GLOBAL 2000: Auch Überwinterungsvorräte der Bienen sind mit giftiger Maisbeize kontaminiert

Neue Untersuchungsergebnisse zeigen, dass neonicotinoide Maisbeizmittel weit mehr Bienenschäden verursachen als bisher vermutet.

Wien (OTS) - Eine bislang noch unveröffentlichte Untersuchung im Auftrag des österreichischen Imkerbundes liefert nun das letzte fehlende Puzzle-Teil zur Lösung des Rätsels um den Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz von bienengiftigen Maisbeizmitteln. Gegenstand dieser GLOBAL 2000 vorliegenden Studie war die Untersuchung von 22 aktuellen Fällen, in denen ganze Bienenvölker über den Winter verendet sind. In 20 dieser 22 Fälle ließen sich bienengiftige Maisbeizmittel im sogenannten "Bienenbrot" (das sind im Bienenstock eingelagerte Pollen, die den Bienen samt ihrem Nachwuchs als Wintervorrat dienen) nachweisen. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: "Bei diesen insektiziden Maisbeizmitteln handelt es sich um Nervengifte, die entwickelt wurden, um Insekten zu töten. Wenn also, wie diese Untersuchung nun gezeigt hat, die Wintervorräte im Bienenstock mit diesen Giften kontaminiert sind, brauchen wir uns nicht wundern, dass die Bienenvölker samt Nachwuchs den Frühling nicht mehr erleben."

Ein Teilnehmer an der aktuellen Untersuchung ist Roland Netter, erfahrener Imker aus Niederösterreich. "Seit vor drei Jahren damit begonnen wurde, diese Maisbeizmittel in meiner Umgebung in großem Umfang einzusetzen, erleide ich Bienenverluste in einem zuvor nicht dagewesenen Ausmaß", schildert der Imker. "Und die Situation verschlechtert sich zusehens: Im heurigen Frühjahr fand ich fünf meiner zwölf Bienenvölker nur mehr tot vor. Dazu kommt, dass zwei der überlebenden Völker für Bienen völlig untypische Verhaltensweisen an den Tag legen, und auch nicht in der Lage sind, Honig zu produzieren. Für mich persönlich daher keine Überraschung: Alle drei von mir eingesendeten Bienenbrot-Proben wurden positiv auf die bienengefährlichen Maisbeizmittel getestet!"

Von Seiten der Landwirtschaftsvertreter und der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) wurde in der Vergangenheit immer wieder behauptet, das Bienensterben wäre in erster Linie auf Bienenkrankheiten wie der Varoa-Milbe zurückzuführen. Maisbeizmittel würden einen vergleichsweise kleinen und zeitlich begrenzten Einfluss (nämlich begrenzt auf die Zeit nach der Maisaussaat) haben. Diese Behauptung ist durch die vorliegende Studie, die auch mit neueren Forschungsergebnissen aus den USA und Italien in Übereinstimmung ist, nun endgültig widerlegt.

Gleichzeitig erreichen uns beinahe täglich neue Berichte über aktuell auftretende Bienenverluste infolge der diesjährigen Maisaussaat aus verschiedenen Teilen Österreichs. "Es ist daher allerhöchste Zeit, dass Landwirtschaftsminister Berlakovich die Verwendung dieser bienengiftigen Maisbeizmittel verbietet, so wie es unsere Nachbarn Deutschland, Slowenien und Italien bereits gemacht haben. Gelegenheit dazu bietet der Ende Mai stattfindende parlamentarische Agrarausschuss, wo dieses Thema auf der Tagesordnung stehen wird", so Burtscher abschließend.

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Roland Netter, niederösterreichischer Imker, Tel.: 0664/594 8522

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