Caritas Internationalis-Neuordnung: Kein Einfluss auf Österreich

Wiener Caritasdirektor Landau zerstreut nach Treffen in Rom Bedenken, die Neuordnung könnte auch die österreichische Caritas betreffen

Neuordnung der Caritas Internationalis (CI) - Wien-Rom, 20.05.12 (KAP) Die Anfang Mai vom Vatikan verfügte der Dachorganisation
von 165 nationalen Caritas-Verbänden - bleibt ohne Einfluss auf die Arbeit der Caritas in Österreich. Das hat der Wiener Caritasdirektor Michael Landau in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress" unterstrichen. Landau war soeben von einem Treffen des "Representative Council", des höchsten internen Leitungsorgans der Caritas Internationalis in Rom zurückgekehrt, bei dem über die Auswirkungen des jüngsten vatikanischen Erlasses auf Caritas-Arbeit beraten wurde. Bei dem Treffen ist Landau u.a. in seiner Funktion als Präsident der CI-Rechtskommission wiedergewählt worden.

Nach einem am 2. Mai veröffentlichten Erlass untersteht die Caritas Internationalis künftig stärker als bisher der Aufsicht des Vatikan. Der für die katholischen Hilfswerke zuständige Päpstliche Rat "Cor Unum" und das vatikanische Staatsekretariat erhalten weitreichende Kompetenzen in allen Angelegenheiten von Caritas Internationalis. So müssen in Zukunft etwa Vereinbarungen mit Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Stellen sowie finanzielle Transaktionen mit dem Vatikan abgestimmt werden.

Nachdem bereits der österreichische Caritas-Präsident Franz Küberl in einer ersten Reaktion auf die Neuordnung jegliche Bedenken zerstreut hat, dass sich für die konkrete Projektarbeit der Caritas sowie für deren Spender etwas ändern könnte, bestätigte nun auch Landau quasi "aus erster Hand": "Wir bleiben autonom". Bei den Gesprächen in Rom habe sich vielmehr gezeigt, dass es das Anliegen des Vatikans sei, "mehr Caritas in die Kirche zu bringen und nicht umgekehrt". Dies sei "sehr positiv", so Landau gegenüber "Kathpress", denn "Caritas ist nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung eines der positiven Aushängeschilder der Kirche, sondern untrennbarer Teil und Wesenszug der Kirche." Damit stärke die vatikanische Entscheidung letztlich "unsere Position innerhalb der Kirche".

Zugleich rief Landau alle Unterstützer der Caritas dazu auf, "auch weiterhin unsere Arbeit mitzutragen". Die Finanzen würden weiterhin auf nationaler und diözesaner Ebene geregelt, "und wir werden wie bisher sorgsam darauf achten, dass jeder einzelne Euro sinnvoll für Caritas-Hilfsprojekte eingesetzt wird", so der Wiener Caritasdirektor.

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