Deutscher Katholikentag: Zollitsch gegen Vergleiche mit Parteitag

Bei dem Großereignis in Mannheim sind bis Sonntag mehr als 1.200 Einzelveranstaltungen wie Gebete, biblische Impulse, Ausstellungen und Konzerte sowie Podiumsdiskussionen und Fachvorträge geplant

Bonn-Stuttgart, 16.05.12 (KAP) In der Industriestadt Mannheim (Baden-Württemberg) beginnt am Mittwochabend der 98. Deutsche Katholikentag. Unter dem Leitmotiv "Einen neuen Aufbruch wagen" werden dazu bis Sonntag rund 60.000 Teilnehmer aus dem ganzen deutschsprachigen Raum erwartet.

Für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch, ist die Großveranstaltung ein Fest des Glaubens und Ort für gemeinsame religiöse Erfahrungen. Die Kernfrage des Christentreffens sei es, wie der Glaube heute gestaltet und gelebt werden könne, sagte Zollitsch Mittwochfrüh im ZDF. Gleichzeitig sollten in Mannheim auch konkrete Fragen nach Reformen und Veränderungen in der Kirche debattiert werden. "Der Katholikentag ist aber kein Parteitag, um Beschlüsse zu fassen."

Die deutsche katholische Kirche solle "einladende Kirche" werden, "da haben wir einiges zu tun", so der DBK-Vorsitzende. Die hohe Zahl von Kirchenaustritten sei "sehr schmerzlich". Wichtig sei es, auch mit Menschen, die sich von der Kirche abgewandt haben, neu ins Gespräch zu kommen.

Bei dem Großereignis sind bis Sonntag mehr als 1.200 Einzelveranstaltungen wie Gebete, biblische Impulse, Ausstellungen und Konzerte sowie Podiumsdiskussionen und Fachvorträge geplant. Auch zahlreiche Gläubige aus Österreich dürften nach Mannheim reisen. Unter ihnen befindet sich der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser als offizieller Vertreter der Österreichischen Bischofskonferenz.

Kardinal Meisner kritisch

Indes hat der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner unmittelbar vor Beginn des Katholikentags derartige Treffen kritisiert. Dort fehle "die katholische Mitte", bei der die Einheit von Papst, Bischof, Priestern und dem Volk Gottes zu spüren sei, sagte er dem "Bonner General-Anzeiger" und der "Kölnischen Rundschau" (Mittwoch-Ausgaben). Der Kardinal wörtlich: "Die Katholikentage sind in meinen Augen nicht mehr das, was sie mal waren."

Meisner betonte, die Zahl der erwarteten 60.000 Teilnehmer zeigten, "dass es nicht unbedingt einen Trend zu Katholikentagen gibt". Mit Blick auf 30.000 Gottesdienstbesucher im Kölner Dom zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest sowie auf die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt mit mehr als einer halben Million Pilgern sagte er: "Da liegen die Aufbrüche. Auch das Volk Gottes stimmt sozusagen mit den Füßen ab."

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