Walser: Gedenken an Wehrmacht hat im Bundesheer System

Grüne verlangen Offensive in der Traditionspflege samt klarem Bekenntnis zur 2.Republik

Wien (OTS) - "Die Krypta am Heldenplatz hat offensichtlich eine Vielzahl regionaler Ableger, einen davon in Gniebing", zeigt der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser angesichts der ursprünglich geplanten Teilnahme von Bundesheer-Angehörigen am Treffen von Ewiggestrigen und Weltkriegsveteranen in der Steiermark kein Verständnis für die zögerliche Haltung von Verteidigungsminister Norbert Darabos. "Zwar hat Darabos auf meine Kritik umgehend reagiert und die Teilnahme von Bundesheer-Angehörigen verboten, hingewiesen auf die untragbare Veranstaltung haben wir Grüne aber schon vor über einem Jahr." Jahrelang - und nicht nur 2011, wie das Bundesheer nun faktenwidrig behauptet - haben Rekruten und Offiziere in Gniebing die "Heldentaten" der Fallschirmjäger gefeiert, die einem verbrecherischen Befehl folgend auf Kreta für eine Vielzahl von Massenexekutionen und andere Verbrechen verantwortlich waren.

"Jahrelang wurde damit von den Verantwortlichen gegen die eigenen Bestimmungen verstoßen und der Traditionserlass missachtet. Er verbietet nämlich ausdrücklich ein Anknüpfen an die Tradition der Wehrmacht", so Walser weiter. 'Traditionsstiftend' - so heißt es dort wörtlich - können nur 'im Einzelfall zu prüfende Verhaltensweisen von Österreichern in der Deutschen Wehrmacht und von Männern und Frauen des pro-österreichischen Widerstands' sein. Das trifft weder auf die Krypta, noch auf den Ulrichsberg oder Gniebing zu: "Ausgehend von der Krypta hat das Bundesheer in Sachen Traditionspflege viel Arbeit vor sich."

Walser verlangt nun von Darabos Schritte, die ein weiteres Gniebing ein und für allemal verhindern. Der Verteidigungsminister gestand schon 2011 in einer Anfrage ein, dass zentrale Aufzeichnungen über Bundesheer-Traditionsfeierlichkeiten nicht vorlägen: Nach Mittenwald, Ulrichsberg und Gniebing muss sich grundlegend etwas ändern. "Hier geht es um das Ansehen des Bundesheeres in der Bevölkerung und im Ausland. Klar muss sein, dass das Bundesheer der 2. Republik wie unter anderem in Gniebing nicht Abwehrschlachten gegen die Alliierten feiern kann. Schließlich hat der Sieg der Alliierten die Neugründung der Republik erst ermöglicht."

Für Rekruten und Offiziere muss es entsprechende Schulungen geben, damit das Verständnis für den Traditionserlass und Geschichte der Republik wächst. "Darabos ist gefordert. Wir brauchen auch deutliche symbolische Zeichen wie die Benennung von Kasernen nach Widerstandskämpfern und Deserteuren aus der Wehrmacht. Nur so kann das Verständnis für einen angemessenen Umgang mit der Geschichte und Demokratie wachsen", so Walser.

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