Höchste Kärntner Landesauszeichnung für den Dalai Lama

LH Dörfler zeichnete Seine Heiligkeit mit Landesorden in Gold aus - Vortrag zur Kunst des Glücklichseins in ausverkaufter Messehalle 1

Klagenfurt (OTS/LPD) - Über die Kunst des Glücklichseins hielt der Dalai Lama heute, Sonntag, einen öffentlichen Vortrag in der ausverkauften Klagenfurter Messehalle 1. Dabei bedankte er sich auch bei der Kärntner Bevölkerung für ihre Freundlichkeit und das warmherzige Lächeln, mit dem sie ihm begegnet sei. Landeshauptmann Gerhard Dörfler verlieh dem geistigen Oberhaupt der Tibeter die höchste Auszeichnung des Landes, den Kärntner Landesorden in Gold.

"Die vier Tage Ihres Besuches waren Glückstage für Kärnten. Sie haben uns Spuren hinterlassen, die nicht morgen schon verwischt sein werden", sagte Dörfler bei der Verleihung. Der Landeshauptmann bedankte sich persönlich aber auch für das Land Kärnten für den bereits vierten Besuch des Dalai Lama: "Sie sind durch Ihre Freundschaft mit Heinrich Harrer mit Kärnten verwurzelt. So konnten wir alle eine außergewöhnliche Beziehung zu einem außergewöhnlichen Menschen aufbauen." Dörfler dankte dem Dalai Lama auch dafür, dass er trotz der tausenden Besucher bei seinen Veranstaltungen immer Augenblicke für einzelne Menschen, wie Kinder oder eine Frau im Rollstuhl, gefunden habe. "Viele werden Ihre Botschaften mitnehmen und morgen vielleicht schon mehr lachen als gestern", meinte der Landeshauptmann.

Als der Dalai Lama den Landesorden entgegennahm, hatte er damit ganz im Sinne seines Vortrages über das Glücklichsein sichtlich viel Spaß und Freude. Er hing sich die Auszeichnung mit einem herzlichen Lachen ans Ohr und verwendete ihn bei seinem Abgang von der Bühne als Kopfschmuck. Der Landeshauptmann erhielt aus den Händen des Dalai Lama eine Buddha-Statue als Geschenk. Bereits zu Beginn seines Vortrages hatte der Dalai Lama dem Landeshauptmann gedankt: "Seit meiner Landung am Flughafen haben Sie mir jeden Tag ihr Gesicht mit einem Lächeln und viel Freundlichkeit gezeigt." Ein amerikanischer Wissenschaftler habe ihm einmal gesagt, dass sich die Augen von Menschen öffnen würden, wen sie jemandem mit herzlichen Gefühlen gegenübertreten. Dieses Öffnen der Augen habe er auch beim Landeshauptmann gesehen, so der Dalai Lama.

Im Rahmen seines Vortrages wollte der Dalai Lama aufzeigen, wie man ein glückliches Leben im Kontext eines säkularen Weges führen kann. Er betonte, dass er den Begriff säkular im Sine der indischen Verfassung verstehe. Es sei also auf keinen Fall eine antireligiöse Haltung, sondern es gehe um den Respekt gegenüber allen Religionen und auch Menschen ohne Glauben.

Nach Ansicht des Dalai Lama leben die Menschen zu sehr auf der Ebene der Sinneseindrücke, konzentrieren sich auf das Äußere, Materielle, die temporäre und augenblickliche Befriedigung der Sinne. Das Innere - also tiefe, geistige und wichtige Erfahrungen - würde hingegen länger bleiben. Die Menschen und vor allem Kinder würden zu viel fernsehen, was schädlich für die Entwicklung der Energie und Kraft des Geistes sei. Man sollte in seinen Geist schauen, ihn ruhig und ausgeglichen halten. Die Quelle von Leid und Problemen sei nämlich meist nicht im Äußeren sondern in der inneren Haltung zu finden. Allein wenn man beobachte, wo in einem selbst Wut und Ärger aufkommen, könne man diese Gefühle und deren negative Energien bereits reduzieren.

"Wir sind soziale Wesen, keiner kann für sich glücklich sein, sondern nur im Verbund mit anderen", so der Dalai Lama weiters. Wir alle seien Teil des Ganzen und der Vorteil der Gemeinschaft sei auch unserer. Der Dalai Lama appellierte dafür, das Recht des Wohlergehens anderer anzuerkennen sowie das uns angeborene Bewusstsein für Verbundenheit und gegenseitige Zuneigung zu schärfen. Zu oft würden die Menschen künstliche Werte schaffen und die Wichtigkeit der Gefühle vergessen. So würden egoistische Gedanken entstehen und das negative Verhalten verstärke sich. Die Menschen sollten wieder mehr in der Kategorie Wir als in der Kategorie Ich denken. So würde es auch weniger Raum für Kriege und Armut geben. "Die Welt gehört und allen geleichmäßig", betonte der Dalai Lama und verwies darauf, dass negative Gedanken unser Immunsystem auffressen würden.

Auf seine herzliche und unvergleichliche Art beantwortete er noch eine Frage aus dem Publikum. Der Mitarbeiter eines großen Casinos wollte wissen, wie sein Unternehmen und er selbst mit den negativen Gefühlen umgehen könne, die entstehen, wenn Menschen spielsüchtig sind oder viel Geld verlieren. "I really don't know", meinte der Dalai Lama kurz mit einem herzhaften Lachen.

Beim seinem Vortrag waren seitens der Landesregierung auch LHStv. Uwe Scheuch, LHStv. Peter Kaiser, die Landesräte Achill Rumpold und Christian Ragger und Landesrätin Beate Prettner anwesend.
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