "Best of Club 2" vom 3. September 1991 der Unterdrückung des tibetischen Volkes durch die chinesische Besatzungsmacht: Rudolf Nagiller begrüßte dazu den 14. Dalai Lama höchstpersönlich zum Gespräch.

"erLesen" (20.15 Uhr)

Bettina Balàka heißt eigentlich Bettina Wieland. Balàka sei ein frei erfundener Künstlername. Das Spiel mit der Identität habe sie schon immer fasziniert. Diese Vorliebe spiegelt sich auch in ihrem aktuellen Roman "Kassiopeia" wider, in dem die Opfer-Täter-Rolle nicht eindeutig besetzt ist. ORF-III-Bücherwurm Heinz Sichrovsky erzählt sie von einem Stalker, der davon überzeugt war, die Schriftstellerin und er wären füreinander geschaffen. Starke Verliebtheit sei immer am Rande der Psychose angesiedelt, betont die gebürtige Salzburgerin. Autor Franz Schuh wolle in der Runde nicht als Berufsintellektueller gelten, sondern sich frei äußern können. "Radikal sei die Kunst", meint Sichrovsky. "Ganz und gar nicht", entgegnet Schuh und erklärt den Unterschied zwischen radikal und extrem. Mit Balàka diskutiert der 65-jährige Wiener, ob der Luegerring zu Recht umbenannt wurde. Balàka hätte jedenfalls eine Lösung für die Bundeshymne. Dazu kann Schuh nur den Kopf schütteln und seufzen: In seinen Augen werden Hymnen überschätzt.

Miguel Herz-Kestranek verrät hingegen seine besondere Beziehung zum jüdischen Witz: Während Sigmund Freud den "Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" untersuchte, rückt der österreichische Schauspieler sein Witzverhältnis bewusst in einen familiengeschichtlichen Zusammenhang. "Die Frau von Pollak oder Wie mein Vater jüdische Witze erzählte" heißt sein im Oktober 2011 erschienenes Buch, in dem er auf literarische Weise vergessene jüdische Geschichten mit weniger geläufigen jüdischen Witzen und Anekdoten verbindet. Es gehe ihm allerdings nicht um den jüdischen Witz an sich, sondern um den verloren gegangenen Ton, betont der Buchautor. Die Sprache werde immer ärmer und Herz-Kestranek sehe sich als Kämpfer dagegen.

"Kulturmontag" (21.20 Uhr)

Im Anschluss steht die Jagd nach der Goldenen Palme und damit eines der weltweit bedeutendsten Filmfestivals im Mittelpunkt: Die Internationalen Filmfestspiele von Cannes wurden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg konzipiert und im Jahr 1939 erstmals eröffnet. Seit dem Jahr 1946 finden sie jährlich, mit zwei Ausnahmen in den Jahren 1948 und 1950, an der französischen Côte d'Azur statt. Die diesjährigen 65. Filmfestspiele werden vom 16. bis 27. Mai veranstaltet und von Wes Andersons Spielfilm "Moonrise Kingdom" eröffnet.

Mit ihren vom ORF im Rahmen des Film/Fernsehabkommens kofinanzierten Produktionen "Amour" und "Paradies: Liebe" rittern die österreichischen Filmemacher Michael Haneke und Ulrich Seidl mit internationalen Regiestars wie David Cronenberg, Ken Loach und Thomas Vinterberg um den wichtigsten Preis des Wettbewerbs. Ist Österreich im goldenen Filmzeitalter angekommen? Der "Kulturmontag" blickt hinter die Kulissen und lädt mit ausführlichen filmischen Einblicken zum "Festival de Cannes".

Fernsehen wie damals "Best of Club 2: Tibet - Stilles Drama auf dem Dach der Welt" (0.00 Uhr)

Um Mitternacht ist der 14. Dalai Lama in einem "Best of Club 2" vom 3. September 1991 zu Gast bei Rudolf Nagiller. Gemeinsam mit dem Europa-Parlamentarier Jannis Sakellariou, dem Bergsteiger Heinrich Harrer, dem Sinologen Oskar Weggel, dem Religionswissenschafter Michael von Brück sowie dem Hotelier Joseph Ortner spricht Tenzin Gyatso über die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Besatzungsmacht.

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